Alpine Skifeste
Schweizer am Chuenisbärgli erneut nur in Nebenrollen?
publiziert: Donnerstag, 8. Jan 2015 / 18:11 Uhr
Bald geht es los. (Archivbild)
Bald geht es los. (Archivbild)

Zehntausende Zuschauer werden in den nächsten zehn Tagen in Adelboden und Wengen für alpine Skifeste sorgen. Während die Swiss-Ski-Elite am Lauberhorn regelmässig Erfolge einfuhr, resultierte für die Einheimischen zuletzt am Chuenisbärgli wenig Zählbares.

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Der letzte Schweizer Sieger in Adelboden hiess Marc Berthod, der 2008 den Riesenslalom und 2007 den Slalom gewann. Der in der Zwischenzeit zum Speedfahrer mutierte Bündner hat sich vor zehn Tagen im Super-G-Training in Santa Caterina eine schwere Knieverletzung zugezogen. Seit Berthods zweitem Triumph gab es nur noch eine einzige Schweizer Top-5-Platzierung, als Sandro Viletta im Riesenslalom Vierter wurde (2009). In den letzten drei Jahren scheiterten die Einheimischen schon beim Versuch, sich in den ersten zehn zu behaupten.

Der Kampf geht weiter

«Die Resultate der letzten Jahre in Adelboden interessieren mich nicht», sagt zwar Thomas Stauffer, seit Frühling 2014 Cheftrainer des Männerteams. Doch der Berner Oberländer gibt zu, dass «wir auch in diesem Jahr zu kämpfen haben werden». Man sei in beiden Disziplinen nicht so gut aufgestellt, wie man sich das erhoffen würde, so Stauffer.

«Wir kämpfen immer noch mit den hohen Startnummern, wohl gerade auch an diesem Wochenende wieder. Die eher hohen Temperaturen machen es für die spät startenden Fahrer noch schwieriger.» Stauffer spricht von Adelboden und Wengen als «immer guten Rennen mit vielen Zuschauern, Klassiker eben. Doch für uns Schweizer ist der Rummel hier jeweils viel grösser als sonst. Es bleibt weniger Zeit, sich auf den Sport zu konzentrieren.»

An Podestplatzierungen seiner Fahrer mag Stauffer («Es wäre schon 'gäbig', wenn wir vorne weg einen Fahrer wie Ligety hätten») kaum denken. Dazu bräuchte es «unheimlich viel», seien doch Topfahrer wie Hirscher, Ligety und Neureuther fast nicht zu schlagen. Im Angesicht der besten Saisonresultate seiner Techniker - 7. Platz von Carlo Janka im Riesenslalom von Beaver Creek, zwei 10. Plätze von Slalom-Spezialist Daniel Yule - sind Stauffers Zielsetzungen für die Heimrennen am Chuenisbärgli deutlich bescheidener: «Schön wäre, wenn wir einen, zwei Fahrer mehr als sonst im zweiten Lauf hätten.»

Lehmann: «Gute Ansätze»

Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann spricht von Adelboden und Wengen als den «grossen Highlights aus Schweizer Sicht». Diese seien höchst wichtig für den Schweizer Skisport, so der Aargauer. «Die Heimrennen wecken auch bei mir eine Erwartungshaltung. Ich erwarte von den Athleten, dass sie ihr Potenzial abrufen. Noch besser wäre, wenn sie darüber hinauswachsen könnten.» Einem Yule, sagt Lehmann, traue er zu, dass er bald einmal in die ersten fünf fahre.

Doch letztlich sind auch Lehmanns Aussagen von Realismus geprägt. «Im Riesenslalom wie im Slalom darf man sicher keine Schweizer Siege erwarten. Zwei, drei Top-Ten-Klassierungen wären in Adelboden schon gut.» Dem Exweltmeister an der Verbandsspitze ist das Gesamtbild wichtiger. «Dass man sieht, dass die junge Generation näher an die Spitze herankommt. Mir wäre es lieber, wenn sich vier der Jungen für den zweiten Lauf qualifizieren als wenn nur einer weiterkommt, der dann Siebter oder Achter wird.»

Lehmann sieht die junge Swiss-Ski-Truppe in den beiden technischen Disziplinen auf dem richtigen Weg. Aber: «Es geht halt mit dem Aufbau der Jungen nicht von heute auf morgen, wenn man ein Loch hat oder etwas suboptimal gemacht hat.» Gerade im Riesenslalom sei in der Vergangenheit «sicher nicht immer das Beste gemacht worden. Dazu kam der Generationenwechsel. Nun sind gute Ansätze sichtbar, doch man muss den Jungen noch ein, zwei Jahre Zeit geben.»

WM-Tickets auf dem Spiel

Der «Riesen» am Chuenisbärgli ist das letzte Rennen in dieser Disziplin vor der WM im Februar in Beaver Creek. Einzig Janka und Gino Caviezel haben bisher das Ticket in die USA in der Tasche. Mit einer zweiten Top-15-Klassierung in Adelboden könnten Justin Murisier und Elia Zurbriggen das Bündner Duo begleiten. Die anderen Swiss-Ski-Youngster benötigten gar eine Platzierung in den ersten sieben.

Im Slalom hat bisher erst ein Schweizer die WM-Teilnahme auf sicher: der Walliser Yule, der in allen vier Slaloms des Winters gepunktet hat. In dieser Disziplin stehen allerdings nach Adelboden noch die Rennen in Wengen, Kitzbühel und Schladming an, in denen sich die Fahrer den WM-Selektionären empfehlen können.

Hirscher zweimal Topfavorit

Die Rolle des Topfavoriten kommt am Chuenisbärgli in beiden Rennen dem gleichen Fahrer zu: Marcel Hirscher. Der dreifache Gesamtweltcup-Sieger aus Österreich gewann in Adelboden zuletzt dreimal in Serie den Slalom und 2012 auch den Riesenslalom. Auch aktuell befindet sich Hirscher in glänzender Form.

Er reist mit bereits fünf Saisonsiegen und als Führender im Gesamtweltcup ins Berner Oberland. «Cool, dass es in Adelboden weitergeht. Das ist der erfolgreichste Weltcup-Ort für mich, dort bin ich noch immer gut gefahren», sagte Hirscher nach seinem Triumph in Zagreb. Für seine Gegner müssen sich solche Worte (fast) wie eine Drohung anhören.

Programm:
Weltcup. Adelboden. Samstag, 10. Januar: Riesenslalom (Start 1. Lauf 10.30 Uhr/2. Lauf 13.30). - Sonntag, 11. Januar: Slalom (1. Lauf 10.00 Uhr/2. Lauf 13.00).

Wengen. Mittwoch, 14. Januar: Erstes Abfahrtstraining. - Donnerstag, 15. Januar: Abschlusstraining. - Freitag, 16. Januar: Super-Kombination (Start Abfahrt 10.30 Uhr/Slalom 14.00 Uhr). - Samstag, 17. Januar: Lauberhorn-Abfahrt (12.30 Uhr). - Sonntag, 18. Januar: Slalom (1. Lauf 10.00 Uhr/2. Lauf 13.00).

(awe/Si)

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