Nach dem ersten Tag als Weltmeister
publiziert: Samstag, 10. Feb 2007 / 00:02 Uhr

So überzeugend wie er durch die 34 Abfahrts- und 60 Slalom-Tore flitzte, so souverän absolvierte Daniel Albrecht den Weltmeister-«Marathon» nach dem Rennen: cool, schlagfertig und mit Schalk - als typischer Repräsentant der neuen Schweizer Ski-Generation.

Weltmeister Daniel Albrecht mit der Goldmedaille.
Weltmeister Daniel Albrecht mit der Goldmedaille.
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Erst brauchte es eine gewisse Zeit, bis er merkte, dass er überhaupt Weltmeister war: «Am Ziel traute ich lange Zeit meinen Augen nicht, als die 1 aufleuchtete. Es war alles so unwirklich. Ich wollte nicht zu früh jubeln, ich musste mir zuerst darüber klar werden, was da alles abging.»

Auch an der Medienkonferenz wollten die Journalisten langezeit nichts vom ihm wissen. Er sass da, und die Fragen gingen an die andern, an Marc Berthod und an Benjamin Raich. Schliesslich weilte er, der im Weltcup noch nie unter den ersten Drei klassiert war, erstmals an einer Medienkonferenz. Und da fragt man eben zuerst den Dritten, dann den Zweiten und erst am Schluss den Sieger.

(K)ein Titel zum «Nulltarif»

«Erst als man mir bei der Siegerehrung die Medaille umhängte, nahm ich erstmals bewusst wahr, dass ich Weltmeister bin», schildert Albrecht die emotionalsten Stunden seiner jungen Karriere. Eben hatte er Pirmin Zurbriggen, den letzten Schweizer Kombinationsweltmeister aus dem Jahr 1985, abgelöst. Und auch familienintern gleichgezogen: Martin Albrecht, sein Vater, war vor genau 30 Jahren Weltmeister im Skibob.

Martin Albrechts WM-Titel verursachte damals mehr Spesen als Einnahmen, und auch die Goldmedaille von Albrecht jun. besitzt primär nur ideellen Wert. Im Gegensatz zu Weltcuprennen gibt es für WM-Events keine Prämien. Marc Berthod kassierte bisher 109 445 Franken, Albrecht «nur» 16 518 Franken. Ob es nicht wurme, fragte ihn einer, dass er nur bei den «billigen» Rennen gewinne. «Ich fahre ja nicht fürs Geld, sondern aus Freude», konterte Albrecht.

Darben muss er beileibe nicht. Ein WM-Titel ist, Ausrüster und alle Sponsoren zusammengezählt, einen satten, sechsstelligen Betrag wert. Giusep Fry, sein Manager, gilt als einer der gewieftesten seiner Branche. In allen Verträgen wirft WM-Gold einen Sonderbonus ab. «Dafür», so Albrecht, «habe ich ja einen Manager».

Giusep Fry gehört zum Umfeld, das Albrecht den Rücken frei hält, damit er sich voll auf den Rennsport konzentrieren kann. «Diese Leute», sagt Albrecht, «sind für mich sehr wichtig, meine Eltern (Martin und Beatrice), Mischi (Burgener, sein Physio und »Chauffeur«), Steff (Viehhofer, sein Servicemann), Trainer Sepp Brunner und Giusep».

Markenwechsel mit Hindernissen

Fry achtet sorgfältig darauf, dass im kommerziellen und administrativen Bereich nichts schief läuft. Und er ebnete Albrecht den Weg, damit dieser mit konkurrenzfähigem Material in die WM-Saison steigen konnte. Weil Albrecht ins A-Kader promovierte, hätte er gemäss Pool-Reglement die Skimarke gar nicht wechseln dürfen.

Sepp Brunner, der sich als Trainer eigentlich gar nicht übers Material äussern dürfte, lieferte einen schriftlichen Rapport ab, der letztlich für den Umstieg von Nordica zu Atomic den Ausschlag gab. «Wenn man noch keinen Namen hat», so Albrecht, «ist man in solchen Angelegenheiten praktisch chancenlos».

Nicht schweigen wollte er zur vorenthaltenen Qualifikationschance im Super-G: «Einen Trainer-Entscheid hätte ich akzeptiert, aber mit der Art und Weise, wie die Selektion verschoben wurde, konnte ich mich nicht abfinden. Das hat auch meine Vorbereitungen für die Slaloms in Kitzbühel gestört».

Selbst in Are konnte er sich, als er sah, dass ihm der Super-G auf den Leib geschrieben war, eine spitze Bemerkungen nicht verkneifen. «Wenn ihr mich hättet fahren lassen», flachste er in der Gondel mit seinen Trainern, «hättet ihr vielleicht schon zwei Goldmedaillen...».

So visiert Albrecht halt im Riesenslalom und Slalom weitere Medaillen an. Noch 29 Weltranglistenpunkte fehlen ihm (auf den Benchmark von 400 Zähler), dann kann er in beiden Disziplinen unmittelbar nach der ersten Gruppe starten. Aber lange dauert es ohnehin nicht, dann ist er in der ersten Gruppe. Oder an deren Spitze?

(Von Richard Hegglin, Are/Si)

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