Ski alpin: Anja Pärson auf Vreni Schneiders Spuren
publiziert: Samstag, 24. Jan 2004 / 17:50 Uhr

Der Pohorje-Hügel bleibt das Hoheitsgebiet der Anja Pärson. Die Schwedin gewann wie im Vorjahr den Riesenslalom und baute ihre Serie in Maribor auf fünf Siege aus. Als einzige Schweizerinnen figurieren Fränzi Aufdenblatten (13.) und Marlies Oester (17.) im Klassement.

Anja Pärson fährt derzeit wie auf Schienen.
Anja Pärson fährt derzeit wie auf Schienen.
Vor zwei Jahren Siege in den beiden Slaloms, im letzten Winter das Double Riesenslalom/Slalom und jetzt erneut der Triumph im "Riesen": Anja Pärson hat als erste Alpine im selben Ort fünf Rennen ohne Unterbruch für sich entschieden. Die in Monte Carlo residierende Skandinavierin folgt damit unaufhaltsam den Spuren von Vreni Schneider. Die Glarnerin hatte in Maribor in den Achtziger- und Neunzigerjahren insgesamt siebenmal gewonnen.

Den Vergleich mit der früheren Skikönigin aus Elm lässt Anja Pärson gerne über sich ergehen. Viel wichtiger ist ihr indes, im Gesamt-Weltcup wieder die Spitzenposition übernommen zu haben; mit dem sechsten Saisonsieg wandelte sie gegenüber Renate Götschl die 71 Punkte Rückstand in einen Vorsprung von fünf Punkten um. Heute (Sonntag) dürfte die Marge zugunsten der Schwedin noch einmal anwachsen; in den bisherigen fünf Slaloms war sie viermal Erste und einmal Zweite geworden.

Gedanken an Gesamt-Weltcup

Anja Pärson verschweigt nicht, dass sich ihre Gedanken um den möglichen Gesamtsieg drehen. Für sie sei einzig wichtig, das Thema vor dem Start wegstecken zu können und sich auf die bevorstehende Aufgabe zu konzentrieren.

Vermag sie ihre Form in den technischen Disziplinen zu konservieren und sammelt sie in den Speedrennen weiter fleissig "Zusatzpunkte", wird ihr die grosse Kristallkugel kaum zu nehmen sein. Gleichwohl weist sie zusätzlichen Druck mit dem Hinweis von sich, noch viele Jahre als Skirennfahrerin vor sich und entsprechend noch oft die Möglichkeit zum ganz grossen Wurf zu haben.

Am Morgen hatte Anja Pärson überraschend Michaela Dorfmeister den Vortritt lassen müssen, im Finale sorgte sie dann aber mit Bestzeit doch noch für klare Verhältnisse und distanzierte die Niederösterreicherin im Schlussklassement um 98 Hundertstel.

Die drittplatzierte Spanierin José Maria Rienda Contreras, die sich nach Sölden (3.) zum zweiten Mal in den ersten drei einreihte, lag schon über 1,2 Sekunden zurück. Michaela Dorfmeister fühlte sich gleichwohl wie eine Siegerin -- nachvollziehbar für eine Athletin, die in dieser Saison im Riesenslalom noch nie in den Top Ten vertreten war.

Sonja Nef ausgeschieden

Vier Wochen waren seit dem letzten Riesenslalom im Frauen- Weltcup vergangen, am Ende wurde für die Schweizerinnen ein ähnlich ernüchterndes Teamergebnis Tatsache wie kurz vor dem Jahreswechsel in Lienz -- mit Sonja Nef als grosser Verliererin.

Im Osttirol war sie nach einer völlig undiskutablen Leistung auf den 20. Platz abgerutscht, nun schied sie im zweiten Lauf aus. Die Aussicht, als Siebte des ersten Durchgangs die beste Saisonleistung in ihrer einstigen Domäne abzuliefern und nach der Kreuzbandoperation einen weiteren Schritt nach vorne zu tun, endete im Schnee. Etwas zu viel Rücklage, und der Sturz war unvermeidlich -- und die Chance auf einen Rang in den ersten fünf dahin.

Bei der unmittelbar vor dem Missgeschick gestoppten Zwischenzeit war Sonja Nef noch zwei Zehntel schneller unterwegs gewesen als Maria Riesch. Das Talent aus dem deutschen Skiverband stiess mit zweitbester Laufzeit, nur einen Hundertstel hinter Anja Pärson, vom 17. in den 4. Rang vor.

Weil auch Lilian Kummer im zweiten Durchgang stürzte, Marlies Oester erst am Nachmittag den (eigenen) Ansprüchen gerecht wurde und Nadia Styger das Finale als 31. um acht Hundertstel verpasste, "genügte" Fränzi Aufdenblatten der 13. Platz, um wie schon in Lienz beste Vertreterin von Swiss-Ski zu sein.

Die Zermatterin war in diesem Winter im Riesenslalom noch nie so weit vorne klassiert, Zufriedenheit wollte sich bei ihr trotzdem nicht einstellen. Mit dem Rang könne sie leben, mit ihrer Vorstellung mit Sicherheit nicht, bilanzierte die bald 23-Jährige. Primär bei ihrer zweiten Fahrt machte sie zu viele Fehler aus.

Marlies Oester fand als 30. gerade noch Unterschlupf im Feld der 30 Finalistinnen und steigerte sich danach mit fünftbester Laufzeit um 13 Positionen. Ein positives Résumée konnte aber auch die Berner Oberländerin nicht ziehen -- auch deshalb, weil sie vor der Anreise nach Slowenien drei Tage zusammen mit Tanja Poutiainen trainierte und gut mithalten konnte. Im Ernstkampf war dies leider nicht der Fall: Die Finnin wurde in Maribor Siebte.

Schlussklassement

1. Anja Pärson Sd Salomon 2:18,27. 2. Michaela Dorfmeister Ö Blizzard 2:19,25 0,98. 3. Maria Rienda Contreras Sp Rossignol 2:19,50. 1,23 4. Maria Riesch De Head 2:19,71 1,44. 5. Anna Ottosson Sd Dynastar 2:20,36 2,09. 6. Allison Forsyth Ka Rossignol 2:20,54 2,27. 7. Tanja Poutiainen Fi Rossignol 2:20,55 2,28. 8. Elisabeth Görgl Ö Völkl 2:20,56 2,29. 9. Andrine Flemmen No Rossignol 2:20,61 2,34. 10. Alexandra Meissnitzer Ö Völkl 2:20,66 2,39.

11. Renate Götschl (Ö), Salomon, 2,43 zurück. 12. Silvia Berger (Ö), Fischer, 2,67. 13. Fränzi Aufdenblatten (Sz), Salomon, 2,76. 14. Stina Hofgard Nilsen (No), Rossignol, 2,85. 15. Brigitte Obermoser (Ö), Blizzard, 3,07. 16. Chimene Alcott (Gb), Fischer, 3,08. 17. Marlies Oester (Sz), Nordica, 3,11. 18. Kirsten Clark (USA), Fischer, 3,23. 19. Libby Ludlow (USA), Salomon, 3,24. 20. Denise Karbon (It), Salomon, 3,56.

21. Sarah Schleper (USA), Rossignol, 3,57. 22. Carole Montillet (Fr), Rossignol, 3,59. 23. Hilde Gerg (De), Völkl, 3,60. 24. Tina Maze (Sln), Rossignol, 3,68. 25. Brigitte Acton (Ka), Rossignol, 3,74. 26. Maddalena Planatscher (It), Rossignol, 3,76. 27. Caroline Lalive (USA), Salomon, 4,10.

Ausgeschieden: Lilian Kummer (Sz), Sonja Nef (Sz) und Nicole Hosp (Ö).

Die Weltcup-Stände

Frauen. Gesamtwertung (nach 21 von 35 Prüfungen): 1. Anja Pärson (Sd) 898. 2. Renate Götschl (Ö) 893. 3. Hilde Gerg (De) 768. 4. Carole Montillet (Fr) 701. 5. Michaela Dorfmeister (Ö) 654. 6. Martina Ertl (De) 584. 7. Alexandra Meissnitzer (Ö) 510. 8. Nicole Hosp (Ö) 506. 9. Kirsten Clark (USA) 456. 10. Maria Riesch (De) 404.

11. Nadia Styger (Sz) 330. 12. Tanja Poutiainen (Fi) 320. 13. Marlies Schild (Ö) 253. 14. Elisabeth Görgl (Ö) 252. 15. Anna Ottosson (Sd) 238. 16. Sonja Nef (Sz) 231. 17. Caroline Lalive (USA) 216. 18. Geneviève Simard (Ka) 211. 19. Fränzi Aufdenblatten (Sz) 208. Ferner: 35. Marlies Oester 135. 39. Catherine Borghi 123. 60. Martina Schild 68. 76. Corina Grünenfelder 33. 78. Lilian Kummer 29. 85. Ella Alpiger 25. 88. Tanja Pieren 20.

Riesenslalom (nach 5 von 8 Rennen): 1. Anja Pärson (Sd) 330. 2. Nicole Hosp (Ö) 260. 3. Maria Rienda Contreras (Sp) 196. 4. Denise Karbon (It) 195. 5. Martina Ertl (De) 182. 6. Tanja Poutiainen (Fi) 175. 7. Elisabeth Görgl (Ö) 157. 8. Alexandra Meissnitzer (Ö) 153. 9. Anna Ottosson (Sd) 133. 10. Renate Götschl (Ö) 130. Ferner: 16. Sonja Nef 88. 17. Marlies Oester 87. 22. Fränzi Aufdenblatten 64. 28. Lilian Kummer 29. 35. Nadia Styger 20.

Nationen (nach 43 von 75 Wertungen): 1. Österreich 10 268 (Frauen 4127+Männer 6141). 2. Italien 2850 (1084+1766). 3. USA 2841 (1474+1367). 4. Schweiz 2706 (1374+1332). 5. Frankreich 2584 (1515+1069). 6. Deutschland 2401 (2266+135). 7. Norwegen 1990 (356+1634). 8. Schweden 1797 (1236+561). 9. Kanada 966 (566+400). 10. Finnland 876 (357+519).

(von David Bernold, Maribor/Si)

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