Junior-WM in Crans-Montana
Schweizer Ski-Nachwuchs erfolgreicher denn je
publiziert: Donnerstag, 3. Feb 2011 / 16:57 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 3. Feb 2011 / 23:50 Uhr
Wendy Holdener.
Wendy Holdener.

So erfolgreich war der Schweizer Nachwuchs an Junioren-Weltmeisterschaften noch nie. In der Kombination gelang den Juniorinnen, angeführt von Wendy Holdener, ein dreifacher Erfolg, Reto Schmidiger und Justin Murisier ein doppelter.

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Crans-Montana ist ab sofort nicht mehr nur das Synonym für die erfolgreichste WM der «Grossen» mit phänomenalen 14 Medaillen. 24 Jahre später stellte auf dem Walliser Hochplateau auch der Nachwuchs einen Rekord auf. Mit den fünf Medaillen in der Kombination aus Slalom, Riesenslalom und Abfahrt hat das Swiss-Ski-Team die Bestmarke der vorletzten Heim-Junioren-WM 1996 auf dem Hoch-Ybrig schon vor den abschliessenden Super-G übertroffen. Damals holten Ambrosi Hoffmann, Didier Défago, Silvano Beltrametti und Sylviane Berthod acht Medaillen.

Holdeners tolle Bilanz

In Crans-Montana stand schon neun Mal ein Schweizer oder eine Schweizerin auf dem Podest. Die 17-jährige Schwyzerin Wendy Holdener, die 18-jährige Freiburgerin Andrea Thürler und die 19-jährige Berner Oberländerin Joana Hählen räumten gestern einen ganzen Medaillensatz ab. Im Slalom verpasste Holdener das Podium als Vierte um 0,76 Sekunden. «Ich wollte angreifen, fuhr aber zu defensiv», sagte sie. Die Gedanken an den Titel auf dem Serviertablett liessen sich eben doch nicht ganz ausblenden.

Holdener reiste noch gestern Abend nach Zwiesel weiter, wo sie heute den Weltcup-Slalom bestreiten wird. Sie verliess Crans-Montana mit einer eindrücklichen Bilanz: Gold in der Kombination, Silber in der Abfahrt, Bronze im Riesenslalom - und «Leder» im Slalom. «Die Medaillen im Riesenslalom und in der Abfahrt bedeuten mir mehr als der Titel», sagte die erfolgreichste Teilnehmerin. Für den Nachwuchs hat die Kombination einen geringeren Stellenwert als die Einzeldisziplinen. Der anwesende Frauen-Cheftrainer Mauro Pini sagte dazu nur: «Medaille ist Medaille.»

Schmidigers Kalkül, Murisiers Ärger

Der zweite Doppelerfolg des ungleichen Duos Reto Schmidiger und Justin Murisier drei Tage nach dem Slalom war schon fast erwartet worden. Schmidiger entschied die Kombination aus Slalom, Riesenslalom und Abfahrt souverän für sich. Ihm reichte ein 29. Rang, weil Murisier in der Abfahrt zu viel riskierte und nur 28. wurde. «Ich wusste, dass ich in der Abfahrt nichts reissen kann und konzentrierte mich deshalb darauf, meinen Punktevorsprung aus den technischen Disziplinen ins Ziel zu bringen», sagte Schmidiger.

Schmidiger wusste beim Start längst vom grossen Zeitverlust seines Teamkollegen. Murisier fuhr nach dem ersten Sprung viel zu direkt, rammte ein Tor und verlor sämtlichen Speed. Der Fehler kostete ihn gut zwei Sekunden. «Justin wird viel daraus lernen», sagte Ex-Weltmeister und Europacup-Trainer Franz Heinzer. Im unteren Teil bewies der Unterwalliser, dass auch eine Abfahrtsmedaille möglich gewesen wäre. «Die Silbermedaille tröstet mich nicht darüber hinweg, die Kombination ist nicht wichtig für mich», sagte ein bitter enttäuschter Murisier. Mit der Wut im Bauch nimmt er heute im Super-G noch einmal Anlauf.

Wie Albrecht und Feuz

Reto Schmidiger wird dann schon zu Hause in Hergiswil sein, wo er am Sonntag gefeiert wird. Schmidiger ist nach Daniel Albrecht und Beat Feuz erst der dritte Schweizer, der sich dreifacher Junioren-Weltmeister nennen darf. Rekordhalter Benjamin Raich errang zwischen 1996 und 1998 sogar fünf Titel. «Dass ich zwei der Goldmedaillen hier vor eigenem Publikum gewonnen habe, ist speziell schön», sagte Schmidiger. Wie Muriser darf er auch im nächsten Winter noch bei den Junioren starten.

Die beiden Allround-Talente könnten als Zugpferde einer neuen Generation eine ähnliche Rolle übernehmen wie Daniel Albrecht und Marc Berthod nach der mit fünf Titeln und sieben Medaillen ebenfalls sehr erfolgreichen Junioren-WM 2003. Murisier ist der wilde Draufgänger, Schmidiger der sanfte Teamplayer, der wie in der gestrigen Abfahrt auch einmal taktisch fährt. Der Weg ganz nach oben bleibt allerdings ein weiter. «Als Junioren-Weltmeister hat man vielleicht die Hälfte hinter sich», sagte Franz Heinzer.

(bert/Si)

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