Ski alpin: Nadia Styger so stark wie noch nie
publiziert: Sonntag, 7. Dez 2003 / 20:56 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 7. Dez 2003 / 21:15 Uhr

Renate Götschl war im Weltcup-Super-G von Lake Louise für den ersten österreichischen Saisonsieg bei den Frauen besorgt. Götschl gewann vor Teamkollegin Michaela Dorfmeister und Hilde Gerg (De). Ganz stark fuhr Nadia Styger. Die Schwyzerin überraschte als Fünfte.

Nadia Styger: Der Knopf ist aufgegangen.
Nadia Styger: Der Knopf ist aufgegangen.
Nadia Styger musste sich ihr erstes Spitzenergebnis lange erdauern. Am nächsten Donnerstag wird sie 25 Jahre alt und eigentlich steht sie noch immer zu Beginn ihrer Karriere. Nicht weniger als drei Kreuzbandrisse bremsten die Innerschweizerin auf ihrem Weg nach oben ein. Doch in Lake Louise ist ihr der Knopf aufgegangen, der nun, so erklärte sie lachend, "hoffentlich offen bleibt."

Mit Startnummer 35 setzte sich Nadia Styger auf den 5. Platz. Von der Siegerin trennten sie 88 Hundertstel, aber den Podiumsplatz verfehlte sie um nur gerade zwei Zehntel. Damit hatte sie ihr bisher bestes Weltcup-Resultat (11. im März 1999 in der Abfahrt von St. Moritz) deutlich übertroffen. Schon in der Vorbereitung war Nadia Styger ganz stark gefahren. Zu 60 bis 70 Prozent lag sie da vorne. "Aber die Umsetzung im Rennen ist dann eine andere Sache", schränkt sie ein.

Nach der Abfahrt vom Freitag, die sie als 30. beendet hatte, war sie jedenfalls ziemlich enttäuscht: "Da habe ich sogar geweint." Dazu bestand am Sonntag kein Anlass. "Endlich habe ich einmal zeigen können, was ich drauf habe", erklärte sie, "ich war immer überzeugt, dass ich es kann. Und so habe ich auch trotz der vielen Verletzungen nie wirklich am Rücktritt herum studiert."

Vor drei Jahren hatte sie sich in Lake Louise ihren zweiten Kreuzbandriss zugezogen, vor zwei Jahren in Sölden ihren dritten (und hoffentlich) letzten. Sie sagt deshalb: "Wichtig ist nun, dass ich einmal längere Zeit verletzungsfrei bleibe."

Auch Tanja Pieren und Ella Alpiger überraschten

Erfreulich aus Schweizer Sicht war zudem, dass die Schweizerinnen keinen Absturz erlebten, obwohl die routiniertesten Fahrerinnen, Sylviane Berthod und Catherine Borghi, nicht die erhofften Resultate bringen konnten. Borghi schied aus, und Berthod, die sich derzeit in der Abfahrt stärker sieht, kam nicht über Rang 27 hinaus.

Dafür überraschten die Berner Oberländerin Tanja Pieren (13.) und die Ostschweizerin Ella Alpiger (16.). Tanja Pieren erreichte mit Nummer 32 Platz 13, ihr mit Abstand bestes Weltcup-Ergebnis. Bisher war dies der 27. Rang gewesen, den sie vergangenen Dezember in Val d´Isère realisiert hatte.

Und sehr gut hielt sich auch Ella Alpiger, die als 16. (mit Nummer 37) ihr zweitbestes Resultat herausfuhr. Alpigers Bestmarke ist der 13. Platz in der St. Moritzer Abfahrt vom Dezember 2000. Im Super-G fuhr Alpiger aber noch nie annähernd so stark. In dieser Disziplin holte sich in Lake Louise erstmals Weltcuppunkte.

Renate Götschl: im Steilhang perfekt

Die überragende Fahrerin im Super-G war indes Renate Götschl. Die 28-jährige aus der Steiermark fuhr ein ganz starkes Rennen. "Den Steilhang", so meinte sie hinterher, "bin ich nahezu perfekt gefahren. Auf diese Leistung darf ich stolz sein."

< Ihr gelang eine beeindruckende Reaktion, nachdem sie noch am Freitag als 13. der Abfahrt geschlagen worden war: "Das war ein ganz bitteres Ergebnis. Aber wir haben daraus die richtigen Schlüsse gezogen." In Lake Louise feierte Renate Götschl Weltcupsieg Nummer 28, den neunten in der Sparte Super-G.

Carole Montillet, die Gewinnerin der beiden Abfahrten, konnte kein drittes Mal reüssieren. Schon nach dem obersten Abschnitt lag sie zurück. Am Ende reichte es zu Platz 8. Die Deutsche Katja Seizinger bleibt damit die einzige Fahrerin, die jemals an einem Ort drei Rennen hintereinander gewann. Dies war Seizinger in der Saison 1997/98 geglückt, ebenfalls in Lake Louise.

Resultate

Schlussklassement: 1. Renate Götschl (Ö) 1:14,98. 2. Michaela Dorfmeister (Ö) 0,51 zurück. 3. Hilde Gerg (De) 0,68. 4. Kirsten Clark (USA) 0,87. 5. Nadia Styger (Sz) 0,88. 6. Magda Mattel (Fr) und Martina Lechner (Ö) 1,00. 8. Carole Montillet (Fr) 1,08. 9. Martina Ertl (De) 1,28. 10. Katja Wirth (Ö) 1,31. 11. Chimene Alcott (Gb) 1,49. 12. Maria Riesch (De) 1,50. 13. Tanja Pieren (Sz) 1,63. 14. Ingrid Rumpfhuber (Ö) 1,70. 15. Caroline Lalive (USA) 1,73.

16. Ella Alpiger (Sz) 1,74. 17. Emily Brydon (Ka) und Ingrid Jacquemod (Fr) 1,84. 19. Andrine Flemmen (No) 1,87. 20. Julia Mancuso (USA) 1,88. 21. Mélanie Suchet (Fr) und Petra Haltmayr (De) 1,89. 23. Silvia Berger (Ö) 1,99. 24. Lucia Recchia (It) 2,02. 25. Geneviève Simard (Ka) 2,08. 26. Anne-Laure Givelet (Fr) 2,09. 27. Sylviane Berthod (Sz) 2,10. 28. Alexandra Meissnitzer (Ö) 2,14. 29. Barbara Kleon (It) 2,18. 30. Kathrin Wilhelm (Ö) 2,25.

Ferner: 37. Tamara Müller 2,68. 39. Fränzi Aufdenblatten 3,25. -- 58 Fahrerinnen gestartet, 49 klassiert; ausgeschieden: u.a. Catherine Borghi (Sz), Martina Schild (Sz), Regina Häusl (De), Isolde Kostner (It), Brigitte Obermoser (Ö).

Technische Daten: Men´s Olympic Downhill, 2160 m, 500 m HD, 34 Tore, Kurssetzer B. Zobel/Ö.

Weltcup-Stand

Super-G (nach 1 Rennen): 1. Renate Götschl (Ö) 100. 2. Michaela Dorfmeister (Ö) 80. 3. Hilde Gerg (De) 60. 4. Kirsten Clark (USA) 50. 5. Nadia Styger (Sz) 45. 6. Martina Lechner (Ö) und Magda Mattel (Fr) 40. 8. Carole Montillet (Fr) 32. 9. Martina Ertl (De) 29. 10. Katja Wirth (Ö) 26. Ferner: 16. Ella Alpiger 15. 27. Sylviane Berthod 4.

Gesamtwertung (nach 6 Rennen): 1. Anja Pärson (Sd) 280. 2. Carole Montillet (Fr) 259. 3. Martina Ertl (De) 211. 4. Renate Götschl (Ö) 196. 5. Hilde Gerg (De) 185. 6. Michaela Dorfmeister (Ö) 182. 7. Alexandra Meissnitzer (Ö) 151. 8. Kirsten Clark (USA) 138. 9. Sonja Nef (Sz) 121. 10. Anna Ottosson (Sd) 101. 11. Maria Rienda Contreras (Sp) 96. 12. Tanja Poutiainen (Fi) 90. 13. Denise Karbon (It) 84. 14. Maria Riesch (De) 83. 15. Nicole Hosp (Ö) 80.

Ferner: 16. Nadia Styger 76. 18. Catherine Borghi 72. 21. Marlies Oester 66. 26. Sylviane Berthod 57. 43. Fränzi Aufdenblatten 28. 53. Ella Alpiger 22. 55. Tanja Pieren 20. 66. Corina Grünenfelder und Lilian Kummer 14.

Nationenwertung: 1. Österreich 3536 (Männer 2494+Frauen 1042). 2. Schweiz 1034 (544+490). 3. Frankreich 997 (496+501). 4. Italien 950 (562+388). 5. USA 919 (558+361). 6. Norwegen 721 (659+62). 7. Schweden 697 (280+417). 8. Deutschland 578 (35+543). 9. Kanada 306 (164+142). 10. Finnland 270 (180+90). 11. Slowenien 105 (53+52). 12. Spanien 96 (0+96). 13. Liechtenstein 83 (83+0). 14. Kroatien 65 (45+20). 15. England 48 (0+48). 16. Tschechien 47 (0+47). 17. Japan 22 (22+0). 18. Slowakei 18 (0+18). 19. Australien 10 (10+0).

(von Werner Eisenring, Lake Louise/Si)

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