Rieseslalom-Weltcup: Erneuter Sieg für Christian Mayer
Michael von Grüningen fuhr hinterher: Büchel (Li) erneut auf dem Podest
publiziert: Samstag, 11. Mrz 2000 / 16:52 Uhr / aktualisiert: Samstag, 11. Mrz 2000 / 17:22 Uhr

Hinterstoder (A)- Für Michael von Grünigen geht die Skisaison wohl ohne Sieg zu Ende. Beim Riesenslalom von Hinterstoder wurde der Berner Oberländer als 14. lediglich drittbester Schweizer. Bemerkenswert war die Rückkehr von Urs Kälin, der 9. wurde. Sieger wurde in Hinterstoder erneut Christian Mayer vor dem Liechtensteiner Urs Büchel .

Si. Regen und Wind machten den Weltcup-Riesenslalom von Hinterstoder zu einer besonders garstigen Angelegenheit, doch für die Österreicher, ob Zuschauer oder Rennfahrer, war es eine ganz heitere Sache: Christian Mayer holte sich 0,91 Sekunden vor dem Liechtensteiner Marco Büchel den Sieg, und Hermann Maier (3.) steht schon vor dem Saison-Finale in Bormio zum zweiten Mal nach 1998 als Weltcup-Gesamtsieger fest. Michael von Grünigen (14.) wurde vom Winde verweht, aber dafür gelang Urs Kälin mit Rang 9 endlich wieder einmal ein gutes Ergebnis.

Michael von Grünigen erlebte nur drei Tage nach Kranjska Gora, wo er sich stark erkältet mit Rang 8 hatte abfinden müssen, eine weitere Enttäuschung: Im ersten Lauf war er bei speziell starkem Wind über die Piste geschickt worden, womit sich der 10. Zwischenrang noch erklärte. «Schade, dass der Riesenslalom-Weltcup unter solchen Umständen entschieden wird», ärgerte sich von Grünigen da. Im zweiten Durchgang indes regnete es für alle in etwa gleich stark, und trotzdem fiel der Berner Oberländer noch um vier Ränge zurück.

Bitterer Moment für MvG
Den Riesenslalom-Weltcup kann von Grünigen zwar theoretisch noch immer verteidigen. Vor dem letzten Rennen in Bormio liegt er aber nun 94 Punkten hinter Maier und auch 11 hinter Mayer. Illusionen macht er sich deshalb keine mehr: «Andere waren halt schneller. Was will ich da noch sagen. Es war nicht meine Saison.» Von Grünigen machte einen der bitteren Momente seiner bisher so glanzvollen Karriere durch. In seinem ersten Frust sprach er sogar davon, dass er nicht sicher sei, ob er überhaupt noch einen weiteren Winter anhängen werde. Und vielleicht versucht er es nächsten Winter ja mit anderem Material, denn die Probleme mit seinem Rossignol-Skiern sind seit geraumer Zeit unverkennbar. Dazu mag er sich aber weiter nicht äussern. Nur soviel: Kontakte mit der Firma Fischer, mit der unter anderen in Verbindung gebracht worden ist, hätten bisher keine bestanden.

Ein anderer aus dem Schweizer Team hatte dafür uneingeschränkt Grund zur Freude: Urs Kälin, inzwischen schon 34 Jahre alt, kehrte auf der Hinterstoder Bärenalm den Kämpfer heraus, der er schon immer war. Als Neunter realisierte er nicht nur sein bestes Saisonergebnis (bisher war dies Rang 17), er schaffte auch erstmals seit dem Saison-Finale von 1998 in Crans-Montana (dort war er ebenfalls Neunter) wieder einen Platz in den Top 10. «Das ist sensationell», jubelte Kälin, um gleich danach abzuschwächen: «... na ja, sensationell sind Ränge ganz vorne, aber für mich ist das halt trotzdem ein riesiger Erfolg. Damit kann ich auch definitiv beim Weltcup-Finale in Bormio starten.» Für ihn war aber schon vor Hinterstoder klar, dass er noch eine weitere Saison anhängen wird.

Marco Büchels Planung
Wind und Regen machten für viele das Rennen zu einer Lotterie, aber ganz an der Spitze standen mit Christian Mayer und Marco Büchel erneut zwei, die schon in Kranjska Gora auf dem Podest standen. «Es war im ersten Lauf an der Grenze, aber insgesamt sicher vertretbar», urteilte Marco Büchel, der ja bekanntlich voll in die Schweizer Trainingsgemeinschaft integriert ist. Der WM- Zweite von 1999 realisierte nach zwei 3. Rängen mit Platz 2 auch im Weltcup sein bisher bestes Ergebnis. «Einen Moment lang dachte ich sogar, ich könnte heute ein erstes Mal gewinnen», meinte Marco Büchel, «aber nun habe ich dies eben weiter in der Planung. Wenn nicht diese, dann die nächste Saison.»
Saalbach und Kranjska Gora seinen dritten Sieg in diesem Winter und den insgesamt siebenten seiner Karriere errang: «Es war schwierig, aber sicher regulär, und dank den weit mehr als 10 000 Zuschauern sicher auch eines der besten Rennen im Weltcup überhaupt.»

Hermann Maier Weltcup-Gesamtsieger
Hermann Maier (27) wartet seit dem 5. Februar (dem Riesenslalom von Todtnau) auf seinen nächsten Sieg und war dennoch der wohl grösste Gewinner von Hinterstoder: Im Gesamt-Weltcup ist er vom Norweger Kjetil André Aamodt, der im zweiten Lauf ausschied, auch rechnerisch nicht mehr einzuholen. Damit tritt er defintiv die Nachfolge von Lasse Kjus an. «Dass dies ausgerechnet in Hinterstoder möglich wurde, ist etwas ganz Spezielles für mich», freute sich der Salzburger. Hier in Oberösterreich, beim bisher letzten Weltcuprennen in Hinterstoder, hat der Herminator am 10. Februar 1996 (Michael von Grünigen siegte in jenem Rennen vor Urs Kälin) als bereits 23-Jähriger sein allererstes Weltcuprennen bestritten: «26. war ich, und ich kann mich noch erinnern, dass es schon damals Tausende von Zuschauern hatte. Aber mich hat da noch keiner gekannt.» Das hat er eindruckvsvoll korrigiert.

Jetzt, nur vier Jahre später, ist er schon Doppel-Olympiasieger, Doppel-Weltmeister, Doppel-Weltcup-Gesamsieger und österreichischer Rekord-Weltcupsieger (27 Erfolge). Dennoch verbleiben selbst ihm noch weitere Ziele: In Bormio kann er die magische 2000-Punkte- Marke knacken. Bei 1820 ist er schon angelangt. «Wichtiger als das sind mir aber die beiden Kugeln, die ich noch in der Abfahrt und im Riesenslalom holen kann. Das wird für mich in Bormio eindeutig im Vordergrund stehen», umreisst Maier, was für ihn Ende Saison Priorität haben wird.

(ba/sda)

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