Weltcup-Slalom der Männer in Kitzbühel
Marcel Hirscher krönte sein 100. Weltcuprennen
publiziert: Sonntag, 27. Jan 2013 / 13:59 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 27. Jan 2013 / 16:57 Uhr
Der 23-jährige Österreicher Marcel Hirscher fuhr mit Laufbestzeit zu seinem bereits fünften Saisonsieg.
Der 23-jährige Österreicher Marcel Hirscher fuhr mit Laufbestzeit zu seinem bereits fünften Saisonsieg.

Marcel Hirscher tilgte eine weitere Lücke in seinem mittlerweile beeindruckenden Palmarès. Erstmals erreichte der Salzburger im Kitzbüheler Slalom das Podium - und er tat dies als triumphaler Sieger. Die Schweizer enttäuschten auch im Slalom.

Der Ganslernhang bebte wie schon lange nicht mehr. Marcel Hirscher beendete die lange Sieglosigkeit der Österreicher, die seit Manfred Pranger im Jahr 2005 nie mehr den Gewinner im Hahnenkamm-Slalom gestellt hatten. Auf ihren neuen Superstar war einmal mehr Verlass. Bei Halbzeit hatte Hirscher hinter den Italienern Stefano Gross und Giuliano Razzoli noch auf Position 3 gelegen. Die eisige Piste habe ihn etwas überrascht, bemerkte er dazu. "Zu wenig Grip" - heisst das im Jargon.

Doch im zweiten Durchgang war Hirscher nicht mehr zu halten. Mit Laufbestzeit legte er eine Marke vor, die für die Konkurrenz unerreichbar war. Olympiasieger Razzoli und auch Gross, der erstmals vor einem zweiten Lauf geführt hatte, fielen in die Ränge 4 und 11 zurück. Damit wurde nichts aus einem weiteren italienischen Erfolg in Kitzbühel, wo im Vorjahr Cristian Deville gewonnen hatte.

Hirscher siegte letztlich überlegen, mit 0,77 Sekunden Vorsprung auf den Deutschen Felix Neureuther, den Kitzbühel-Sieger von 2010. In seinem exakt 100. Weltcuprennen feierte der 23-Jährige Österreicher seinen 10. Sieg in einem Slalom, den 17. insgesamt. Beeindruckend ist auch seine Quote an Podiumsplätzen. 39 Mal stand er nunmehr schon auf dem Treppchen. Seit Beginn des Winters ist er dort ohnehin Dauergast. Im siebenten Slalom der Saison klassierte er sich zum siebenten Mal in den Top 3, viermal tat er dies als Sieger.

"Wer zu den Grossen gehören will, muss einmal hier gewonnen haben", war Hirscher die Erleichterung anzumerken. Bisher war er in Kitzbühel über zwei 4. Plätze nicht hinaus gekommen. "Jetzt steigt natürlich auch der Erwartungsdruck", sah er nach dem letzten Slalom vor der WM bereits in Richtung Schladming. "Fast acht Zehntel vor Felix, da weiss man aber auch, dass es passt, denn er ist auch in Topform."

Kostelic gewinnt und schimpft

Gewinner der Kombination, die vermutlich in dieser Form zum letzten Mal stattgefunden hat, wurde zum vierten Mal in Folge der Kroate Ivica Kostelic. 2014 soll es in Kitzbühel eine Super-Kombination geben, bestehend aus dem Super-G und einem Nacht-Slalom. Der Super-G würde aber wie bisher auch noch als eigenständiges Rennen zählen.

Abgesegnet ist dieser Plan allerdings noch nicht. Der österreichische Verband stellt sich weiter dagegen, und auch Kostelic ist, wenig überraschend, über dieses Vorhaben entrüstet: "Ich kann nicht glauben, dass man einen solch bedeutsamen Wettbewerb mit so grosser Geschichte zerstört." Die FIS braucht jedoch zwei Super-Kombinationen, um mit dieser Disziplin im Programm der Olympischen Spiele zu bleiben. Und wenn sich wie in der aktuellen Kitzbüheler Kombination nur noch zehn Fahrer im Schlussklassement finden, muss man sich schon Fragen stellen. Zehnter wurde übrigens Carlo Janka.

Die verpasste Chance der Schweizer

Im Slalom bot sich zwei Schweizern eine hervorragende Chance auf einen Spitzenplatz, doch weder der Nidwaldner Markus Vogel (9. nach dem ersten Lauf) noch der Bündner Marc Gini (19. bei Halbzeit) konnten die Ausgangslage nutzen. Vogel lag nach dem ersten Lauf der Spitze zeitlich so nahe wie noch nie in seiner Karriere. Er befand sich lediglich 0,59 Sekunden hinter dem führenden Gross. Doch im zweiten Durchgang scheiterte der Beckenrieder beim Versuch, sein bisheriges Bestresultat (Sechster war er im Dezember in Madonna) zu übertreffen. Nach einem schweren Fehler war alles vorbei. Vogel stieg noch zurück, doch der Rückstand betrug letztlich mehr als die erlaubten acht Prozent, womit es keine Weltcuppunkte mehr gab. Der Ärger bei Vogel war gross: "Wenn ich das Gefühl habe, noch etwas drauflegen zu müssen, funktioniert das einfach nie."

Ähnlich tönte es bei Marc Gini: "Schade. Ich bin die Übergänge zu direkt angefahren und musste dafür büssen." Nur 1,14 Sekunden hatte er im ersten Lauf mit Nummer 37 auf die Bestzeit verloren. Was möglich gewesen wäre, zeigte Benjamin Raich auf. Der Österreicher, der bei Halbzeit noch sechs Positionen hinter Gini gelegen hatte, verbesserte sich im zweiten Lauf vom 25. in den 5. Schlussrang. Am Donnerstag beim sehr gut besetzten FIS-Slalom in Westendorf war Gini Fünfter geworden. "Ich fühlte mich eigentlich die ganze Woche gut." Auch die Kniebeschwerden, die ihn schon die ganze Saison plagen, waren kaum ein Thema. Am Ende reichte es dem Bündner zum 23. Platz. Immerhin viermal hat er damit in dieser Saison schon gepunktet.

Der 20-jährige Walliser Ramon Zenhäusern, der zuletzt in Adelboden und Wengen mit den Rängen 22 und 21 bester Schweizer geworden war, schaffte diesmal mit der hohen Nummer 50 die Qualifikation für den zweiten Lauf nicht. Als 35. fehlten ihm 44 Hundertstel. Reto Schmidiger und Marc Berthod, beide noch später gestartet, schieden aus.

Resultate:
Kitzbühel (Ö). Weltcup-Slalom der Männer: 1. Marcel Hirscher (Ö) 1:44,34. 2. Felix Neureuther (De) 0,77 zurück. 3. Ivica Kostelic (Kro) 0,93. 4. Giuliano Razzoli (It) 1,01. 5. Benjamin Raich (Ö) 1,29. 6. Patrick Thaler (It) 1,42. 7. Fritz Dopfer (De) 1,46. 8. André Myhrer (Sd) 1,57. 9. Manfred Pranger (Ö) 1,58. 10. Jens Byggmark (Sd) 1,61. 11. Stefano Gross (It) 1,64. 12. Mattias Hargin (Sd) 1,66. 13. Markus Larsson (Sd) 1,68. 14. Michael Janyk (Ka) 1,81. 15. Alexis Pinturault (Fr) 1,93. Ferner: 23. Marc Gini (Sz) 3,32. 26. Markus Vogel (Sz) 11,22 (keine Weltcup-Punkte). - Ausgeschieden im 2. Lauf: Steve Missillier (Fr), Leif Kristian Haugen (No), Manuel Feller (Ö), Reinfried Herbst (Ö).

Kombination: 1. Kostelic. 2. Alexis Pinturault (Fr) 1,26 zurück. 3. Thomas Mermillod Blondin (Fr) 2,56. 4. Romed Baumann (Ö) 5,53. 5. Aksel Lund Svindal (No) 5,75. 6. Kjetil Jansrud (No) 5,83. Ferner: 10. Carlo Janka (Sz) 11,43.

 

(fest/Si)

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