Pranger rettet Österreichs Ski-Männer
publiziert: Sonntag, 15. Feb 2009 / 11:27 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 15. Feb 2009 / 15:15 Uhr

Manfred Pranger sicherte sich die letzte Goldmedaille der 40. alpinen Ski-Weltmeisterschaften. Der 31-jährige Österreicher triumphierte im Slalom in Val d'Isère vor Julien Lizeroux (Fr) und Michael Janyk (Ka).

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Als bester Schweizer klassierte sich auf dem «Eishang Bellevarde» der für Moldawien startende Bündner Urs Imboden im 9. Rang. Vom Swiss-Ski-Quartett scheint im Schlussklassement einzig Sandro Viletta auf. Der 23-jährige Bündner verbesserte sich im zweiten Lauf um zehn Positionen auf den 13. Platz.

Neben Viletta hatte sich einzig Silvan Zurbriggen (27) als Zwölfter für den Finaldurchgang qualifiziert. In diesem fiel der Walliser, der in dieser Saison im Slalom schon einmal Vierter (Levi) und Fünfter (Schladming) war, noch vor der ersten Zwischenzeit aus. Marc Berthod (out nach 20 Fahrsekunden) und Marc Gini (Einfädler nach nur sechs Sekunden) schieden bereits im ersten Lauf wie 37 weitere der insgesamt 75 gestarteten Fahrer aus.

Lizeroux einziger korrekter Verfolger

Nach dem ersten Lauf hatte Manfred Pranger mit vier Hundertsteln Vorsprung vor dem schwedischen Überraschungsmann Johan Brolenius geführt. Dahinter lauerten Jean-Baptiste Grange, Lizeroux, Ted Ligety und Manfred Mölgg mit Rückständen von unter einer Sekunde auf den späteren Sieger. Neben Pranger sollte allerdings von den Top 8 des ersten Laufs schliesslich nur noch Lizeroux das Ziel auf korrektem Weg erreichen.

«Ich habe mitbekommen, dass alle anderen ausgeschieden sind. Ich bin dann auf Sicherheit gefahren, ich wollte ganz einfach ins Ziel kommen und irgendwie eine Medaille gewinnen. Dass es nun sogar zu Gold gereicht hat, ist wunderschön», so der überglückliche Pranger. Für den Tiroler, der im Januar mit Topplatzierungen in Adelboden (2.), Wengen (1.), Schladming (2.) und Garmisch (4.) überzeugt hat, wars die erste Medaille an einem Grossanlass. Pranger sorgte im letzten WM-Rennen auch für die erst zweite Medaille in Val d'Isère für das vom Erfolg verwöhnte OSV-Männerteam.

Rest-Österreich mit Schiffbruch

Ausser Pranger erlitt die österreichische «Slalom-Armada» allerdings bereits im ersten - pikanterweise vom österreichischen Techniktrainer Christian Höflehner ausgeflaggten - Lauf Schiffbruch. Von den fünf gestarteten Österreichern, denen im Vorfeld allen gute Medaillenchancen eingeräumt wurden, schieden der zweifache Saisonsieger Reinfried Herbst (nach nur drei Toren!), der Titelverteidiger Mario Matt sowie das Riesentalent Marcel Hirscher schon am Morgen aus. Benjamin Raich reihte sich zwar als Siebenter, mit allerdings bereits 1,5 Sekunden Rückstand auf seinen Tiroler Teamkollegen, ein. Im zweiten Lauf erwischte es dann auch den WM-Zweiten im Riesenslalom.

Julien Lizeroux, dem Sieger des Slaloms von Kitzbühel, fehlten 0,31 Sekunden zum Goldgewinn. Für den 29-jährigen Franzosen gabs in seiner Spezialdisziplin nach dem 2. Platz in der Super-Kombination die zweite Silbermedaille vor dem begeisterten Heimpublikum in Savoyen.

Die grösste Überraschung auf dem Podest war der drittklassierte Kanadier Michael Janyk. Der 26-Jährige aus Whistler war in diesem Winter im Slalom nicht über einen 8. Platz (in Wengen) hinausgekommen. Im Weltcup war Janyk erst einmal auf dem Podest gestanden: als Zweiter am 3. Dezember 2006 im Slalom in Beaver Creek (USA).

Resultate:
Val d'Isère. WM-Slalom der Männer. Schlussklassement: 1. Manfred Pranger (Ö) 1:44,17. 2. Julien Lizeroux (Fr) 0,31 zurück. 3. Michael Janyk (Ka) 1,53. 4. Felix Neureuther (De) 1,72. 5. Mattias Hargin (Sd) 2,06. 6. Steve Missillier (Fr) 2,29. 7. Patrick Thaler (It) 2,37. 8. Krystof Kryzl (Tsch) 2,40. 9. Urs Imboden (Mold) 2,55. 10. Jimmy Cochran (USA) 2,66. 11. Lars Myhre (No) 3,29. 12. Alexander Horoschilow (Russ) 3,78. 13. Sandro Viletta (Sz) 4,79. 14. Natko Zrncic-Dim (Kro) 5,44. 15. Stepan Sujew (Russ) 6,60.

Ausgeschieden (u.a.): Silvan Zurbriggen (Sz), Jens Byggmark (Sd), Benjamin Raich (Ö), Manfred Mölgg (It), Ted Ligety (USA), Jean-Baptiste Grange (Fr), Johan Brolenius (Sd) im 2. Lauf; Marc Gini und Marc Berthod im 1. Lauf.

(ht/Si)

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