Reglementsänderungen im Materialbereich
Cuche und Co. argumentieren erfolglos
publiziert: Freitag, 21. Okt 2011 / 19:43 Uhr / aktualisiert: Freitag, 21. Okt 2011 / 20:52 Uhr
Didier Cuche hat sich gegen die Reglementsänderungen mächtig eingesetzt.
Didier Cuche hat sich gegen die Reglementsänderungen mächtig eingesetzt.

Die Weltcup-Fahrerinnen und -Fahrer haben in Sölden einmal mehr ihr Unverständnis für die von der FIS auf die Saison 2012/2013 angekündigten Reglementsänderungen im Materialbereich ausgedrückt. Ohne Erfolg allerdings.

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Stein des Anstosses sind die neuen Vorgaben für die Riesenslalom-Ski. Nach Intervention der Vereinigung der Skirennsport-Ausrüster (SRS) ist der Internationale Ski-Verband im Sommer noch einmal über die Bücher gegangen und hat die Veränderung entschärft, die wieder schmälere und längere Ski mit sich bringen wird. Der von der Taillierung abhängige Kurvenradius wird für die Männer-Ski nunmehr von 27 statt auf 40 lediglich auf 35 Meter vergrössert, jener der Frauen-Ski von 23 statt auf 35 nur auf 30 Meter. Doch selbst diese Massnahme geht den Athleten zu weit.

Didier Cuche hatte sich in Sölden zusammen mit Ted Ligety, Bode Miller, Aksel Lund Svindal und Anja Pärson mächtig ins Zeug gelegt, um der Besorgnis im Sinne der meisten der Fahrerinnen und Fahrer noch einmal Ausdruck zu verleihen. Die zahlreichen Beispiele, die aus ihrer Sicht gegen den drastischen Einschnitt sprechen, haben indessen nichts gefruchtet. FIS-Renndirektor Günter Hujara teilte nach dem fast zwei Stunden dauernden Treffen mit, dass die Änderungen von Seiten des Internationalen Verbandes beschlossene Sache seien.

Zu viele Verletzungen

Die FIS will mit der Reglementsänderung einen höheren Sicherheits-Standard erreichen. Die Anzahl der Verletzungen ist eindeutig zu hoch. Eine Studie, welche der Verband beim «Oslo Sports Trauma Research Center» in Auftrag gegeben hatte, förderte zutage, dass in den letzten fünf Wintern insgesamt 493 Verletzungen zu beklagen waren. Die höchsten Quoten an Verunfallten weisen die Abfahrt und der Riesenslalom auf. In über 38 Prozent der Fälle handelt es sich um Knieverletzungen.

Der Internationale Skiverband (FIS) hat immense zeitliche und finanzielle Anstrengungen unternommen, um den Ursachen der (zu) vielen Verletzungen im alpinen Weltcup auf den Grund zu gehen - und Lösungen zu finden. In die Studie eingebunden ist die Universität Salzburg, die in Zusammenarbeit mit anderen Instituten, der FIS und den Ausrüsterfirmen Head, Atomic, Fischer und Rossignol Prototypen von Riesenslaloms-Ski entwickelt und getestet hat. «Uns bleibt nichts anderes übrig, als die gesammelten Daten zu akzeptieren. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen», sagte Hujara weiter.

(bg/Si)

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