Ski alpin: Weltcup-Super-G Männer Kitzbühel
publiziert: Montag, 27. Jan 2003 / 12:09 Uhr / aktualisiert: Montag, 27. Jan 2003 / 19:12 Uhr

(Si) Der Super-G, der weitgehend nur für Hermann Maier auf Montagmorgen angesetzt worden war, geriet zu einem epochalen Ereignis. Nur zwei Wochen nach seinem Comeback feierte der Herminator - wider alle Gesetze - in Kitzbühel einen sensationellen Triumph.

Im Riesenslalom von Adelboden vor 14 Tagen hatte er noch um fünf Hundertstel die Qualifikation für den zweiten Durchgang verpasst, in Wengen gab er mit einem 7. Rang in der Abfahrt II ein erstes Lebenszeichen, und nun kehrte er in Kitzbühel, im Mekka des Skisports, auf den Thron zurück, von dem er am 24. August 2001 durch einen fürchterlichen Motorrad-Unfall gerissen worden war.

Der Maier-Triumph überstrahlte alles: die überragende Bilanz der Österreicher mit sieben Fahrern unter den ersten acht, aber auch das mässige Ergebnis der Schweizer, von denen Didier Cuche mit seinem 6. Platz als einziger die Austria-Phalanx durchbrechen konnte. Nach drei Super-Gs mit Siegen von Cuche und Didier Défago und -- Marco Büchel eingeschlossen -- sechs Podestplätzen kehrte im letzten Rennen vor St. Moritz wieder der Alltag ein.

Cuche: "Maier künftig allein im Weltcup..."

Didier Cuche, wegen einer verpassten Kurve im Ziel unter seinem Wert geschlagen, staunte wie alle andern über Hermann Maier: "Dafür finde ich keine Worte." Und er fügte an: "In Wengen hat Bernhard Russi gesagt, eigentlich müssten alle, die hinter Maier klassiert sind, die Ski abgeben und aufhören. Jetzt sind wir soweit: Da Maier wieder gewinnt, kann er im nächsten Winter allein Weltcup fahren..."

Die "Lex Maier" des ÖSV-Verbandspräsidenten Peter Schröcksnadel, der alles unternahm, um seinem Mandanten -- Schröcksnadel ist zugleich sein Manager -- noch eine Start- und Selektionsmöglichkeit zu bieten, ging auf: Der Herminator qualifizierte sich nicht nur für die WM, sondern wird nach seinem 42. Weltcupsieg (dem 17. im Super-G) auch eine Option auf einen Startplatz in der Abfahrt erheben. "Für die Weltmeisterschaften und den Skisport ist Maier eine grosser Gewinn", freut sich OK-Chef Gian Gilli über das unerhoffte WM-Geschenk.

Maier: "Ich bin überwältigt"

Maier selber zeigte nach seinem Husarenritt über Streifalm und Hausberg im dichten Schneefall und schlechter Sicht Emotionen: "Ich bin überwältigt und weiss gar nicht, was ich sagen soll." Tränen schossen ihm in die Augen, als er erzählte, dass ihn dieser Sieg mehr freue als all seine WM- und Olympiamedaillen: "Das ist das Schönste, was mir je passiert ist."

Im Training Anfang Januar mit seinem Kollegen Christoph Gruber (der, genesen von einem Kreuzbandriss, 0,11 hinter Maier Zweiter wurde) hätte er wohl gespürt, dass die Form wieder komme, aber in den Rennen habe er sich verkrampft: "Ich wollte zuviel, war übermotiviert, machte alles falsch. Mir fehlte die Rennpraxis. Ich musste wieder ´reinwachsen´."

Auch sein Erzrivale Stephan Eberharter, als Dritter 0,15 hinter Maier, staunte: "Ich kann vor Hermann nur den Hut ziehen. Er ist eine Bereicherung für den Skisport." Und Bernhard Russi sagt: "Dafür gibt es nur ein Schlagwort: Hermann Maier." Die Steigerungsform des Superlativs Mega-Herminator ist schlicht und einfach -- Maier.

Kurssetzer Morisod: Falsche Hoffnung

Doppeltes Staunen blieb dem Schweizer Kombi-Trainer Patrice Morisod: In Adelboden wagte er vor dem Maier-Comeback die riskante Prognose: "Wenn Hermann unter die ersten 15 kommen sollte, stelle ich meinen Job zur Verfügung". Und nun wurde er zwei Wochen in Kitzbühel als Kurssetzer unfreiwillig dessen Steigbügelhalter: "Ich habe die Tore etwas enger gesteckt als am Freitag, weil die meisten Österreicher 2,12-m-Ski fahren, wir aber nur 2,09er." Just auf dem vermeintlichen Anti-ÖSV-Kurs wiederholten die Österreicher beinahe ihren legendären Triumph von Innsbruck 1999, als sie zu neunt das Klassement anführten.

Und die Schweizer erhielten im richtigen Moment einen Schuss vor den Bug und die Erkenntnis, dass es in jedem Rennen vollste Konzentration braucht, mögen die Verhältnisse noch so widerlich sein. "Die Verhältnisse waren ähnlich schlecht wie am Freitag, als das Rennen abgesagt wurde", fand Didier Défago (28.), der mit dem Sieger-Ski von Val Gardena zu oft den Neuschnee pflügte. "Noch bei der Besichtigung habe ich nicht mit einem Rennen gerechnet", sagte Ambrosi Hoffmann (12.), und Bruno Kernen (17.) ärgerte sich, dass er wegen einer Fehleinschätzung nicht offensiver und aggressiver gefahren ist.

Die drei werden in St. Moritz wohl zusammen mit Didier Cuche das WM-Team bilden, da Tobias Grünenfelder (23.) und Franco Cavegn (26.) ihre Chance nicht packten. Cuche machte in Zweckoptimismus: "Ich weiss nun, was ich in St. Moritz besser machen muss." Nach acht Weltcup-Super-G-Podestplätzen in Serie ist es erst das zweite Mal, dass Cuche nicht unter den ersten drei steht.

Kitzbühel (Ö). Weltcup-Super-G der Männer. Schlussklassement: 1. Hermann Maier (Ö) 1:20,48. 2. Christoph Gruber (Ö) 0,11 zurück. 3. Stephan Eberharter (Ö) 0,15. 4. Andreas Schifferer (Ö) 0,64. 5. Hans Knauss (Ö) 0,71. 6. Didier Cuche (Sz) 0,74. 7. Fritz Strobl (Ö) 1,06. 8. Hannes Reichelt (Ö) 1,09. 9. Kjetil André Aamodt (No) 1,27. 10. Hannes Trinkl (Ö) 1,37.

11. Ambrosi Hoffmann (Sz) 1,43. 12. Bode Miller (USA) und Claude Crétier (Fr) 1,69. 14. Josef Strobl (Ö) 1,71. 15. Jakub Fiala (USA) 1,74. 16. Stefan Stankalla (De) 1,77. 17. Bruno Kernen (Sz) 1,81. 18. Aksel Lund Svindal (No) 1,83. 19. Bjarne Solbakken (No) 1,87. 20. Gregor Sparovec (Sln) 1,97.

21. Fredrik Nyberg (Sd) 2,01. 22. Daron Rahlves (USA) 2,03. 23. Tobias Grünenfelder (Sz) 2,10. 24. Werner Franz (Ö) 2,11. 25. Patrik Järbyn (Sd) 2,14. 26. Michael Gufler (It) und Franco Cavegn (Sz) 2,21. 28. Konrad Hari (Sz) und Didier Défago (Sz) 2,29. 30. Beni Hofer (Sz) 2,35.

Ferner: 39. Jürg Grünenfelder (Sz) 3,95. -- 52 Fahrer gestartet, 39 klassiert. -- Ausgeschieden u.a.: Daniel Züger (Sz), Marco Büchel (Lie), Lasse Kjus (No), Sébastien Fournier (Fr) und Marco Sullivan (USA).

Technische Daten: Piste Streifalm, 2280 m Länge, 583 m HD, 42 Tore, Kurssetzer Patrice Morisod (Sz).

(bert/sda)

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