Der Kampf gegen die Schweizer Slalom-Schwäche
publiziert: Donnerstag, 11. Nov 2010 / 21:47 Uhr
Silvan Zurbriggen.
Silvan Zurbriggen.

Silvan Zurbriggen gehört zu den besten Slalomfahrern der Welt. Hinter dem Walliser tun sich in den Swiss-Ski-Teams grosse Lücken auf. Bei den Frauen hat Neo-Cheftrainer Mauro Pini in der grössten Sorgendisziplin einen Neuanfang eingeläutet.

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Das Weltcup-Klassement weist Silvan Zurbriggen als drittbesten Slalomartisten der vergangenen Saison aus. Besser als der 29-Jährige waren erst zwei Schweizer: Dumeng Giovanoli 1968 als Sieger und Paul Accola 1992 als Zweiter. «Für einen Allrounder habe ich das Maximum herausgeholt», denkt Zurbriggen. Der Olympia-Dritte in der Super-Kombination will an den besten Winter seiner Karriere anknüpfen. Die Vorbereitung auf den ersten Weltcup-Slalom am Sonntag in Levi (Fi) wurde allerdings von einer Rückenblockade beeinträchtigt, die Zurbriggen zuletzt zu dosiertem Training zwang.

Neben Zurbriggen figuriert mit Marc Gini nur noch ein Swiss-Ski-Vertreter unter den ersten 30 der Weltcup-Startliste. Der Bündner sorgte vor drei Jahren auf der Reiteralm für den letzten Schweizer (Überraschungs-)Sieg im Slalom. Seither hat Gini sein wahres Können zu selten aufblitzen lassen. Mitte März erlitt er bei einem Trainingssturz eine schwere Hirnerschütterung, die ihn zwei Monate zum Nichtstun verdammte. Die Nachwirkungen spürt Gini bis heute. «Ich brauche mehr Erholung und werde schneller müde.» Koordinativ und skitechnisch hat er hingegen keinerlei Schwierigkeiten. «Die Form stimmt.» Gini setzt sich regelmässige Top-Ten-Klassierungen zum Ziel - eine Marke, die er seit dem Triumph auf der Reiteralm nur dreimal erreicht hat.

Eine neue Trainingsgruppe als Impuls

Während Zurbriggen dem Verbund um Didier Cuche angehört und nur zwei Tage mit den anderen Slalomfahrern trainiert hat, ist Gini Teil der neuen, vierten Trainingsgruppe. Mit deren Einführung hat Martin Rufener zwei Probleme auf einmal gelöst. Erstens konnte der Cheftrainer die Talente Christian Spescha (Europacup-Gesamtsieger), Ami Oreiller, Marc Gisin und Justin Murisier in die Weltcup-Mannschaft integrieren, ohne dass die einzelnen Gruppen zu gross geworden wären und die Qualität gelitten hätte. Zweitens wurde der Slalom als schwächste Disziplin gestärkt. «Wir sind unabhängig und dadurch flexibler», sagt Gini, was sich unter anderem darin äusserte, dass auf den Überseetrip nach Feuerland verzichtet und stattdessen auf den heimischen Gletschern trainiert wurde.

Neben Gini und dem zweiten Spezialisten Markus Vogel gehören Marc Berthod und die 18-jährige Zukunftshoffnung Murisier zur Gruppe von Trainer Reto Schläppi und Assistent Steve Locher. Weil Swiss-Ski derzeit nur über vier Startplätze verfügt, ist Berthod nicht an den Polarkreis gereist. Murisier und Vogel, der wegen eines Bandscheibenvorfalls und einer Viruserkrankung zwei verpfuschte Winter hinter sich hat, waren in den Selektionstrainings auf der Diavolezza stärker als der St. Moritzer. Dass ohne die gesetzten Zurbriggen und Gini nur drei Fahrer um die weiteren Startplätze kämpften, zeigt, wie dünn die Personaldecke ist. Immerhin könnte bis in einem Jahr mit Reto Schmidiger der aktuelle Junioren-Weltmeister im Slalom nachrücken.

(Philipp Bärtsch/Si)

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