Ski alpin: 46. Podest und 4. Kugel für MvG
publiziert: Sonntag, 16. Mrz 2003 / 16:21 Uhr

(Si) Michael von Grünigen feierte in Hafjell in seinem 112. Riesenslalom einen Weltcup-Abschied nach Mass und sicherte sich mit seinem 46. Podestplatz die vierte Kristallkugel. Silvan Zurbriggen (6.) verfehlte im Slalom das Podest nur um 0,45 Sekunden.

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"Im Slalom gibt es nur Top oder Flop und dazwischen nichts", sagte Zurbriggen zwischen beiden Läufen, "ich werde nochmals voll angreifen." Das tat er und verbesserte sich mit der viertbesten Laufzeit vom 11. auf den 6. Rang, dem besten Weltcup-Resultat seiner ganzen Karriere. Nur an den WM in St. Moritz, wo er hinter Ivica Kostelic die Silbermedaille errang, war er noch besser. Im Weltcup war der 7. Rang von Kitzbühel sein bisher bestes Ergebnis gewesen.

Zurbriggen auf dem Weg zum Allrounder

"Es war eine grossartige Saison", zog der 21-jährige Walliser Bilanz. Nach zwei 13. Plätzen in den ersten drei Rennen folgten zwei Ausfälle, als im Slalom-Team Feuer im Dach war, dann der Exploit von Kitzbühel, die sensationelle WM und nun ein phantastischer Abschluss, mit dem er seinen Platz in der ersten Gruppe (als Nummer 10 der Welt!) festigte. "In der nächsten Saison werde ich die Einsätze etwas breiter fächern", kündigt Zurbriggen an. Der ehrgeizige, zielbewusste junge Mann aus Brig-Ried wird auch noch in andern Disziplinen für Furore sorgen. Der zweite Newcomer, Junioren-Weltmeister Marc Berthod, schied nach gutem ersten Lauf (21.) aus und vergab damit seine möglichen ersten Weltcuppunkte.

Der Riesenslalom stand ganz im Zeichen von Michael von Grünigen. Seine Ausgangslage war bei einem Vorsprung von 97 Punkten komfortabel, aber auch delikat. "Ich war nervöser als sonst vor einem Rennen", bekannte MvG, "zum einen weil es das letzte war, zum andern auch, weil ich wusste, wie schnell etwas passieren kann."

Bode Miller erleichterte ihm die Aufgabe, indem er im ersten Lauf nur 17. wurde mit einem Rückstand von 1,52 Sekunden. Dafür drehte der Amerikaner im zweiten auf, übernahm die Spitze und wehrte zehn Konkurrenten ab. Erst Benjamin Raich (6. nach dem 1. Lauf) verdrängte Miller und krönte damit Von Grünigen zum Disziplinen-Weltcupsieger.

Die Lücke hinter Von Grünigen

Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit war MvG über den Verlauf des Rennens klar informiert. Jetzt konnte er angreifen und den eigenen Beitrag zu seiner Farewell-Party leisten. 0,08 hinter Raich und 0,54 hinter Hans Knauss erkämpfte er den 3. Platz; Leader Christoph Gruber fiel auf den 11. Rang zurück. "Der Podestplatz war nicht mein primäres Ziel", sagt MvG, "aber so ist der Tag noch etwas schöner."

Das Klassement des letzten Riesenslaloms illustrierte auch, welche Lücke Michael von Grünigen hinterlassen wird. Sonst kam kein Schweizer zu Punkten. Didier Cuche als nächstbester musste sich mit dem 16. Platz begnügen. Fast alle fielen im zweiten Lauf zurück, nur Bruno Kernen (25.) und Daniel Albrecht (27.) konnten sich steigern. Abfahrer Kernen war im zweiten Lauf sogar schnellster Schweizer vor Von Grünigen, Junioren-Weltmeister Albrecht der drittbeste. Mit nur einem Stock gab die Nachwuchshoffnung eine Demonstration seiner feinen Carving-Technik.

Oester allein auf weiter Flur

Im Frauen-Slalom holte Marlies Oester, einzige qualifizierte Schweizerin in den technischen Disziplinen, als 15. gerade noch die letzten Weltcuppunkte, verpasste aber die erste Gruppe der Weltrangliste knapp (Nr. 18). "Ich habe in diesem Winter von mir zu viel erwartetet", blickt die WM-Dritte zurück. "Ich fiel in ein Loch, habe mich aber wieder gefangen. Von den Resultaten bin ich enttäuscht, obwohl sie nicht so schlecht sind."

Die Adelbodnerin ist quasi das Opfer ihres Vorjahressieges von Berchtesgaden geworden, der die Perspektiven etwas verschob. "Dafür war das Jahr sehr lehrreich", sagt Oester, "künftig muss ich realistischer bleiben." Für die nächste Saison verspricht sie sich einen kleinen Vorteil, weil sie (wie Corina Grünenfelder) heuer schon 1,55-m-Ski fuhr. Fast alle andern benützten 1,50er- oder 1,52er-Modelle. Ab nächster Saison müssen aber die Slalom-Ski mindestens 155 cm lang sein.

Hafjell (No). Weltcup-Slalom der Männer: 1. Giorgio Rocca (It) 1:45,44. 2. Kalle Palander (Fi) 0,41 zurück. 3. Manfred Pranger (Ö) 0,54. 4. Tom Stiansen (No) 0,76. 5. Rainer Schönfelder (Ö) 0,84. 6. Silvan Zurbriggen (Sz) 0,99. 7. Ivica Kostelic (Kro) 1,36. 8. Benjamin Raich (Ö) 1,72. 9. Truls Ove Karlsen (No) und Erik Schlopy (USA) 1,78. 11. Pierrick Bourgeat (Fr) 1,97. 12. Giancarlo Bergamelli (It) 2,46. 13. Thomas Grandi (Ka) 2,58. 14. Martin Marinac (Ö) 2,73. 15. Heinz Schilchegger (Ö) 3,03. -- Ohne Weltcuppunkte: 16. Chip Knight (USA) 3,08. 17. Didier Défago (Sz) 8,61. -- 17 der 24 Finalisten klassiert. -- Ausgeschieden: Michael von Grünigen (Sz/Sieger in der in der inoffiziellen Nostalgie-Holzski-Kategorie), Marc Berthod (Sz), Bode Miller (USA), Kjetil André Aamodt (No), Hans-Petter Buraas (No), Kilian Albrecht (Ö), Akira Sasaki (Jap).

Die besten Laufzeiten:

1. Lauf (Piste Olympia-Loypa, 195 m HD, 65 Tore, Kurssetzer Andersen/USA): 1. Raich 51,23. 2. Palander 0,09. 3. Rocca 0,21. 4. Kostelic 0,31. 5. Pranger 0,38. 6. Schilchegger 0,43. 7. Sasaki 0,75. 8. Albrecht 0,92. 9. Stiansen 0,97. 10. Schönfelder 0,98. 11. Zurbriggen 1,06. Ferner: 17. Miller 1,54. 21. Berthod 1,78. 23. Von Grünigen 3,81. 24. Défago 7,35. -- 27 Fahrer gestartet, 24 klassiert. -- Ausgeschieden: Jean-Pierre Vidal (Fr), Mitja Kunc (Sln) und Michael Walchhofer (Ö).

2. Lauf (Piste Olympia-Loypa, 195 m HD, 69 Tore, Kurssetzer Vicencij/Kro): 1. Rocca und Stiansen 54,00. 3. Schönfelder 0,07. 4. Zurbriggen 0,14. 5. Marinac 0,33. 6. Pranger 0,37. 7. Bourgeat 0,52. 8. Palander 0,53. 9. Karlsen 0,60. 10. Schlopy 0,63. Ferner: 12. Kostelic 1,26. 13. Défago 1,47. 16. Raich 1,93. 17. Schilchegger 2,81.

(Richard Hegglin/sda)

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