Michael von Grünigen gewinnt die Regenschlacht von Les Arcs
Ski alpin: Michael von Grünigen gewinnt auch im Regen
publiziert: Samstag, 6. Jan 2001 / 18:09 Uhr

Les Arcs - Regen und Nebel und obendrein eine löchrige und weiche Piste - die Verhältnisse hätten garstiger kaum sein können. Doch für zwei Schweizer wurde der Riesenslalom von Les Arcs zu einer ganz gefreuten Sache: Michael von Grünigen feierte seinen dritten Saisonsieg, indem er den Österreicher Benjamin Raich gleich um 1,62 Sekunden hinter sich liess, und Urs Kälin fuhr als Fünfter so gut wie seit drei Jahren nicht mehr.

Weltcuppunkte gab es überdies für den Neuenburger Didier Cuche (14.) und den Bündner Paul Accola (19.). Und mit dem in der Schweizer Trainingsgruppe integrierten Liechtensteiner Marco Büchel, der als Dritter überraschte, rundete ein weiterer Mann aus der Equipe von Osi Inglin die starke Bilanz ab. Büchel startet zwar weiterhin für das 'Ländle', seit November ist eigentlich aber auch er ein hundertprozentiger Schweizer: Vor zwei Monaten erhielt er dank seiner Schweizer Mutter die Staatsbürgerschaft unseres Landes.

Einer überstrahlte indes alles: Michael von Grünigen fährt auf seinen neuen Fischer-Ski wieder so unwiderstehlich wie einst, und da spielt es gar keine Rolle, ob das Wetter schlecht ist oder die Sonne scheint. Nach Park City und Val d'Isère triumphierte der 31- jährige Schönrieder erneut, zum insgesamt 19. Mal in seiner Karriere, und er tat es mit einem so grossen Vorsprung (1,62 Sekunden) wie seit seit vier Jahren nicht mehr: Im Januar 1997 in Kranjska Gora hatte von Grünigen 1,64 Sekunden zwischen sich und den Zweiten gelegt. Dieser Zweite war damals übrigens kein anderer als der Österreicher Siegfried Voglreiter, der heute bei MvG's Skimarke den Posten als Rennchef bekleidet.

«Die Verhältnisse», so von Grünigen, «waren gewiss nicht einfach, das hat jeder gesehen. Es war an der Grenze, aber sicher noch zu vertreten. Es galt, sich möglichst gut auf alles einzustellen, und das kann ich mittlerweile recht gut.» Marco Büchel teilte von Grünigens Ansicht: «Unser Sport findet draussen statt, sonst müssten wir Ping-Pong spielen.»

Den Fahrern stand aufgrund der misslichen Bedingungen keine Einfahrstrecke zur Verfügung, was natürlich einem derart erfahrenen Mann wie von Grünigen zusätzliche Vorteile verschaffte. «Und mit meiner Nummer war ich im ersten Lauf auch gut bedient», gestand MvG ein. Im Kampf um den Riesenslalom-Weltcup setzte sich von Grünigen 128 Punkte vor Hermann Maier, der nach dem 10. Platz von Bormio auch diesmal nur Siebenter wurde. «Ich habe bei diesen Verhältnissen nicht das Letzte riskiert, denn der Sturz von Schifferer, für den nun die Saison vorbei ist, gab mir schon zu denken», erklärte der Herminator, «zudem spüre ich, dass ich nicht mehr in einer ganz so guten Verfassung bin wie zu Saisonbeginn. Ich war über die Feiertage leicht krank und konnte deshalb nicht optimal trainieren.» Dank Benjamin Raich, der erstmals in diesem Winter aufs Podium kam, blieb immerhin die österreichische Serie gewahrt: Zum 36. Mal hintereinander kam einer aus dem Austria-Team unter die ersten 3.

Nach den Rücktritten von Thomas Stangassinger und Finn Christian Jagge ist Urs Kälin, der am 26. Februar seinen 35. Geburtstag feiert, mittlerweile zum Weltcup-Oldie schlechthin avanciert. Abschreiben darf man ihn deswegen nicht. Das hat der Bennauer in Les Arcs eindrücklich bewiesen. «Hoffentlich regnet es die ganze Nacht», so Trainer Inglin, habe Kälin schon am Vorabend gesagt. Wenn andere Probleme haben, ist der grosse Kämpfer besonders heiss. Das beste Ergebnis schaffte er im letzten Winter, bei ähnlich misslichen Bedingungen, in Hinterstoder. Dort wurde er Neunter. In Les Arcs fuhr er noch stärker. Kälin konnte im ersten Lauf als einer der ganz wenigen mit einer höheren Nummer (26) mithalten, und danach verbesserte er sich noch vom 8. auf den 5. Schlussrang. Besser war er letztmals im Dezember 1997 in Val d'Isère als Vierter.

«In Bormio habe ich mit zwei Fehlern eine bessere Klassierung verpasst», meinte der glückliche Kälin im Zielraum von Les Arcs. Kurz vor Weihnachten war er im Veltlin 15. geworden, doch scheint es so, als hätte er sich gar einen WM-Startplatz gesichert. Fünfter oder besser war von den Schweizern bisher nur von Grünigen. «Jetzt sollte es reichen. Ich glaube, ich habe es geschafft», durfte Kälin feststellen. Viele hatten ihn ob seiner Bemühungen, den Anschluss wieder zu schaffen, schon belächelt. Doch beharrlich hat der Schwyzer weiter gekämpft, wie es seinem Naturell entspricht. Langwierige Rückenprobleme machten ihm in den letzten Jahren zu schaffen, doch inzwischen, so Kälin, «fahre ich wieder schmerzfrei.»

Wie Kälin scheint auch Marco Büchel ein Spezialist für Regenrennen zu sein. Auch er hatte im Vorwinter im verregneten Hinterstoder zu überzeugen gewusst. Damals schaffte der WM-Zweite von 1999 als Zweiter sein bestes Weltcup-Resultat. Nun kam der Liechtensteiner erneut -- zum vierten Mal im Weltcup -- aufs Podium, nach einem nicht sonderlich geglückten Saisonbeginn. 10,9,8,9,12, so lauteten seine bisherigen Platzierungen. «Aber jetzt zeigen die Hypnose-Behandlungen Wirkung», ist Büchel überzeugt. Seit knapp einem Monat arbeitet Büchel mit einem Psychologen zusammen, der ihm die «Angst vor dem Verlieren», so Büchel, «nehmen soll». Erstmals in diesem Winter fiel der Liechtensteiner nach dem ersten Lauf nicht zurück.

(sda)

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