Ski alpin: Triumph von Lasse Kjus nach 5 Jahren Unterbruch
publiziert: Freitag, 19. Dez 2003 / 16:38 Uhr

Nach fast fünf Jahren Unterbruch gewann der Norweger Lasse Kjus im Super-G von Val Gardena erstmals wieder ein Weltcuprennen. Die Schweizer gehen den Weg der kleinen Schritte voran: 7. Cuche, 11. Kernen, 15. Hoffmann.

Der Norweger Lasse Kjus verhinderte einen Doppelerfolg der Österreicher.
Der Norweger Lasse Kjus verhinderte einen Doppelerfolg der Österreicher.
Wie Kjus (wird im Januar 33) gehören auch die beiden andern auf dem Podest der Senioren-Abteilung an: Stephan Eberharter (2.) wird im März 35-jährig, und auch Hermann Maier (3.) hat den 31-jährigen Geburtstag schon hinter sich. Maier scherzte an der Pressekonferenz: "Ich bin stolz, der jüngste auf dem Podest zu sein. Offenbar habe ich noch eine grosse Zukunft vor mir.".

Auch Hans Knauss und Daron Rahlves, die ex-aequo den vierten Platz belegten, sind zum Teil schon deutlich über 30. Bei dieser Senioren-Party muss sich sich der 29-jährige Didier Cuche mit seinem 7. Platz fast wie ein Junior vorkommen.

Noch ein Faktum prägte das Bild des 3. Super-G dieser Saison. Von den ersten zehn stand nur ein einziger nicht auf Atomic-Ski -- der Sieger Lasse Kjus. Der Norweger war vor einem Jahr von Atomic auf Dynastar umgestiegen, ansonsten wohl erstmals in der Geschichte des Skisports eine Marke sämtliche Top-Ten-Plätze für sich beansprucht hätte. Selbst in den Top-15 gab es nur noch zwei Ausnahmen: Bruno Kernen (Rossignol) als Elfter und Ambrosi Hoffmann (Stöckli) als Fünfzehnter.

15 Weltcupsiege -- 17 WM- und Olympiamedaillen

Wenn einer wie Lasse Kjus gewinnt, der schon 14 Weltcupsiege und 17 WM- oder Olymia-Medaillen errungen hat, ist das keine Überraschung, dennoch kam sein 15. Triumph unerwartet. Seit vier Jahren und neun Monaten war er in einem Weltcuprennen nie mehr zuoberst auf dem Podest gestanden. Den letzten Sieg feierte er im März 1999 in der Sierra Nevada, in jener Saison, in der er fünf Abfahrten und den Gesamtweltcup für sich entschied. Der letzte (und bisher einzige) Erfolg im Super-G liegt sogar acht Jahre zurück (Vail 1996).

Nach dem Skiwechsel von Atomic zu Dynastar im Frühling 2002 tat sich Kjus schwer. Seine besten Abfahrtsresultate im letzten Winter waren ein 16. und 23. Rang, auch im Super-G kam er in den ersten fünf Rennen über einen 10. Platz nicht hinaus. Erst ein erneuter Materialwechsel (er kehrte auf Atomic-Schuhe zurück, blieb aber auf Dynastar-Ski) brachte ihm den Erfolg zurück.

Auf Anhieb gewann er in St. Moritz die Silbermedaille in der WM-Kombination, und beim Weltcup-Finale in Lillehammer wurde er (hinter Eberharter) Zweiter im Super-G. "Um zu gewinnen, müssen alle Details stimmen. Ich spürte, wie ich wieder imstande war, auf jedem Meter Tempo zu machen", meinte der Norweger, der gegen den stark aufkommenden Eberharter eine Zehntelsekunde Vorsprung ins Ziel rettete.

Gian Gilli: "Weitere kleine Fort-Schritte"

Die Schweizer Bilanz ist alles andere als berauschend, dennoch weckt sie einige Zuversicht. "Mein 11. Platz ist kein gutes Resultat, aber ein positives Ergebnis", bringt Bruno Kernen seine Leistung auf den Punkt. "26 Hundertstel schneller, dann wäre ich Vierter. Das zeigt, dass ich ´dabei´ bin. Jede gelungene Kurve, jede gute Abschnittzeit tut dem Selbstvertrauen gut."

Ähnlich äussert sich Didier Cuche: "Es fehlt noch der letzte Zacken Sicherheit, um gegen das Top-Trio Kjus-Eberharter-Maier kämpfen zu können. Aber mit dem übrigen Feld kann ich mithalten." Vom 4. Platz trennten ihn drei Hundertstel, vom Podest drei Zehntel. "Diese Zeit habe ich in der letzten Doppelkurve vor dem Zielhang vergeben", sagt Cuche, der ebenfalls aus diesem Ergebnis Vertrauen schöpft: "Ich weiss jetzt, mit welchem Ski und welchen Schuhen ich die Abfahrt bestreite. Das ist gut für den Kopf."

Morgenröte hat auch Gian Gilli, der Chef Leistungssport ausgemacht: "Es waren weitere kleine Fort-Schritte festzustellen, mit Betonung auf Schritte. Die Rückstände werden kleiner, und in der Fahrweise ist mehr Entschlossenheit spürbar. Die Trainer sind gefordert." Dann macht er, losgelöst vom Rennen, noch eine Bemerkung zur Gesamtsituation im Skiverband bezüglich Nachwuchserfassung- und förderung: "Es ist fünf vor Zwölf. Wenn jetzt nicht dem Hintertsten und Letzten die Augen aufgehen, kämpfen wir in drei, vier Jahren gegen die Libanesen." Falls diese dann nicht auf Atomic fahren...

Die Resultate

Weltcup-Super-G Männer Val Gardena (It). Weltcup-Super-G der Männer. Schlussklassement: 1. Lasse Kjus (No) 1:36,94. 2. Stephan Eberharter (Ö) 0,10 zurück. 3. Hermann Maier (Ö) 0,48. 4. Daron Rahlves (USA) und Hans Knauss (Ö) 0,84. 6. Aksel Lund Svindal (No) 0,86. 7. Didier Cuche (Sz) 0,87. 8. Benjamin Raich (Ö) 0,91. 9. Christoph Gruber (Ö) 0,96. 10. Michael Walchhofer (Ö) 1,00.

11. Bruno Kernen (Sz) 1,10. 12. Bjarne Solbakken (No) 1,40. 13. Andreas Schifferer (Ö) 1,49. 14. Patrik Järbyn (Sd) 1,52. 15. Ambrosi Hoffmann (Sz) 1,55. 16. Marco Büchel (Lie) 1,61. 17. Bode Miller (USA) 1,79. 18. Fritz Strobl (Ö) 1,86. 19. Pierre-Emmanuel Dalcin (Fr) 1,90. 20. Alessandro Fattori (It) 1,93.

21. Norbert Holzknecht (Ö) und Tobias Grünenfelder (Sz) 2,08. 23. Peter Fill (It) 2,16. 24. Bryon Friedman (USA) 2,17. 25. Paul Accola (Sz) 2,28. 26. Didier Défago (Sz) und Ole Magnus Kulbeck (No) 2,45. 28. Michael Gufler (It) 2,46. 29. Vincent Lavoie (Ka) 2,55. 30. Kenneth Sivertsen (No) 2,61.

Ferner: 33. Konrad Hari (Sz) 2,87. 43. Beni Hofer (Sz) 3,37. -- 62 Fahrer gestartet, 54 klassiert. -- Ausgeschieden u.a.: Daniel Züger (Sz), Hannes Reichelt, Max Rauffer (De), Stefan Stankalla (De).

Die Weltcupstände

Männer. Gesamtwertung (nach 11 von 40 Wertungen): 1. Hermann Maier (Ö) 465. 2. Hans Knauss (Ö) 358. 3. Lasse Kjus (No) 350. 4. Andreas Schifferer (Ö) 327. 5. Stephan Eberharter (Ö) 302. 6. Michael Walchhofer (Ö) 296. 7. Bjarne Solbakken (No) 295. 8. Bode Miller (USA) 277. 9. Benjamin Raich (Ö) 274. 10. Kalle Palander (Fi) 269. 11. Daron Rahlves (USA) 261. 12. Frédéric Covili (Fr) 190. 13. Ivica Kostelic (Kro) und Rainer Schönfelder (Ö) 161. 15. Didier Cuche (Sz) und Patrik Järbyn (Sd) 146. 17. Aksel Lund Svindal (No) 141. 18. Giorgio Rocca (It) 140. 19. Erik Guay (Ka) 135. 20. Manfred Pranger (Ö) 120. 21. Peter Fill (It) 114. 22. Johann Grugger (Ö) 113. 23. Christoph Gruber (Ö) 109. 24. Ambrosi Hoffmann (Sz) 108. 25. Arnold Rieder (It) 99. 26. Marco Büchel (Lie) 98. 27. Heinz Schilchegger (Ö) 93. 28. Joel Chenal (Fr) 87. 29. Fritz Strobl (Ö) 81. 30. Davide Simoncelli (It) 80.

Ferner: 32. Bruno Kernen 76. 33. Franco Cavegn 74. 36. Didier Défago 66. 37. Tobias Grünenfelder 62. 38. Silvan Zurbriggen 60. 59. Paul Accola 29. 68. Marco Casanova und Rolf von Weissenfluh 21. 100. Urs Imboden 7. 101. Konrad Hari 6.

Super-G (nach 3 von 7 Rennen): 1. Hermann Maier (Ö) 240. 2. Lasse Kjus (No) 185. 3. Bjarne Solbakken (No) 158. 4. Stephan Eberharter (Ö) 152. 5. Hans Knauss (Ö) 117. 6. Benjamin Raich (Ö) und Michael Walchhofer (Ö) 106. 8. Daron Rahlves (USA) 98. 9. Patrik Järbyn (Sd) 82. 10. Didier Cuche (Sz) 81.

Ferner: 17. Ambrosi Hoffmann und Bruno Kernen 43. 21. Paul Accola 29. 22. Tobias Grünenfelder 26. 26. Didier Défago 18. 38. Konrad Hari 6.

Nationen (nach 20 von 75 Wertungen): 1. Österreich 4756 (Männer 3086+Frauen 1670). 2. Italien 1369 (744+625). 3. Schweiz 1275 (676+599). 4. Frankreich 1241 (552+689). 5. USA 1223 (676+547). 6. Schweden 1004 (283+721). 7. Norwegen 993 (877+116). 8. Deutschland 800 (82+718). 9. Finnland 490 (288+202). 10. Kanada 402 (218+184). 11. Kroatien 204 (161+43). 12. Slowenien 171 (93+78). 13. Liechtenstein 98 (98+0). 14. Spanien 96 (0+96). 15. Tschechien 81 (0+81). 16. England 72 (24+48). 17. Slowakei 40 (0+40). 18. Japan 22 (22+0). 19. Australien 10 (10+0).

(rp/Si)

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