Ski alpin
Svindal macht den doppelten Aksel
publiziert: Sonntag, 25. Nov 2012 / 20:30 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 25. Nov 2012 / 22:38 Uhr
Aksel Lund Svindal.
Aksel Lund Svindal.

Aksel Lund Svindal krönte sich zum neuen Ski-König von Lake Louise. Nach der Abfahrt gewann der Norweger auch den Super-G, womit er nun im Banff National Park fünf Siege errungen hat, soviele wie kein anderer. Patrick Küng verhinderte eine weitere Schweizer Schlappe.

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Den Super-G gewann Svindal gar noch überlegener als tags zuvor die Abfahrt. Der Norweger, der in einem Monat 30 Jahre alt wird, siegte 0,85 Sekunden vor dem Franzosen Adrien Théaux. Das war dieselbe Differenz, wie sie letztlich zwischen Théaux und dem 18. der Rangliste bestand. Alleine diese Tatsache zeigt, auf welch einsamer Ebene Svindal sich bewegte. Mit seinem fünften Sieg in Lake Louise setzte sich der Norweger auch vor Hermann Maier, der es als bisheriger Rekordhalter auf vier Erfolge in der kanadischen Ski-Station gebracht hatte.

"Wenn es so gut läuft, dann muss man das geniessen. Das ist nicht selbstverständlich", sagte Svindal nach seinem neuesten Sieg, seinem 18. auf Stufe Weltcup. Schon zum dritten Mal in seiner Karriere gelang Svindal innerhalb von 24 Stunden eine Sieg-Doublette in Abfahrt und Super-G. Im März 2007 hatte er dies beim Saison-Finale auf der Lenzerheide ein erstes Mal geschafft. Zwei Tage später gewann er dann auch noch den Riesenslalom, wonach er sich erstmals den Gesamt-Weltcup eroberte.

Mit seinen Auftritten in Lake Louise beeindruckte Svindal die Konkurrenz sichtlich. Er machte deutlich, dass er dem Österreicher Marcel Hirscher oder dem Amerikaner Ted Ligety (im Super-G starker Vierter) im Kampf um die grosse Kristallkugel ein ganz gefährlicher Gegner sein wird. Denn nun folgt in einer Woche Beaver Creek. Und auch dort hat er das Double, Abfahrts- und Super-G-Sieg innert zwei Tagen schon einmal realisiert. Das war im Dezember 2008.

Küng egalisiert seine Super-G-Bestmarke

Die Schweizer wären auch im Super-G empfindlich geschlagen worden, wenn nicht der Glarner Patrick Küng einen ganz starken Lauf hingelegt hätte. Der 28-Jährige aus Obstalden erreichte den 10. Platz, womit er seine persönliche Bestmarke im Super-G egalisierte. Zehnter war er schon im März 2010 in Kvitfjell und vor zwei Jahren ebenfalls in Lake Louise geworden. Küng zeigte am Sonntag eine ganz erstaunliche Leistung, mit der er nicht optimal belohnt wurde. Denn auf den zweitplatzierten Théaux verlor er nur gut vier Zehntel. Und das in seinem erst zweiten Rennen nach schwerer Verletzung. Im Februar hatte er sich beim Weltcup-Super-G in Crans-Montana das vordere rechte Kreuzband gerissen.

Anfang September hatte er sich erstmals wieder auf die Ski stellen können, erst im Oktober konnte er zwischen den Toren trainieren. "Mir fehlte die Zeit für die Material-Abstimmung, was sich in den Flachstücken einer Abfahrt stärker auswirkt als im Super-G", sagt Küng, der mit seiner Fahrt zufrieden war, ohne aber gleich euphorisch zu werden. Immerhin stand er ja in der Abfahrt schon auf dem Podium, dort will er nächstens wieder hin. Dazu war Lake Louise ein erster Schritt. "Es braucht halt eine gewisse Zeit, bis ich wieder voll angreifen kann." Noch vor zwei Wochen plagten ihn Hüftprobleme, weil er die Knie nicht gleich belastete, "doch nun", so sagt er, "geht es immer besser."

Der Rest des Schweizer Teams reihte sich unter die Geschlagenen. Zweitbester von Swiss-Ski war Sandro Viletta, letzten Winter Gewinner des Super-G von Beaver Creek. Der Bündner landete mit knapp zwei Sekunden Rückstand auf Platz 25. Weltcuppunkte gab es ansonsten nur für Silvan Zurbriggen (27.), der sich zum Saisonstart genauso schwer tat wie viele seiner Kollegen. Tobias Grünenfelder, vor zwei Jahren an gleicher Stelle noch überraschender Super-G-Sieger, war einer der Ratlosen: "Ich finde einfach die richtige Abstimmung nicht. Es ist bei mir ähnlich wie bei Carlo Janka. Wenn ich etwas verändere, wird es oft noch schlechter." Mit seiner tiefen Nummer wäre er eigentlich gut bedient gewesen, zumal der Wind immer stärker aufkam. In den Top 10 befand sich am Ende keiner mit einer höheren Nummer als der 17. Die trug Aksel Lund Svindal.

Cheftrainer Osi Inglin erwartet für Beaver Creek eine deutliche Steigerung: "Lake Louise ist zwar eine spezielle Strecke. Aber was wir hier abgeliefert haben, war deutlich zu wenig. Vielleicht werden wir die Startplatz-Garantien für unsere Fahrer überdenken. Das Kontingent muss ja nicht zwingend ausgenützt werden. Für Beaver Creek ändern wir aber diesbezüglich noch nichts."

Resultate:
Lake Louise (Ka). Weltcup-Super-G der Männer: 1. Aksel Lund Svindal (No) 1:34,09. 2. Adrien Théaux (Fr) 0,85 zurück. 3. Joachim Puchner (Ö) 0,90. 4. Ted Ligety (USA) 0,91. 5. Werner Heel (It) 1,10. 6. Matthias Mayer (Ö) 1,19. 7. Andreas Romar (Fi) 1,22. 8. Max Franz (Ö) 1,23. 9. Matteo Marsaglia (It) 1,29. 10. Patrick Küng (Sz) 1,31. 11. Erik Guay (Ka) 1,35. 12. Peter Fill (It) 1,36. 13. Johan Clarey (Fr) 1,38. 14. John Kucera (Ka) 1,40. 15. Klaus Kröll (Ö) 1,41. Ferner: 25. Sandro Viletta (Sz) 1,99. 27. Silvan Zurbriggen (Sz) 2,20. 34. Didier Défago (Sz) 2,67. 40. Carlo Janka (Sz) 2,88. 41. Tobias Grünenfelder (Sz) 2,89. 56. Vitus Lüönd (Sz) 3,71. 63. Marc Gisin (Sz) 5,20.

 

(fest/Si)

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