Ski alpin: Tamara Müller 'aus dem Nichts' auf Platz 4
publiziert: Mittwoch, 15. Jan 2003 / 18:38 Uhr

(Si) Tamara Müller war im ersten von zwei Super-G in Cortina für die grosse Überraschung besorgt. Die Zugerin fuhr "aus dem Nichts" auf Platz 4 und "rettete" die Bilanz des Schweizer Teams.

Carole Montillet nach dem gewinn des Super-G 2003 in Cortina.
Carole Montillet nach dem gewinn des Super-G 2003 in Cortina.
Die nach Weltrangliste 30 besten Fahrerinnen, die nach der neuen Regelung in umgekehrter Reihenfolge zu den Super-G starten, hatten ihr Pensum hinter sich gebracht, die Schweizerinnen schienen erneut zu den Geschlagenen zu gehören. Da legte Tamara Müller eine Fahrt hin, mit der sie alle überraschte -- auch sich selber. "Als ich im Ziel die ´4´ aufleuchten sah, habe ich es zuerst gar nicht glauben können", berichtete die 25-Jährige aus dem B-Kader, die vor vier Jahren als Slalom-Fahrerin mit dem 22. Platz in der WM-Hauptprobe in St. Anton beeindruckend in den Weltcup eingestiegen war, dann sich aber immer mehr den schnellen Disziplinen hingezogen fühlte.

Das eigene Erstaunen in Cortina ist nachvollziehbar: Über den 23. Rang, errungen Anfang Dezember in Lake Louise (Ka), war die in Goldau im Kanton Schwyz wohnhafte Frohnatur bis gestern in einem Weltcup-Super-G noch nicht hinaus gekommen. Auf anderen Ebenen hatte Tamara Müller ihre Qualitäten indes bereits unter Beweis gestellt. Im vergangenen März gewann sie in Lenzerheide einen Europacup-Super-G, einen Monat später wurde sie in Arosa Schweizer Meisterin.

Endlich am Limit gefahren

An jenem Wochenende in Lake Louise hatte Tamara Müller im Weltcup gleichwohl ein erstes Mal für Aufsehen gesorgt. In der zweiten Abfahrt in der kanadischen Provinz Alberta war sie Siebte geworden und damit so gut wie noch nie klassiert gewesen. Sie habe nun ihre Leistungen im Training endlich wieder umsetzen können, sagte Tamara Müller. Mit anderen Worten ausgedrückt: Endlich hat sie ans Limit gehen -- und so die Forderung von Trainerin "Maite" Nadig umsetzen können. "Bisher hat mir ein wenig die Überzeugung gefehlt, so dass ich oft zu verhalten gefahren bin."

Mit ihrem gelungenen Auftritt, der ihr nebenbei als "WinStar" (bestklassierte Fahrerin unter den ersten 15 ab Startnummer 31) 50 Gramm Gold eintrug, schnupperte Tamara Müller sogar an einem Podestrang; auf die zweitplatzierte Renate Götschl verlor sie nur 14 Hundertstel, Hilde Gerg als Dritte war sogar nur 7 Hundertstel schneller.

Ohne das Glanzresultat von Tamara Müller hätte "Maite" Nadig eine triste Bilanz ziehen müssen -- abgesehen von Tanja Pieren (29.), die mit der Startnummer 48 auch in ihrem zweiten Super-G in dieser Saison Weltcup-Punkte holte, und der 18-jährigen Fabienne Suter (34.), die mit der Nummer 53 bei ihrem Debüt in dieser Sparte die ersten 30 nur um zwei Zehntel verpasste.

Als zweitbeste Schweizerin belegte Corinne Rey-Bellet Platz 13. Die nach ihrer Heirat vom Val d´Illiez nach Abtwil SG umgezogene Walliserin, die seit der Abfahrt in Lenzerheide kurz vor Weihnachten wegen anhaltender Probleme im rechten Knie pausiert hatte, gab sich gleichwohl zufrieden. "Seit drei Tagen bin ich schmerzfrei. Im Moment ist es wichtig für mich, das Vertrauen wieder aufzubauen. Zuletzt hatte ich am Skifahren überhaupt keinen Plausch. Es war vielmehr ein Müssen."

Verunsicherte Sylviane Berthod

Ratlos gibt sich dagegen Sylviane Berthod nach ihrem 36. Rang; bei der nominell zweitbesten Super-G-Fahrerin des Schweizer Teams macht sich Verunsicherung breit. "Ich weiss nicht, woran es liegt. Seit Saisonbeginn geht es nur noch bergab. Das nagt natürlich am Selbstvertrauen. Dabei habe ich zuletzt gut trainiert. In Veysonnaz bin ich in der vergangenen Woche sogar an die Zeiten von Carole Montillet heran gekommen." Eine glatte Enttäuschung war auch Fränzi Aufdenblatten (47.), die nur drei Konkurrentinnen hinter sich liess. Noch vor einem Monat hatte die stets gut gelaunte Walliserin Ähnliches vollbracht wie nun Tamara Müller. Mit der Startnummer 45 war sie in Val d´Isère Fünfte geworden -- und hatte ebenfalls die Schweizer Ehre gerettet.

Eine Klasse für sich in Cortina war Carole Montillet. Die Abfahrts-Olympiasiegerin war mit Ausnahme des letzten Streckenteils überall die Schnellste und distanzierte die Konkurrenz um mindestens 46 Hundertstel. Die Französin, die schon den Super-G in Val d´Isère für sich entschieden hatte, kam zu ihrem bereits dritten Sieg in diesem Winter und dem vierten insgesamt. Renate Götschl, die sich im März letzten Jahres in Lenzerheide schwerste Knieverletzungen zugezogen hatte, setzte derweil mit Platz 2 ihr gelungenes Comeback fort. Die Steirerin gibt sich darob ebenso überrascht wie Hilde Gerg. Die seit der zweiten Abfahrt in Lake Louise mit einem gerissenen Kreuzband fahrende Deutsche hatte sich ein derart gutes Abschneiden (noch) nicht zugetraut.

(David Bernold, Cortina /sda)

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