Skination Österreich zwischen Kritik und Hoffnung
publiziert: Dienstag, 12. Feb 2013 / 21:51 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 12. Feb 2013 / 23:27 Uhr
Gemeinsames Leiden: Bundespräsident Ueli Maurer und Amtskollege Heinz Fischer.
Gemeinsames Leiden: Bundespräsident Ueli Maurer und Amtskollege Heinz Fischer.

Österreich glaubt sich an der Ski-WM in Schladming am Wendepunkt. Trotz rosiger Aussichten dank Marcel Hirscher in den technischen Disziplinen hallen aber die Nullnummern in den Speed-Wettbewerben nach.

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Das war des Schlechten zuviel. Beim fünften Grossanlass in Folge waren Österreichs Abfahrer ohne Medaille geblieben. Die Welle der Ernüchterung erfasste das ganze Land, ins Klagelied stimmten die Normalbürger genauso ein wie die Prominenten. Viele ehemalige Grössen des Österreichischen Skiverbandes meldeten sich in den letzten Tagen zu Wort. Hans Knauss, unter anderem 1999 Abfahrtssieger in Kitzbühel und 1998 zusammen mit Didier Cuche Olympia-Zweiter im Super-G, tat es. Fritz Strobl, Abfahrts-Olympiasieger 2002, und Rainer Schönfelder, das einstige Slalom-Ass, ebenso. Ihre Meinungen wurden gehört, gelesen, als treffend oder unzutreffend taxiert. Mehr nicht.

Maiers Blog

Nun aber hat einer seine Sicht der Dinge dargelegt, dessen Kunde eine ganz andere, weit grössere Dimension hat. Hermann Maier hat die Chef-Etage des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV), Präsident Peter Schröcksnadel, der sich mit prognostizierten sechs bis acht Medaillen etwas gar weit aus dem Fenster gelehnt hatte, und Sportdirektor Hans Pum ins Zentrum seiner Kritik gestellt. «Es ist an der Zeit, die Funktionäre und Trainer zu hinterfragen. Anstatt dem Team den Druck zu nehmen, haben sie ihn mit übertriebenen Erwartungen sogar noch erhöht. Unter den Funktionären vermisse ich auch nur einen Anflug von Selbstkritik. Das mit ungeheurem Aufwand betriebene Training gehört genau durchleuchtet. Ich würde mir mehr Kreativität wünschen. Die Freude sollte im Vordergrund stehen. Stattdessen versteckt man sich hinter den Sportlern - im beruhigenden Bewusstsein, dass man im Falle eines Scheiterns in anderer Funktion auftaucht», schreibt der einstige Superstar der Alpin-Szene im Blog auf der Internetseite seiner Sponsorin, der Raiffeisen-Bank.

Hans Pum zeigte sich von Maiers Scharfzüngigkeit gleichermassen überrascht und enttäuscht. «Das Ganze ist schon eigenartig - vor allem wenn man bedenkt, wie oft wir dem Hermann während seiner Aktiv-Zeit geholfen haben.» Bei Mario Reiter, 1998 Olympiasieger in der Kombination, jetzt beim ÖSV in der Marketing-Abteilung tätig, machte sich Ärger breit. «Es ist überhaupt nicht nötig, sich während der WM derart in den Mittelpunkt zu stellen. Wir sollten lieber zusammenhalten, denn wir können hier noch viel erreichen.»

Heilsbringer Hirscher

Die von Reiter für die nächsten Tage angedachten Erfolge sind selbstredend eng mit Marcel Hirscher verbunden. Der Salzburger soll es nach seinen überragenden Vorstellungen im Weltcup auch am Freitag im Riesenslalom und zum WM-Abschluss am Sonntag im Slalom richten. Der neue Heilsbringer der Nation hat am Montag Einzug in Schladming gehalten und gestern Abend im Team-Wettkampf bei erster Gelegenheit die erste Goldene unter Dach und Fach gebracht. Bis zu seinem ersten Einsatz hatte er versucht, sich abzuschotten, dem Rummel auszuweichen, sich an seinem Heimatort Annaberg in aller Abgeschiedenheit auf seine schwierige Mission vorzubereiten.

Aus der Ruhe vermochten ihn auch die übers Wochenende aufgekommenen Gerüchte über seinen möglichen Einfädler im Slalom in Kitzbühel nicht zu bringen. Hirscher begegnete dem Störmanöver mit der nötigen Portion Souveränität. Er kenne das im Internet veröffentlichte Video schon seit vierzehn Tagen. Es habe ihn überhaupt nicht gestresst, höchstens erstaunt, dass sich jemand diese Mühe gemacht habe. «Ich hätte eher erwartet, dass diese Geschichte noch knapper vor dem Riesenslalom publik gemacht wird. Offenbar sieht mich nicht jeder gern auf dem Siegerpodest.»

Der ohnehin schon immense Hype um Hirscher wird bis zum Ende der WM noch einmal an Stärke zunehmen. Mit der Erwartungshaltung seiner Landsleute geht der bald 24-Jährige gelassen um. Er wirkt ruhig und abgeklärt, aufs Wesentliche fokussiert. «Ich werde auch im Riesenslalom und im Slalom alles in meiner Macht Stehende tun. Wenn es nicht hinhaut, kann ich mir keine Vorwürfe machen. Weltcup-Punkte gibt es keine zu gewinnen, wodurch dieser Druck schon mal wegfällt. Damit habe ich auch keinen Druck wegen der Rechnerei. Das hilft mir, möglichst viel Risiko einzugehen. So ist es zwar auch möglich, dass ich Fehler mache. Doch das gehört zum Skisport dazu.»

Vergessen machen kann Hirscher das in den Speed-Wettbewerben Geschehene nicht. Dafür ist den Österreichern die Männer-Abfahrt an einer Weltmeisterschaft oder an Olympischen Spielen zu wichtig. Als Balsam taugen weitere (Gold-)Medaillen aber allemal. Für die Skifans genauso wie für Peter Schröcksnadel und Hans Pum.

(fest/Si)

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