Ski alpin: Weltcup-Slalom Frauen Park City
publiziert: Sonntag, 24. Nov 2002 / 11:21 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 24. Nov 2002 / 11:44 Uhr

(Si) Park City bleibt das Terrain von Janica Kostelic. Die Kroatin gewann auf dem Hang, auf dem sie "Riesen"-Olympiagold geholt hatte, überlegen den ersten Weltcup-Slalom der Saison. Sonja Nef belegte nach drittbester Zeit im ersten Lauf Platz 7.

Die Kroatin Janica Kostelic.
Die Kroatin Janica Kostelic.
Wie zwei Tage zuvor im Riesenslalom (5.) musste Sonja Nef aus der 3. Position nach dem ersten Lauf in der Schlussrangliste ein Abrutschen in Kauf nehmen. Nachdem ihr die Verhältnisse am Morgen mit den eng gesteckten Toren vollends zugesagt hatten, kam sie im Finale überhaupt nicht mehr zurecht. In dem von tiefen Furchen durchsetzten Parcours fand sie ihren Rhythmus nie und liess praktisch bei jedem Schwung Zeit liegen. Die Gruberin wollte indes nichts beschönigen und suchte die Schuld bei sich selber: "Diese Bedingungen mag ich nun mal nicht. Auf solch schlechten Pisten habe ich meine Mängel. Wenn du aber die Beste sein willst, musst du überall gut fahren können." Damit hatte sie auf dieser Strecke schon in den vergangenen Jahren ihre liebe Mühe gehabt; bei fünf Starts schied sie viermal aus.

Kaltes Wasser und Pfefferminz-Salbe Mühe hatte Sonja Nef diesmal schon mit der Vorbereitung; beim Einfahren passte überhaupt nichts zusammen. Wegen den ungewohnt hohen Temperaturen fühlte sie sich schlapp und ausgelaugt. Dies habe ihr eine Standpauke ihres Trainers Sepp Brunner ("Er hat mich regelrecht zusammengestaucht") eingebracht. Besserung brachte erst eine nicht alltägliche Massnahme. "Ich ging nach dem Einfahren noch einmal ins Hotel zurück, kühlte meine Beine mit kaltem Wasser und rieb sie mit Pfefferminz-Salbe ein. Danach gings besser", erzählte die 30-Jährige. Leider nur im ersten Lauf...

Vom Schweizer Quartett holten auch Marlies Oester und Corina Grünenfelder Weltcup-Punkte. Primär für die Adelbodnerin, die trotz eines zu sehr auf Sicherheit bedachten ersten Laufes Platz 13 eingenommen hatte, wäre mehr als der 21. Rang drin gelegen. Dass Corina Grünenfelder (27.) am Start war, "grenzt an ein Wunder", wie sie selber sagte. Nach dem Knöchelbruch von Anfang Oktober hatte die Elmerin ihre Rückkehr ursprünglich im Slalom in Aspen geplant. "Der Fuss schmerzt zwar immer noch. Beim Fahren merke ich dies aber nicht." Fränzi Aufdenblatten, die behutsam als Allrounderin aufgebaut werden soll, schied bei ihrem Slalom-Debüt im ersten Lauf aus.


"Ein Hang für mich"

Auf diesem Hang kämen ihre Stärken voll zum Tragen, sagte Janica Kostelic nach ihrem überlegenen Triumph. "Ich mag es, wenn es zuerst steil ist und die Piste dann flacher wird." Tatsächlich war die dreifache Olympiasiegerin im unteren Teil eine Klasse für sich und schuf sich in jenen Passagen den entscheidenden Vorteil. Vom Zustand der Piste im zweiten Lauf war jedoch auch sie wenig angetan. "Das hatte mit Skisport nichts mehr zu tun. Das war eine neue, fünfte Disziplin."

Janica Kostelic hat mit dem 14. Weltcup-Sieg ihrer Erfolgsstory in Park City ein weiteres Kapitel hinzu gefügt. In keiner anderen Station hat die Kroatin in ihrer bislang so imposanten und turbulenten Karriere derart markante Eckpunkte gesetzt wie im ehemaligen Silberminen-Städtchen. 1998 war sie, noch nicht einmal 17-jährig, mit der Startnummer 53 und Bestzeit im zweiten Lauf in ihrem ersten Weltcup-Slalom (!) Dritte geworden. Zwei Tage zuvor hatte sie als Vierte des Riesenslaloms die Fachwelt ein erstes Mal verblüfft.

Zwei Jahre später nutzte Janica Kostelic den Abstecher nach Park City nur elf Monate nach ihrem brutalen Sturz im Abfahrtstraining in St. Moritz, bei dem in ihrem rechten Knie so ziemlich alles kaputt gegangen war, zu einem glanzvollen Comeback. Im Slalom fuhr sie die Konkurrenz in Grund und Boden und siegte mit zweimal Laufbestzeit. Das bis am Samstag letzte Highlight sparte sie sich danach für Olympia auf, wo sie nach zweimal Gold und einmal Silber auch noch den Riesenslalom für sich entschied.

Als Zweite schaffte Christel Pascal erstmals seit ihrem 2. Rang in Garmisch im Februar 2001 wieder den Sprung unter die ersten drei. Dass es der Französin im letzten Winter nicht wunschgemäss gelaufen war, hatte familiäre Gründe. Im Sommer vergangenen Jahres trennte sie sich von ihrem mittlerweile geschiedenen Ehemann Christophe Saioni, im Januar verunglückte ihr Vater bei einem Autounfall tödlich. Noch länger musste die Österreicherin Sabine Egger, die mit Bestzeit vom 15. in den 3. Rang vorstiess, auf ein Erfolgserlebnis warten. Im Januar 2000 war sie in Maribor als ebenfalls Dritte letztmals so weit vorne klassiert.

(bert/sda)

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