Ski alpin
Didier Défago als einziger Schweizer Lichtblick
publiziert: Sonntag, 18. Dez 2011 / 17:05 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 18. Dez 2011 / 20:15 Uhr
Massimiliano Blardone.
Massimiliano Blardone.

Unerwartet bescherte Massimiliano Blardone seinen Fans einen Heimsieg. Der Italiener gewann zum dritten Mal nach 2005 und 2009 den Weltcup-Riesenslalom von Alta Badia. Didier Défago verhinderte eine Schweizer Schlappe.

Bei Halbzeit schien es, als würde auch im vierten Riesenslalom der Saison entweder Ted Ligety oder Marcel Hirscher gewinnen. Der Amerikaner, in dieser Saison zweimal Erster und einmal Zweiter, lag eine knappe halbe Sekunde vor dem Österreicher, der im ersten Riesenslalom von Beaver Creek Ligety hinter sich gelassen hatte. Doch am Ende winkte keiner der beiden vom Podium. Vielmehr wurde der Zielraum lautstark mit der italienischen Nationalhymne beschallt, was doch einer ziemlichen Überraschung gleichkam.

Massimiliano Blardone hatte kaum jemand auf der Rechnung. Der 32-Jährige gilt zwar als ausgesprochener Spezialist für die 'Gran Risa', einer der schwierigsten Riesenslalom-Pisten im Weltcup. Aber zuletzt hatte der Italiener nur noch ganz selten aufhorchen lassen. Letzten Winter schaffte er nur in Val d'Isère als Dritter den Sprung aufs Podium, in dieser Saison lief es ihm, der sich nur auf den Riesenslalom konzentriert, überhaupt nicht. Auf den laufenden Winter wechselte zum Ski-Ausrüster Dynastar, doch in den ersten beiden Rennen der Saison wurde er nur 18. und 26., im dritten Anlauf schied er aus.

In Alta Badia musste er deshalb mit Nummer 19 antreten, aber dank zweitbester Zeit im zweiten Durchgang verbesserte er sich vom 6. auf den 1. Platz, vor die beiden Österreicher Hannes Reichelt (den Abfahrts-Dritten von Lake Louise) und Philipp Schörghofer (den Riesenslalom-Dritten von Sölden). Ligety verpasste als Vierter um einen Hundertstel das Podium, Hirscher wurde Fünfter. "Vor eigenem Publikum gewinnt man natürlich am liebsten", durfte Blardone hinterher sagen. Nur noch ein Sieg trennt ihn inzwischen von der Bestmarke des grossen Alberto Tomba, der einst vier Riesenslalomsiege in Alta Badia errang.

Didier Défago konnten es die Schweizer danken, dass sie keine vernichtende Schlappe kassierten. Der Walliser Abfahrts-Olympiasieger steigerte sich im zweiten Lauf vom 16. auf den 9. Schlussrang, womit er sich in seiner ersten Saison seit seinem Kreuzbandriss erstmals wieder in den Top 10 einreihte. "Dass mir das im Riesenslalom gelingt, hätte ich nicht geglaubt", wunderte sich der 34-jährige Walliser, "aber es geht Schritt für Schritt vorwärts." Zwölfter war er zuletzt am Freitag im Super-G von Val Gardena geworden.

Janka macht Pause, Albrecht kämpft weiter

Nur zwei der neun gestarteten Schweizern waren im zweiten Lauf noch vertreten: Défago und Carlo Janka, der nach einem schweren Fehler 23. bei Halbzeit war und sich im zweiten Lauf nicht mehr verbessern konnte. Weiterhin leidet der Bündner an den lästigen Rückenbeschwerden, die er nun endlich in den Griff kriegen will. "Die letzten Tage haben Kraft gekostet", meinte Janka, der nun eine Wettkampfpause einlegen wird. "Die Abfahrt in Bormio zwischen Weihnachten und Neujahr lasse ich aus". Der nächste Einsatz steht erst am 7. Januar beim Riesenslalom in Adelboden auf dem Programm.

Das Abschneiden der übrigen Swiss-Ski-Athleten liess sich mit Pleiten, Pech und Pannen umschreiben. Sandro Viletta, der Super-G-Gewinner von Beaver Creek, verpasste als just 31. die Qualifikation für den Finaldurchgang um 14 Hundertstel. "Der Kurs hätte mir liegen müssen. Ab es war ein einziger "Chnorz", ärgerte sich der Bündner. Beat Feuz (38.), der zuletzt in Beaver Creek seine ersten Weltcup-Punkte im Riesenslalom eingefahren hatte, konnte sich mit den Verhältnissen nicht anfreunden: "Mir hat es zu stark gedreht." Didier Cuche warf ein Stillstand aus der Entscheidung. "Wenigstens bin ich jetzt früher zu Hause", machte der Neuenburger in Ironie.

Auf gutem Weg schien der Bündner Gino Caviezel, der jüngere Bruder des derzeit mit einem Kreuzbandriss ausser Gefecht gesetzten Mauro Caviezel. In seinem allerersten Weltcuprennen lag der mit Nummer 64 gestartete 19-jährige aus Lenzerheide auf Position 25, ehe er - die Qualifikation für den zweiten Lauf vor Augen - ausschied.

Besonders schwierige Zeiten macht derzeit Daniel Albrecht durch. Der Walliser schied wie Marc Berthod aus. Für Albrecht war das Rennen schon vor der ersten Zwischenzeit zu Ende. Seine zahlenmässige Bilanz liest sich niederschmetternd: In den ersten beiden Riesenslaloms belegte er die Ränge 42 und 46, danach folgten zwei Ausfälle. Aufgeben kommt für aber nicht in Frage. "Ich habe einen harten Walliser Schädel und ich komme zurück, auch wenn jetzt klar ist, dass ich noch etwas mehr Zeit brauche." In den Startlisten rutscht der vor knapp drei Jahren so schwer verunfallte Albrecht immer weiter nach hinten, "aber", so sagt er, "der Biss ist noch da." Einen Umweg über FIS- oder Europacup-Rennen schliesst er nicht mehr aus: "Vielleicht sieht man mich nicht immer am Fernsehen, aber ich kämpfe weiter."

Resultate:
Alta Badia (It). Weltcup-Riesenslalom der Männer: 1. Massimiliano Blardone (It) 2:46,49. 2. Hannes Reichelt (Ö) 0,35 zurück. 3. Philipp Schörghofer (Ö) 0,57. 4. Ted Ligety (USA) 0,58. 5. Marcel Hirscher (Ö) 0,71. 6. Thomas Fanara (Fr) 0,98. 7. Fritz Dopfer (De) 1,36. 8. Aksel Lund Svindal (No) 1,41. 9. Didier Défago (Sz) 1,43. 10. Davide Simoncelli (It) 1,72. 11. Cyprien Richard (Fr) 1,78. 12. Giovanni Borsotti (It) 2,08. 13. Sébastien Pichot (Fr) 2,43. 14. Benjamin Raich (Ö) 2,60. 15. Steve Missillier (Fr) 2,62. 16. Bode Miller (USA) 2,78. 17. Ivica Kostelic (Kro) 2,85. 18. Tim Jitloff (USA) 3,03. 19. Manfred Mölgg (It) 3,09. 20. Thomas Frey (Fr) 3,29. Ferner: 23. Carlo Janka (Sz) 3,43. - 27 der 30 Finalisten klassiert. - Ausgeschieden: Tommy Ford (USA), Kjetil Jansrud (No), Alexis Pinturault (Fr).

Die besten Laufzeiten

1. Lauf: 1. Ligety 1:27,96. 2. Hirscher 0,49 zurück. 3. Svindal 0,66. 4. Schörghofer 0,82. 5. Reichelt 0,95. 6. Blardone 1,11. Ferner: 8. Fanara 1,43. 16. Défago 2,29. 23. Janka 2,72. 29. Simoncelli 3,07. - Nicht für den 2. Lauf qualifiziert: 31. Sandro Viletta (Sz) 3,26. 38. Beat Feuz (Sz) 3,95. 42. Didier Cuche (Sz) 4,22. 49. Manuel Pleisch (Sz) 5,05. - 73 Fahrer gestartet, 56 klassiert. - Ausgeschieden: u.a. Gino Caviezel (Sz), Daniel Albrecht (Sz), Marc Berthod (Sz).

2. Lauf: 1. Simoncelli 1:17,18. 2. Dopfer, Blardone 0,24 zurück. 4. Défago 0,49. 5. Borsotti 0,50. 6. Pichot 0,66. 7. Reichelt 0,75. 8. Fanara 0,90. 9. Schörghofer 1,10. Ferner: 11. Hirscher 1,57. 16. Ligety 1,93. 18. Janka 2,06. 20. Svindal 2,10.

(fest/Si)

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