Ski alpin: Fehler kostete ersten Podestrang von Nadia Styger
publiziert: Mittwoch, 14. Jan 2004 / 12:01 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 14. Jan 2004 / 16:32 Uhr

In Cortina, wo normalerweise die "grossen Namen" das Sagen haben, hat sich eine neue Fahrerin in die Siegerliste eingetragen. Die Kanadierin Geneviève Simard gewann überraschend den ersten von zwei Super-G. Nadia Styger wurde als beste Schweizerin Sechste.

Nadia Styger rettete mit ihrem 6. Platz für einmal die Ehre der Skination Schweiz.
Nadia Styger rettete mit ihrem 6. Platz für einmal die Ehre der Skination Schweiz.
Am Rückstand gemessen hatte Nadia Styger schon dezidierter an ihrem ersten Podestrang geschnuppert -- in St. Moritz hatten ihr als Vierter drei respektive fünf Hundertstel auf die Plätze 2 und 3 gefehlt. Diesmal war die Marge mit 38 Hundertsteln auf Position 3 ungleich ausgeprägter.

Der Ärger der Schwyzerin wird freilich nicht minder gross sein als vor Weihnachten im Engadin, denn die Teilnahme an der Siegerehrung verbaute sie sich mit einem groben Schnitzer im untersten Streckenteil, nachdem sie bei der zweiten Zwischenzeit noch um über zwei und drei Zehntel schneller unterwegs gewesen war als Maria Riesch (2.) und Hilde Gerg (3.).

Die beiden Deutschen hatten schon in St. Moritz eine gewichtige Rolle gespielt. Hilde Gerg war Zweite geworden, Maria Riesch, das gegenwärtig grösste Talent im deutschen Frauen-Team, hatte Nadia Styger mit der Startnummer 31 den schon sicher geglaubten 3. Platz weggeschnappt...

"Lasse mich nicht verrückt machen"

"Ich bin zu direkt gefahren und war in den folgenden Toren zu spät dran. Das ausgerechnet vor einer Fläche", schilderte die 25-Jährige aus Sattel ihren Fehler, gab sich aber im selben Atemzug bereits wieder kämpferisch.

"Davon lasse ich mich nicht verrückt machen. Ich bin nahe dran. Hier in Cortina habe ich ja noch drei Chancen." Am Fusse der Dolomiten stehen nach dem Ersatzrennen für St. Moritz am Freitag ein weiterer Super-G und am Wochenende zwei Abfahrten im Programm.

Auf dem von Marie-Theres Nadig gesetzten Kurs lieferte Fränzi Aufdenblatten ("Mir fehlt noch das Gespür für das Abwägen zwischen Risiko und Zurückhaltung") mit Rang 15 immerhin ihr bestes Saisonergebnis im Super-G ab. Der Rest aus dem Team der Flumserbergerin und von Kombi-Trainer Stéphane Cattin war aber erneut Schweigen.

Die ratlose Sylviane Berthod (25.) findet in ihrer zweiten Disziplin nach wie vor nicht aus dem Tief, Catherine Borghi (40.) blieb zehn Tage nach ihrem 13. Platz in Megève erneut die Bestätigung schuldig, dass es auch im Super-G aufwärts geht.

Aus der zweiten Garde vermochte zudem keine Fahrerin über sich hinauszuwachsen. Ella Alpiger, Tamara Müller, Martina Schild und Tanja Pieren fanden sich ebenfalls in den hintersten Regionen des Klassements wieder.

Dass die seit fast vier Jahren währende kanadische Sieglosigkeit zum Auftakt der Weltcup-Woche in Cortina beendet werden könnte, daran hatte kaum jemand geglaubt, zumal mit Mélanie Turgeon die stärkste Kraft gegenwärtig fehlt.

Die Abfahrts-Weltmeisterin, die im Februar 2000 im Super-G in Innsbruck für den bis gestern letzten Weltcup-Triumph einer Kanadierin gesorgt hatte, plagt sich nach wie vor mit Rückenbeschwerden herum.

Selbst Geneviève Simard hatte noch nicht an ihren Durchbruch geglaubt -- logisch bei einem Augenschein auf deren bisheriges Abschneiden im Super-G; als Sechste vor drei Tagen in Veysonnaz hatte die Franco-Kanadierin bereits ihr Bestergebnis in dieser Sparte egalisiert.

Unter die ersten drei war die in Montreal geborene 23-Jährige erst einmal, vor zwei Jahren im Riesenslalom in Berchtesgaden, gelangt. In den Weltcup war sie mit "Verzögerung" in den Weltcup eingestiegen. 1999 hatte sie sich im linken Knie einen Kreuzbandriss zugezogen und war im folgenden Winter nur Europacup- und NorAm-Rennen gefahren.

Den Ursprung für ihren Exploit, bei dem sie die Konkurrenz um mindestens 65 Hundertstel hinter sich liess, sieht Geneviève Simard in ihrem Abschneiden in Veysonnaz. "Dort konnte ich endlich jene Linie durchziehen, die ich mir bei der Besichtigung vorgenommen hatte. Das gab mir zusätzliches Selbstvertrauen."

Mitverantwortlich für die Leistungsentwicklung ist auch der Deutsche Stephan Kurz. "Shorty", wie der frühere Coach der deutschen Speedfahrerinnen im Skizirkus gerufen wird, ist seit diesem Winter Cheftrainer der Kanadierinnen.

Die Besten für einmal geschlagen

Zu den Geschlagenen zählten mit Ausnahme von Hilde Gerg und der Französin Carole Montillet (5.) für einmal auch die Besten des Fachs im Allgemeinen und die Österreicherinnen im Besonderen.

Die Weltranglisten-Erste Renate Götschl (7./Startnummer 30) war nach ihrer Fahrt wie Michaela Dorfmeister (25./29) über den Rückstand ratlos. Sie beide hatten sich schon in den ersten Toren mit einem längeren Gleiterabschnitt eine Sekunde Rückstand eingehandelt.

Weil auch Hilde Gerg (Nummer 26) mit grosser Verspätung bei der ersten Zwischenzeit eingetroffen war, lag die Vermutung nahe, dass veränderte Verhältnisse (Schneebeschaffenheit, stärkerer Wind) dafür verantwortlich sein könnten.

Widerlegt wurde diese These indes von Alexandra Meissnitzer (12.), die mit Nummer 27 bei der ersten Zeitmessung noch Viertschnellste war. Renate Götschl war trotzdem, gemeinsam mit Katja Wirth, die Beste des ÖSV-Teams, das zuvor so überzeugend aufgetreten war und in den voran gegangenen drei Super-G zwei Doppelerfolge und insgesamt sechs Podestplätze errungen hatte.

Die Resultate

Cortina d´Ampezzo (It). Weltcup-Super-G der Frauen: 1. Geneviève Simard (Ka) 1:13,05. 2. Maria Riesch (De) 0,65 zurück. 3. Hilde Gerg (De) 0,78. 4. Caroline Lalive (USA) 0,85. 5. Carole Montillet (Fr) 1,09. 6. Nadia Styger (Sz) 1,16. 7. Renate Götschl (Ö) und Katja Wirth (Ö) 1,29. 9. Daniela Ceccarelli (It) 1,32. 10. Julia Mancuso (USA) und Mélanie Suchet (Fr) 1,37.

12. Alexandra Meissnitzer (Ö) 1,40. 13. Isolde Kostner (It) 1,41. 14. Emily Brydon (Ka) 1,49. 15. Fränzi Aufdenblatten (Sz) 1,52. 16. Kirsten Clark (USA) 1,59. 17. Brigitte Obermoser (Ö) 1,62. 18. Ingrid Jacquemod (Fr) 1,63. 19. Tanja Schneider (Ö) 1,65. 20. Anja Pärson (Sd) 1,68.

21. Mojca Suhadolc (Sln) 1,69. 22. Silvia Berger (Ö) 1,78. 23. Martina Lechner (Ö) 1,79. 24. Libby Ludlow (USA) 1,80. 25. Michaela Dorfmeister (Ö) und Sylviane Berthod (Sz) 1,85. 27. Martina Ertl (De) 1,86. 28. Petra Haltmayr (De) 1,89. 29. Magda Mattel (Fr) 2,02. 30. Lucia Recchia (It) 2,04.

Die Weltcup-Stände

Frauen. Gesamtwertung (nach 17 von 35 Wertungen): 1. Anja Pärson (Sd) 763. 2. Renate Götschl (Ö) 609. 3. Hilde Gerg (De) 550. 4. Nicole Hosp (Ö) 506. 5. Carole Montillet (Fr) 482. 6. Michaela Dorfmeister (Ö) 479. 7. Martina Ertl (De) 468. 8. Alexandra Meissnitzer (Ö) 428. 9. Kirsten Clark (USA) 329. 10. Tanja Poutiainen (Fi) 284.

11. Maria Riesch (De) 280. 12. Marlies Schild (Ö) 253. 13. Nadia Styger (Sz) 232. 14. Sonja Nef (Sz) 231. 15. Elisabeth Görgl (Ö) 220. 16. Geneviève Simard (Ka) 211. 17. Sarah Schleper (USA) 195. 18. Anna Ottosson (Sd) 193. 19. Caroline Lalive (USA) 190. 20. Monika Bergmann (De) 185. Ferner: 32. Marlies Oester 121. 33. Catherine Borghi 115. 60. Martina Schild 58. 73. Corina Grünenfelder 33. 75. Lilian Kummer 29. 81. Ella Alpiger 25. 83. Tanja Pieren 20.

Super-G (nach 4 von 8 Rennen): 1. Hilde Gerg (De) 265. 2. Michaela Dorfmeister (Ö) 226. 3. Renate Götschl (Ö) 216. 4. Carole Montillet (Fr) 172. 5. Alexandra Meissnitzer (Ö) 161. 6. Geneviève Simard (Ka) 147. 7. Maria Riesch (De) 122. 8. Nadia Styger (Sz) 117. 9. Caroline Lalive (USA) 116. 10. Kirsten Clark (USA) 112.

Ferner: 25. Fränzi Aufdenblatten 31. 29. Catherine Borghi und Tanja Pieren 20. 31. Martina Schild 18. 36. Ella Alpiger 15. 42. Sylviane Berthod 10.

Nationen (nach 35 von 75 Wertungen): 1. Österreich 8265 (Frauen 3399+Männer 4866). 2. Italien 2422 (901+1521). 3. USA 2209 (1152+1057). 4. Frankreich 2194 (1191+1003). 5. Schweiz 2067 (1124+943). 6. Deutschland 1854 (1732+122). 7. Norwegen 1680 (303+1377). 8. Schweden 1564 (1049+515). 9. Finnland 816 (321+495). 10. Kanada 755 (441+314).

(von David Bernold, Cortina/Si)

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