Ski alpin
Eine Hauptrolle und zahlreiche Nebenrollen
publiziert: Donnerstag, 23. Okt 2014 / 10:25 Uhr
«Meine Fahrten vor einem Jahr in Sölden waren nicht vollkommen. Beim Video-Studium entdeckten wir da und dort kleine Fehler», sagte die Tessinerin Anfang Woche.
«Meine Fahrten vor einem Jahr in Sölden waren nicht vollkommen. Beim Video-Studium entdeckten wir da und dort kleine Fehler», sagte die Tessinerin Anfang Woche.

Die Schweizer Hoffnungen beim Weltcup-Prolog am Wochenende in Sölden ruhen primär auf Lara Gut. Bei den Männern sind den Vertretern von Swiss-Ski lediglich Nebenrollen zugedacht.

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Lara Gut kanns offenbar noch besser. «Meine Fahrten vor einem Jahr in Sölden waren nicht vollkommen. Beim Video-Studium entdeckten wir da und dort kleine Fehler», sagte die Tessinerin Anfang Woche. Schön, wer das nach einem Sieg mit 84 Hundertsteln Vorsprung sagen kann. Die Worte sind typisch für Lara Gut. Stillstand ist für sie Rückschritt. «Ich muss mich stetig verbessern. Die anderen tun das auch.»

Das Streben nach der Perfektion ist bei der 23-Jährigen in ihrem Alltag als Spitzensportlerin allgegenwärtig - auf der Piste, im Kraftraum, bei der Weiterentwicklung des Materials und selbst beim Video-Studium. Da hat sie unter anderem die eigenen Fahrten mit jenen von Gesamtweltcup-Sieger Marcel Hirscher und Riesenslalom-König Ted Ligety verglichen. «Ich habe gesehen, was bei mir gut und weniger gut war.»

Vorbeugende Sätze

Verschlossener gibt sich Lara Gut betreffend Zielsetzungen. Da behilft sie sich Plattitüden. «Jedes Rennen ist anders.» Oder: «Jeder Winter ist etwas Eigenständiges». Oder: «Es gibt keine Sieg-Garantie.» Sätze, die sie wählt, um vorzubeugen. Zurückhaltung als Schutzmantel. «Ich will nicht Erwartungen schüren, um dann wieder Kritik einstecken zu müssen, wenns mal nicht wie gewünscht läuft.» Eine Prognose ist Lara Gut selbstredend auch für den Riesenslalom vom Samstag nicht zu entlocken. Das Wissen, für den Erfolg den Sommer über alles getan zu haben, liess sie aber beruhigt nach Sölden reisen. Die finale Vorbereitung brachte sie am Dienstag und Mittwoch mit Trainings im Pitztal hinter sich.

Ein spezieller Ort ist Sölden auch für Dominique Gisin, die nominelle Schweizer Nummer 2 im Riesenslalom. Vor drei Jahren hatte sie hier mit Rang 11 ein grandioses Debüt in ihrer dritten Disziplin gegeben. Zwölf Monate später schielte sie bereits Richtung Podest und lieferte als Viertklassierte ihr bis dato bestes Ergebnis im «Riesen» ab. Im vergangenen Jahr schaffte die Abfahrts-Olympiasiegerin mit Platz 9 ein weiteres Top-Ten-Ergebnis.

Der Gewinn von Olympia-Gold habe ihr erlaubt, die Vorbereitung auf den WM-Winter entspannter anzugehen. Den Fokus aufs Wesentliche habe sie aber beibehalten können, sagt die Engelbergerin. Innerhalb der Equipe sei für sie alles beim Alten geblieben. «Meine Rolle im Team ist die gleiche wie vor dem Olympiasieg. Ein Rennen ändert nichts daran.»

Die Sorgendisziplin

Von Top-Klassierungen sind die Schweizer Männer im Riesenslalom derzeit ein schönes Stück entfernt. Der Riesenslalom ist nach wie vor die Sorgendisziplin im neu von Cheftrainer Thomas Stauffer geführten Team. Im vergangenen Winter stellte Rang 6 von Carlo Janka in Beaver Creek, herausgefahren mit der Startnummer 68, die einzige Klassierung in den Top Ten dar. Der Bündner ist als Nummer 24 zudem der einzige Schweizer, der in der Weltcup-Startliste derzeit den ersten 30 angehört. Jankas Vorbereitung beinhaltete nach dem Wechsel von Atomic zu Rossignol auch die Anpassung ans neue Material. Die Umstellung ist noch nicht vollzogen. Kein Wunder, denn für einen Fahrer mit Starts in mehreren Disziplinen ist das Finden der optimalen Abstimmung eine schwierige, aufwändige Angelegenheit. «Ich brauche noch Zeit. Der Riesenslalom in Sölden kommt für mich möglicherweise noch zu früh.»

Janka befindet sich nach seiner langen Krankheitsgeschichte auf dem Weg zurück. Wie weit nach vorne es ihm im Riesenslalom wieder reicht, ist nicht abzuschätzen. Das aktuelle Reglement erschwert die Aufgabe für die Fahrer aus dem Speed-Bereich zusätzlich. Der vor zwei Jahren in Kraft getretene Passus, der den Einsatz weniger taillierter Ski vorschreibt, spielt primär den Technikern in die Hände. «Das ist schade für den Skirennsport», sagt Sepp Brunner, bei Swiss-Ski nunmehr als Trainer der Speed-Fahrer tätig. «Da muss ein Umdenken her. Das Hauptproblem ist die Kurssetzung. Die Vorgabe mit dem Maximalabstand von 25 Metern macht den Abfahrern Probleme. Die vom Slalom her kommenden Athleten haben einen Riesenvorteil.»

Für Brunner lief die Entwicklung in die falsche Richtung. "Es gibt jetzt nur noch die Spezialisten. Die Allrounder sterben aus. So ist es möglich, den Gesamtweltcup mit starken Resultaten in zwei Disziplinen zu gewinnen. Der Instinkt-Skifahrer rückt in den Hintergrund. Nur wenn die Abstände zwischen den Toren wieder grösser werden, können auch die Abfahrer im Riesenslalom wieder vorne mitfahren."

(flok/Si)

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