Swiss-Ski kann einiges zugetraut werden
Schweizer Zuversicht dem Weltcup zum Trotz
publiziert: Donnerstag, 29. Jan 2015 / 10:19 Uhr
Lara Gut bringt zwei Siege mit.
Lara Gut bringt zwei Siege mit.

Die Zwischenbilanz der Schweizer Alpinen in diesem Weltcup-Winter fällt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, bescheiden aus. Gleichwohl darf der Delegation von Swiss-Ski an den Weltmeisterschaften in Vail/Beaver Creek im US-Bundesstaat Colorado einiges zugetraut werden.

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Das Slalom-Nachtspektakel am Dienstag in Schladming war der 45. Rennen in der laufenden Weltcup-Saison. Zwei Siege von Lara Gut, einer von Carlo Janka, dazu zwei zweite Ränge von Beat Feuz und dritte Plätze durch Janka und Wendy Holdener - das wars auch schon mit Schweizer Klassierungen unter den ersten drei. Lediglich in jedem 15. Rennen ein Schweizer Sieg - ein Leistungsausweis, der die Erwartungshaltung vor einem Grossanlass im Normalfall auf tiefem Niveau hält. Doch Beaver Creek ist nicht die Normalität für die Alpinen von Swiss-Ski. In der mondänen Station fühlen sie sich über Gebühr wohl, hier sagen den meisten die Beschaffenheit des (aggressiven) Schnees und das Gelände zu.

Wenn sich im Schweizer Lager Optimismus breit macht, gilt dies mit Ausnahme von Wendy Holdener im Slalom ausschliesslich für den Speed-Bereich. Abfahrt und Super-G sind die Disziplinen, in denen es die helvetischen Athleten richten und dafür sorgen müssen, dass die zuversichtlichen Wortmeldungen keine Lippenbekenntnisse sein werden. Die berechtigte Hoffnung ist durch Ergebnisse in Beaver Creek belegt. Am Berg, an dem neben der für die WM 1999 erstellten Männer-Piste «Birds of Prey» auf die diesjährigen Titelkämpfe hin die Frauen-Strecke «Raptor» gebaut worden ist, haben die Vertreter von Swiss-Ski in den vergangenen Jahren meist für Erfolgsmeldungen gesorgt.

Breit abgestütztes Speed-Team

Janka ist nach seinem historischen Triple, als er im Dezember 2009 innert drei Tagen Super-Kombination, Abfahrt und Riesenslalom für sich entschieden hatte, in Beaver Creek nicht mehr auf dem Podium gestanden. Die Rolle des Dominators wird für den Bündner aller Voraussicht nach trotz überstandener gesundheitlicher Probleme und hinter sich gelassener Irritationen im Materialsektor der Vergangenheit angehören. Auf der «Birds of Prey» wird mit ihm in den kommenden Tagen aber zu rechnen sein. Janka, der auch im Riesenslalom antritt, bieten sich in Abfahrt, Super-G und Super-Kombination gleich drei Möglichkeiten, um sich auch auf der WM-Bühne wieder zu profilieren.

Janka weiss eine starke, kompakte Gruppe um sich. Im Speed-Bereich ist Swiss-Ski bei den Männern breit abgestützt - bei einer Grossveranstaltung im Besonderen ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Beat Feuz, Patrick Küng und Didier Défago - wie der Obersaxer schon Gewinner der Lauberhorn-Abfahrt - dazu der sich in den schnellen Disziplinen immer besser zurechtfindende Sandro Viletta. Wie Janka hat auch dieses Quartett in Beaver Creek den Sprung auf die oberste oder zweitoberste Stufe des Podests schon geschafft.

In der zweiten WM-Woche, wenn die technischen Wettbewerbe im Programm stehen, werden sich die Erwartungen aus Schweizer Sicht für die Männer-Rennen auf deutlich niedrigerer Stufe bewegen. In Riesenslalom und Slalom kommen den Startern von Swiss-Ski lediglich Nebenrollen zu. Vorab für die jüngeren Fahrer werden nicht Top-Klassierungen, sondern das Sammeln von Erfahrung und die Verbesserung in den FIS-Punkte-Listen im Vordergrund stehen. Aus diesem Grund hat der Verband auch Talente nach Colorado entsandt, die die Selektionskriterien nicht vollumfänglich erfüllt haben.

Gut, Suter, Holdener

Bei den Frauen ruhen die grössten Schweizer Hoffnungen selbstredend auf Lara Gut. Die Tessinerin sieht sich trotz gelegentlicher Rückschläge auf einem guten Weg. Zurecht, denn wer sowohl in Abfahrt und Super-G in diesem Winter schon gewonnen und in der vergangenen Saison bei der WM-Hauptprobe beide Speed-Rennen für sich entschieden hat, darf sich zu den Fahrerinnen mit berechtigten Ambitionen auf Medaillengewinne zählen. In sehr guter Form hat sich zuletzt auch Fabienne Suter präsentiert, obwohl sich dies nicht wie gewünscht in Ergebnissen niedergeschlagen hat. Vermag die Schwyzerin ihr zweifellos grosses Potenzial abzurufen, ist ihr in Abfahrt und Super-G (fast) alles zuzutrauen.

Im Riesenslalom sieht es weit weniger rosig aus als noch im letzten Winter. Lara Gut sieht sich trotz intensivsten Bemühungen in den vergangenen zwei Monaten mit Schwierigkeiten konfrontiert, die verletzte Dominique Gisin wird mit allergrösster Wahrscheinlichkeit nicht mit von der Partie sein. Und selbst im Falle einer «Wunderheilung» wäre es äusserst fraglich, ob die Abfahrts-Olympiasiegerin ihr gewohntes Leistungsvermögen erreichen würde.

Weit optimistischer blickt die Slalom-Fraktion der Schweizerinnen ihrem Einsatz in Beaver Creek entgegen. Wendy Holdener hat im Weltcup zuletzt mit den Rängen 3 in Kühtai und 4 in Flachau aufgezeigt, dass sie den Anschluss an die Weltspitze wieder vollzogen hat. Auf gutem Weg in diesen erlesenen Kreis befindet sich auch Michelle Gisin.

(nir/sda)

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