Ski alpin: Abfahrt Frauen - Borghi verpasst Podest hauchdünn
publiziert: Samstag, 21. Dez 2002 / 15:18 Uhr

(Si) In Lenzerheide schlugen die Österreicherinnen zu. Michaela Dorfmeister gewann die Abfahrt vor Brigitte Obermoser. Catherine Borghi (5.) verpasste das Podest um sechs Hundertstel.

Der Ärger über die knappe Entscheidung verflog bei Borghi bald, schnell überwog die Freude.
Der Ärger über die knappe Entscheidung verflog bei Borghi bald, schnell überwog die Freude.
"Wieder sechs Hundertstel", entfuhr es Catherine Borghi, "das nervt schon etwas." Mit der exakt gleichen Marge war sie bereits im Februar in Are (Sd) an ihrem ersten Podiumsrang vorbei gefahren. In jener Sprintabfahrt war sie wie zwei Monate zuvor in Lake Louise (Ka) Vierte geworden. Der Ärger verflog aber bald, schnell einmal überwog die Freude.

"Im Kopf nicht bereit"

Die Waadtländerin hatte auch allen Grund dazu. Zum einen kam der 5. Platz einer Versöhnung mit der Piste gleich, auf der Catherine Borghi im vergangenen März eine Fraktur des Schienbein-Plateaus erlitten hatte. Zum andern war ihre Vorstellung gegenüber ihren Leistungen in den Rennen zuvor eine klare Steigerung. "Zu Beginn der Saison war ich im Kopf nicht bereit", berichtete die 26-Jährige aus Les Diablerets. Nach Stürzen verschiedener Fahrerinnen hat sie zu sehr an den Gefahren ihres Sports herum studiert. "Dabei habe ich immer daran gedacht, dass auch mir das wieder passieren könnte." Mit dem zurückgekehrten Vertrauen konnte Catherine Borghi ihre Fortschritte ("Konditionell und skitechnisch bin ich so stark wie noch nie") nun endlich umsetzen.

Obwohl das absolute Spitzenergebnis ausblieb, zeigten die Schweizerinnen eine gute Teamleistung. Dafür mitverantwortlich waren neben Sylviane Berthod (11.), die sich im Vergleich zu den Trainings deutlich verbessern konnte, erfreulicherweise auch zwei Fahrerinnen aus der "zweiten Schicht". Martina Schild (13.) fuhr so stark wie noch nie im Weltcup; Punkte hatte die 21-jährige zuvor nur bei ihrem Debüt bei der WM-Hauptprobe in St. Moritz (29.) auf den Tag genau vor einem Jahr geholt. Für Corinne Imlig kam Platz 14 dem zweitbesten Weltcup-Resultat nach ihrem Sensationssieg auf der Scalottas-Strecke im März 2000 gleich. Ebenfalls erst einmal, als Zwölfte in Haus (Ö) vor knapp zwei Jahren, war Monika Dumermuth (21.) besser klassiert. Dass dagegen Vorjahressiegerin Corinne Rey-Bellet (18.) nicht ihr normales Rendement erreichte, ist aufgrund ihrer Knieprobleme nicht verwunderlich.

Wenn ein Patzer zum Glücksfall wird

Michaela Dorfmeisters dritter Abfahrtserfolg wurzelte auf einem Patzer im Abschlusstraining. Bei jener Passage, an der im Rennen Tamara Müller an einem Tor vorbei fuhr und Sylviane Berthod eine Top-Ten-Platzierung vergab, war die Niederösterreicherin von der Ideallinie abgekommen, hatte sich beim folgenden Sprung das Kinn blutig geschlagen, und, vor allem, viel Zeit eingebüsst. "Da hatte ich mir überlegt abzuschwingen, um das Rennen mit der vermeintlich vorteilhaften Nummer 31 bestreiten zu können."

Dass ihr schliesslich die Startnummer 16 blieb, wurde für die letztjährige Weltcup-Gesamtsiegerin zum Glücksfall, zumal auch die neueste Auflage der Abfahrt in Lenzerheide vor Wetterkapriolen nicht verschont blieb. Während des Rennens setzte ab der Nummer 25 - unmittelbar nach der Fahrt von Catherine Borghi (!) - Schneefall ein und schränkte die Chancen der Favoritinnen beziehungsweise der Trainingsschnellsten beträchtlich ein.

Mélanie Turgeon (Ka/Nummer 28) und Janica Kostelic (Nummer 29) "retteten" sich wohl noch auf Platz 6. Die als erste Sieganwärterin gehandelte Französin Carole Montillet (16.) war mit der Nummer 30 indes ebenso chancenlos wie Renate Götschl (12.) mit der Nummer 27 oder die trotz ihres Kreuzbandrisses gestartete Hilde Gerg (52./Nummer 31). Besonders ärgerlich für Montillet und Co.: Wenige Minuten nach ihren Fahrten hörte der Schneefall wieder auf.

Hinter Brigitte Obermoser, die in den ersten Rennen des WM-Winters überhaupt nicht zurecht gekommen und in den Abfahrten in Lake Louise ohne Punkte geblieben war, bestätigte Kirsten Clark ihre Vorliebe für die Strecke in Lenzerheide. Die Amerikanerin, die schon in Lake Louise mit den Rängen 3 und 5 Aufwärtstendenz erkennen liess, hatte auf der "Heid" im Februar letzten Jahres ihren bislang einzigen Weltcup-Sieg errungen.

(David Bernold, Lenzerheide /sda)

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