Ski Alpin
Die Unbeschwerten sind besonders gefährlich
publiziert: Freitag, 7. Feb 2014 / 16:00 Uhr
Défago ist auch diesmal am Start.(Archivbild)
Défago ist auch diesmal am Start.(Archivbild)

Das Beste zuerst: Die Abfahrt der Männer, die aus Schweizer Sicht so bedeutsam ist wie wohl keine andere der 98 Disziplinen dieser Winterspiele, steht am Sonntag in Rosa Chutor als erste Entscheidung der alpinen Ski-Wettbewerbe auf dem Programm.

Bei Swiss-Ski ruhen die Hoffnungen auf den Lauberhorn-Siegern Patrick Küng, Carlo Janka, Beat Feuz und Didier Défago, die sich einen ähnlich furiosen Start wünschen wie 2010 an den Spielen in Vancouver, wo gleich das erste Rennen zu einem Höhepunkt geriet. Es gewann aber nicht Didier Cuche oder Janka, die in jener Saison vor Olympia je zwei Abfahrten für sich entschieden hatten, sondern Didier Défago, der als erst dritter Schweizer nach Bernhard Russi (1972) und Pirmin Zurbriggen (1988) Gold in der Männer-Abfahrt errang.

Défago auch diesmal am Start

Défago ist auch diesmal am Start, als inzwischen 36-Jähriger und mit ähnlichen Aussenseiter-Chancen wie 2010. Wie schwer die neuerliche Mission Gold wird, zeigt aber allein dieser Fakt: Erst zwei Athleten haben bei den Männern zwei aufeinanderfolgende Olympiasiege in derselben Alpin-Disziplin geschafft. Der eine war Alberto Tomba 1988 und 1992 im Riesenslalom, der andere Kjetil André Aamodt 2002 und 2006 im Super-G.

Eine der Schwierigkeiten in Rosa Chutor wird die unterschiedliche Beschaffenheit der Piste sein. "Oben ist der Schnee aggressiv, danach folgen eisige Abschnitte, da ist es nicht einfach, die richtige Abstimmung zu finden", sagt Défago. Der Ski darf oben nicht 'beissen', sollte danach aber auf dem Eis halten. Aber auch ihm war nach den ersten beiden Trainings, in denen sich Küng und Janka weit besser entfalteten, klar: "Ich muss am Sonntag mein Level erhöhen."

Nicht unbedingt schlechtes Zeichen

Wenn allerdings Défago nicht in der Rolle des Kronfavoriten antritt, muss das kein schlechtes Vorzeichen sein. Denn Olympia scheint die grossen Stars der Szene nicht (mehr) zu mögen. Pirmin Zurbriggen war vor 26 Jahren der bisher letzte Abfahrts-Olympiasieger, der als Top-Favorit zu Gold rauschte. Seither jubelten immer nur Männer aus der zweiten Reihe. An den Spielen von Albertville 1992 triumphierte weder der zuvor vierfache Gewinner Franz Heinzer noch sonst einer aus der damals überragenden Schweizer Mannschaft, sondern der Österreicher Patrick Ortlieb.

Zwei Jahre später in Lillehammer gewann der Amerikaner Tommy Moe, der im Weltcup ebenso sieglos blieb wie der Franzose Jean-Luc Crétier, der 1998 in Nagano Abfahrts-Gold holte. Auch 2002 in Salt Lake City konnte sich mit dem Österreicher Stephan Eberharter der grosse Favorit nicht durchsetzen. Mit dessen Landsmann Fritz Strobl siegte aber immerhin einer, der es als einziger Abfahrts-Olympiasieger der letzten 22 Jahre schaffte, in derselben Saison auch im Weltcup wenigstens ein einziges Mal zu gewinnen. In Erinnerung ist zudem der Franzose Antoine Dénériaz, der 2006 an den Spielen von Turin Abfahrts-Gold holte, im Weltcup in jenem Winter aber nie auf dem Podium stand und lediglich zweimal unter den Top 10 vertreten war.

Ortlieb, Moe, Crétier, Strobl, Dénériaz oder Défago - keiner von ihnen gewann je die kleine Kristallkugel für den Disziplinen-Weltcup, mit der Ende des Winters der beste Abfahrer ausgezeichnet wird. Die grossen Cracks in dieser langen Zeitspanne waren Franz Heinzer, der Franzose Luc Alphand, die Österreicher Hermann Maier, Stephan Eberharter und Michael Walchhofer oder zuletzt Didier Cuche, die alle die Abfahrts-Kugel mindestens zweimal eroberten - und nie Abfahrts-Olympiasieger wurden.

Svindal möchte Serie beenden

Der Norweger Aksel Lund Svindal, im letzten Winter Gewinner der Abfahrts-Wertung in der Abfahrt und auch aktuell wieder Leader im Disziplinen-Weltcup, möchte diese Serie nur zu gerne beenden. Zweimal war Svindal schon Abfahrts-Weltmeister, doch bei Olympia gab es noch nie einen Sieger aus Norwegen. Aamodt war 1994 Zweiter, Kjus belegte 1998 und 2002 Platz 2, und 2010 war Svindal Zweiter hinter Défago.

Neben Svindal beansprucht Bode Miller die meisten Sieg-Prognosen für sich. Der Amerikaner hat im Weltcup seit Dezember 2011 zwar nie mehr gewonnen, aber er befindet sich nach langwierigen Knie-Problemen wieder auf Kurs. "Ich bin bereit", sagt Miller. Ähnlich äusserte er sich schon zuletzt in Kitzbühel, wo er und Svindal als Top-Favoriten antraten und dann von Hannes Reichelt geschlagen wurden. Zumindest den Österreicher, der wegen einer Diskushernie kurz vor den Spielen Forfait gab, muss er nicht fürchten; dafür all die Unbeschwerten wie beispielsweise Reichelts Landsmann Matthias Mayer, die an Olympischen Spielen besonders gefährlich sind.

(ig/Si)

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