Karin Rothen entscheidet sich für die Familie
Ski alpin: Karin Roten tritt zurück
publiziert: Freitag, 30. Mrz 2001 / 14:10 Uhr / aktualisiert: Freitag, 30. Mrz 2001 / 14:55 Uhr

Bern - Der Entscheid fiel ihr nicht leicht, aber in ihrem Dilemma gab es keinen andern (Aus-)Weg. «Ich entscheide mich für die Familie», sagt Karin Roten Meier und beendet damit im Alter von nur 25 Jahren ihre Skikarriere, die ihr zwei Weltcupsiege und drei WM- Medaillen gebracht hat.

Ihr Comeback nach einjähriger Baby-Pause verlief alles andere als wunschgemäss. Ein 15. und 17. Rang in Weltcup-Slaloms waren ihre besten Ergebnisse. Schon im Dezember deutete sie an: «Ich habe die private Seite vielleicht etwas unterschätzt.» Ende Winter musste sie endgültig einsehen, dass der Spagat zwischen Skirennsport und Familie ein Ding der Unmöglichkeit ist. «Es ist nicht so herausgekommen, wie ich wollte», sagt die in Beromünster LU wohnhafte Walliserin. «Ich kann es nicht mehr verantworten, so weiterzumachen. Nach diesem Entscheid ist es mir wohler.» Offen bekennt sie, das Ganze sei ihr über den Kopf gewachsen.

Karin Roten: «Skisport war mein Leben»

Karin Roten war eine Vollblutrennfahrerin, die sich selbst bei ihrem letzten Skirennen auf Melchsee-Frutt am letzten Sonntag wegen einer weichen Piste noch ärgern konnte, als ob es um eine WM gegangen wäre. Und sie sagt auch: «Skirennsport war mein Leben.» Aber noch viel mehr ist Karin Roten eine verantwortungsbewusste und gefühlsbetonte Mutter, die darunter litt, wenn sie ohne ihren kleinen Jonathan unterwegs war. «Das Sommertraining verlief noch gut, obwohl es anstrengend war», blickt Karin Roten zurück. «Auch der Beginn der Saison ging nicht schlecht. Doch als der Kleine zu Hause blieb, fiel mir der Skisport zusehends schwerer. Ich hatte den Kopf nicht mehr bei der Sache.»

«So geht es nicht weiter», sagte sie sich, «entweder voll mit aller Konsequenz auf den Sport setzen, noch zwei, drei Jahre investieren, oder...». Den Satz beendet sie gar nicht, denn in Wahrheit gab es keine Alternative -- trotz langem Überlegen. Sie hätte den Entschluss reifen lassen, bis sie gemerkt habe, dass die 100prozentige Überzeugung für den Sport nicht mehr da war. Trotzdem bin ich froh, dass ich das Comeback-Experiment gewagt habe: «Es war eine der wichtigsten Erfahrungen für mich. Ich musste viel auf die Zähne beissen. Aber persönlich hat mir die Saison viel gebracht.»

Die emotionalsten Momente: Sestriere und das Problemjahr

Trotz ihres Rücktritts im noch jugendlichen Alter -- am 27. Januar ist sie 25 geworden -- kann sie auf eine lange Karriere zurückblicken. Ihr Weltcup-Debut gab sie als 16-jährige Junioren- Weltmeisterin im März 1993 in Are; in sieben Weltcup-Jahren stand sie sechs Mal im Weltcup und drei Mal an Weltmeisterschaften auf dem Podest. 1996 in der Sierra Nevada holte sie Silber im Riesenslalom, 1997 in Sestriere nochmals Silber im Riesenslalom und Bronze im Slalom.

Die WM in Sestriere bezeichnet sie als die wohl emotionalste Phase ihrer Karriere, aber ebenso ihre Problem-Saison 1998/99, in der sie physisch und psychisch (u.a. Gewichtsprobleme) angeschlagen war. «Jene Saison war der Knackpunkt in meiner Karriere», sagt Karin Roten, «sie hat mich ausgebrannt, auch mental.» Wenige Monate später lernte sie ihren heutigen Mann kennen, den Radrennfahrer Armin Meier. Ab heute wird im Hause Meier-Roten die traditionelle Rollenverteilung einer Schweizer Familie Einkehr halten -- und Karin Roten endgültig Ex-Rennfahrerin und nur noch Mutter sein.

(kil/sda)

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