Grange gewinnt zum zweiten Mal am Ganslern-Hang
publiziert: Montag, 24. Jan 2011 / 00:00 Uhr
Ivica Kostelic.
Ivica Kostelic.

Ivica Kostelic wurde zum grossen Profiteur der Rennen in Kitzbühel, indem er vor Silvan Zurbriggen die klassische Hahnenkamm-Kombination gewann. Den totalen Triumph verhinderte einzig der Franzose Jean-Baptiste Grange, der sich im Slalom vom Sonntag vor den Kroaten schob.

Aber auch als Slalom-Zweiter durfte sich Kostelic als Gewinner fühlen. Der 31-Jährige dürfte zum vorentscheidenden Schlag im Kampf um die grosse Kristallkugel ausgeholt haben. Der Kroate war bereits mit einer stattlichen Reserve nach Kitzbühel angereist, nun scheint er uneinholbar. 215 Punkte lag er vor dem Wochenende vor dem Norweger Aksel Lund Svindal, 257 Zähler vor Silvan Zurbriggen. Nach Kitzbühel aber ist nicht mehr vorstellbar, dass sich Kostelic seinen ersten Weltcup-Gesamtsieg noch nehmen lässt. Es wäre der erste Triumph eines Kroaten, aber der bereits vierte für die Familie Kostelic, nachdem Schwester Janica in den Jahren 2001, 2003 und 2006 die Trophäe für die kompletteste Fahrerin der Saison abgeholt hatte.

401 Punkte Vorsprung

Für seine Siege in Super-G und Kombination, dem 2. Rang im Slalom sowie dem 11. Platz in der Abfahrt konnte sich Kostelic innerhalb von drei Tagen 304 Punkte gutschreiben lassen, womit er nun die 1000er-Marke passiert hat. Mit seinen 1030 Zählern liegt er aktuell 401 Punkte vor Zurbriggen. «Es sieht momentan sehr gut aus», musste selbst Kostelic eingestehen. Letzten Winter reichten Carlo Janka 1197 Punkte zum Gesamtsieg, vor zwei Jahren gewann Svindal mit 1009 Zählern die grosse Kugel.

Silvan Zurbriggen dürfte jener Mann sein, der am besten abschätzen kann, wie die Leistung Kostelic' einzureihen ist: «Es ist unglaublich, wie er hier die Umstellung von der Abfahrt zum Slalom geschafft hat. Er ist im Moment schlicht der Beste.» Wie schon letzten Winter belegte der Walliser hinter Kostelic Platz 2 in der Kitzbüheler Kombination. Die Saison zuvor hatte Zurbriggen vor Kostelic gewonnen. Die beiden beherrschen diesen Wettbewerb, den es in dieser Form nurmehr in Kitzbühel gibt. Die Abfahrt vom Samstag und der Slalom vom Sonntag werden addiert, im Gegensatz zu den Super-Kombinationen, die eigenständige Rennen sind.

Der drittklassierte Romed Baumann büsste in der Kombination bereits über sechs Sekunden ein. Kostelic und Zurbriggen fuhren in einer eigenen Liga. Und sie finden das Kitzbüheler Format beide gut. Kostelic beruft sich auf die Tradition, und Zurbriggen sagt: «Im Gegensatz zu einer Super-Kombination müssen sich die Abfahrer hier in Kitzbühel auf einer Slalom-Piste bewähren, die ganz normal mit Wasser präpariert und entsprechend eisig ist. Das ergibt sofort Differenzen. Die Abfahrten aber werden immer auf vereisten Strecken gefahren.»

Handbremse im Slalom

Mit der Kombination im Kopf konnte aber Zurbriggen im Kitzbüheler Slalom nicht wie gewünscht auftrumpfen: «Ich wollte mich zwar ganz auf den Slalom konzentrieren, doch das gelang mir nicht. Im zweiten Lauf fuhr ich mit der Handbremse. Aber eben: Den 2. Platz in der Kombination nehme ich gerne mit.» Im Slalom dagegen fiel Zurbriggen im zweiten Durchgang vom 7. auf den 13. Schlussrang zurück.

Marc Gini konnte nicht zufrieden sein: «Ich habe zweimal gut angefangen, aber im ersten Lauf fuhr ich unten zu verhalten, und im zweiten gab ich zuviel Gas.» So resultierte letztlich nur Platz 20, den der Bündner schon bei Halbzeit belegt hatte. Justin Murisier gab im ersten Durchgang eine weitere Probe seines Talents ab: Mit Nummer 50 stiess er auf Position 24 vor. Im zweiten Lauf kam der 19-jährige Walliser aber nicht weit. «Ich bin wie ein Idiot gefahren», ärgerte er sich sich, «viel zu direkt.»

Ganz knapp scheiterten die mit hohen Nummern gestarteten Nidwaldner Reto Schmidiger und Markus Vogel. Junioren-Weltmeister Schmidiger, am Vortag noch Gewinner des Europacup-Slaloms in Oberjoch, verpasste mit Nummer 67 als 34. den Vorstoss in den zweiten Lauf nur um einen Zehntel. Vogel, mit der 51 gestartet, fehlten als 36. 0,15 Sekunden.

Grange mit zweitem Saisonsieg

Jean-Baptiste Grange fühlt sich in Kitzbühel besonders wohl. Am Ganslern-Hang hatte der Franzose bereits 2008 ein erstes Mal triumphiert. Nun triumphierte er 0,28 Sekunden vor Kostelic, der nach dem ersten Lauf noch geführt hatte. Grange lag bei Halbzeit auf Rang 4. «Der Hang ist immer vereist, das gefällt mir sehr gut», meinte der 26-Jährige nach seinem zweiten Saisonsieg, dem achten insgesamt. Im November hatte Grange schon den Slalom von Levi für sich entschieden. Der Franzose fährt schon fast wieder so stark wie vor seinem Kreuzbandriss, den er im Dezember 2009 erlitten und der ihm die Teilnahme an den Olympischen Spielen verbaut hat. Hinter Grange und Kostelic ging der 3. Platz an Giuliano Razzoli, der schon letzten Winter in Kitzbühel Dritter war. Danach wurde der Italiener Olympiasieger, seither aber stand er nie mehr auf dem Podium.

Resultate:
Weltcup-Slalom der Männer in Kitzbühel. Schlussklassement: 1. Jean-Baptiste Grange (Fr) 1:40,93. 2. Ivica Kostelic (Kro) 0,28 zurück. 3. Giuliano Razzoli (It) 0,69. 4. Marcel Hirscher (Ö) 0,90. 5. Reinfried Herbst (Ö) 1,01. 6. André Myhrer (Sd) 1,14. 7. Mattias Hargin (Sd) 1,30. 8. Mario Matt (Ö) 1,48. 9. Cristian Deville (It) 1,55. 10. Manfred Pranger (Ö) 1,63.

Ferner: 13. Silvan Zurbriggen (Sz) 1,95. 20. Marc Gini (Sz) 2,47. 27. Justin Murisier (Sz) 10,54 (ohne Weltcup-Punkte). - Nicht für den 2. Lauf der besten 30 qualifiziert: 34. Reto Schmidiger 2,27. 36. Markus Vogel 2,32. 45. Marc Berthod 2,85.

Weltcup-Kombination der Männer in Kitzbühel. Schlussklassement: 1. Kostelic. 2. Zurbriggen 1,93 zurück. 3. Romed Baumann (Ö) 6,67. Ferner: 8. Carlo Janka. 10. Beat Feuz. 14. Marc Gisin.

(Werner Eisenring, Kitzbühel/Si)

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