Ski alpin: Miller zieht im Weltcup an Eberharter vorbei
publiziert: Samstag, 4. Jan 2003 / 17:43 Uhr / aktualisiert: Samstag, 4. Jan 2003 / 18:03 Uhr

(Si) Bode Miller greift nach der grossen Kristallkugel: Der 25-jährige Amerikaner errang beim Riesenslalom von Kranjska Gora seinen zweiten Saisonsieg und übernahm von Stephan Eberharter die Führung im Gesamt-Weltcup. Die Schweizer enttäuschten.

Die Ausgangslage vor dem zweiten Durchgang hatte sich zumindest für zwei Schweizer nicht schlecht präsentiert. Didier Défago lag bei Halbzeit auf Platz 4, nur fünf Hundertstel hinter dem zweitplatzierten Franzosen Vincent Millet. Und auch Michael von Grünigen befand sich als Siebenter (zwei Zehntel hinter Millet) in Reichweite des Podiums. Doch verbessern konnten sich beide nicht, im Gegenteil: Von Grünigen rutschte von 7 auf 11, Défago von 4 auf 13, und so wurde ein ungewohnt tristes Schlussresultat Tatsache. Kein Schweizer im Riesenslalom in den Top 10 -- das gab es seit vielen Jahren nicht mehr.

Das nackte Ergebnis gilt es allerdings auch zu relativieren. Bode Miller, der Dritte des ersten Durchganges, war vorab dank seinem zweiten Lauf eine Klasse für sich, aber der Rest lag sehr nahe zusammen. Zwischen Miller und dem zweitplatzierten Österreicher Christian Mayer lagen 0,83 Sekunden und damit in etwa dieselbe Zeitspanne wie zwischen Mayer und dem 16. Und so braucht es halt wenig, um nach hinten durchgereicht zu werden. Benjamin Raich, der mit 0,42 Sekunden Vorsprung Führende nach dem ersten Lauf, fehlte ein Hundertstel zu Platz 2 und ein weiterer Hundertstel zu Rang 3.

MvG: "Ein Fehler und schon ist man weg"

"Im Riesenslalom ist es derzeit so eng wie noch nie", meinte Michael von Grünigen, der mit drei Podestplätzen und zwei Siegen exzellent in die Saison gestartet war, nun aber nach Alta Badia (14.) erneut eine Niederlage bezog. MvG wiederholte, was er schon nach seinen Siegen gesagt hatte: "Ich kann Rennen gewinnen, ich kann aber auch nur 15. werden. Ein kleiner Fehler kostet eine halbe Sekunde und schon ist man weg." In Kranjska Gora fehlten ihm zu Rang 2 nur 42 Hundertstel. Genau eine halbe Sekunde büsste Didier Défago als 13. auf den zweitplatzierten Mayer ein. Schon in Alta Badia war Défago zurückgefallen (vom 2. auf den 6. Platz). Diesmal wollte er es besser machen, mit dem Ergebnis, dass er die Risikobereitschaft etwas übertrieb.

Nicht sehr weit kam Didier Cuche, der schon im ersten Lauf ausschied, nach immerhin viertbester Zwischenzeit. Auch die übrigen Schweizer schafften die Qualifikation für den zweiten Durchgang nicht. Am nächsten dran war noch der Sohn des einstigen Abfahrers Martin Berthod, der erst 19-jährige Bündner Marc Berthod, der mit Startnummer 65 in seinem ersten Weltcuprennen 39. wurde und damit einer der wenigen Lichtblicke war.

Der Schweizer Kombi-Trainer Patrice Morisod, der im alten Jahr einige schöne Erfolge verbuchen konnte, wollte das dürftige Mannschafts-Resultat nicht überbewerten: "Wir haben diesmal eine Niederlage bezogen. Aber ich glaube nicht, dass wir uns nun im Hinblick auf die WM ernsthafte Sorgen machen müssen. Es fehlte auch an der nötigen Réussite."

Eberharter als grosser Verlierer

Immer grössere Bedenken hegt indes Stephan Eberharter. Der überragend in die Saison gestartete Tiroler ist seit seinem Sturz im Riesenslalom von Mitte Dezember in Val d´Isère nicht mehr der Alte. Zwar hat er sich dort "nur" eine Knochenprellung im rechten Knie zugezogen, doch die Auswirkungen sind gravierend genug. "Ich habe den Rhythmus völlig verloren", erklärte er niedergeschlagen. Als 24. blieb Eberharter ohne jede Chance. Und dass ausgerechnet sein grösster Konkurrent um die grosse Kristallkugel gewann, machte die Sache nur noch schlimmer. Miller setzte sich im Gesamt-Weltcup, den bisher erst ein Amerikaner jemals gewann (Phil Mahre von 1981 bis 1983 dreimal in Serie), um 23 Punkte vor Eberharter. Miller ist jetzt der Favorit vieler. "Der wird wohl vorne bleiben", meinte beispielsweise Didier Cuche.

Bode Miller entthronte in Kranjska Gora mit seinem insgesamt sechsten Weltcupsieg nicht nur Eberharter, sondern auch Michael von Grünigen, der nun im Riesenslalom-Weltcup 23 Zähler hinter dem Mann aus New Hampshire liegt. Im letzten Winter fuhren die beiden noch dieselbe Skimarke. Inzwischen hat Miller aber zu Rossignol gewechselt, was er als sehr entscheidend bezeichnet: "Ob ich den Gesamt-Weltcup gewinne, weiss ich nicht. Aber ich habe das Wichtigste, was es braucht, um an der Spitze zu sein: Gutes Material."

Klassement folgt:

1. Bode Miller USA 2:04,15 2. Christian Mayer Ö 2:04,98 3. Sami Uotila Fi 2:04,99 4. Erik Schlopy USA 2:05,00 5. Benjamin Raich Ö 2:05,00 6. Hans Knauss Ö 2:05,11 7. H, Schilchegger Ö 2:05,14 8. Arnold Rieder It 2:05,32 9. Uros Pavlovcic Sln 2:05,33 10. R.Schönfelder Ö 2:05,33 11. Michael von Grünigen (Sz), Fischer, 1,25 zurück. 12. Ivica Kostelic (Kro), Salomon, 1,27. 13. Didier Défago (Sz), Atomic, 1,33. 14. Thomas Grandi (Ka), Rossignol, 1,35. 15. Christoph Gruber (Ö), Atomic, 1,56.

16. Massimiliano Blardone (It), Salomon, 1,61. 17. Davide Simoncelli (It), Salomon, 1,70. 18. Fredrik Nyberg (Sd), Salomon, 1,76. 19. Alessandro Roberto (It), Atomic, 1,87. 20. Aksel Lund Svindal (No), Atomic, 1,89. 21. Frédéric Covili (Fr), Salomon, 1,93. 22. Marco Büchel (Lie), Head, 1,94. 23. Alexander Ploner (It), Rossignol, 1,99. 24. Stephan Eberharter (Ö), Atomic, 2,09. 25. Martin Marinac (Ö), Völkl, 2,21. 26. Jean-Pierre Vidal (Fr), Dynastar, 2,39. 27. Alberto Schieppati (It), Rossignol, 2,94.

(Werner Eisenring/sda)

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