Dreifacher Titelverteidiger an der Heim-WM
Ted Ligety - Vom Primus zum Jäger
publiziert: Donnerstag, 5. Feb 2015 / 06:23 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 5. Feb 2015 / 08:03 Uhr
Ted Ligety tritt an der Heim-WM als dreifacher Titelverteidiger an.
Ted Ligety tritt an der Heim-WM als dreifacher Titelverteidiger an.

Ted Ligety tritt an der Heim-WM als dreifacher Titelverteidiger an. Die Bürde des Favoriten hat der Amerikaner in Beaver Creek indessen nicht zu tragen. Selbst in seiner Domäne Riesenslalom hat er die Rolle des Primus eingebüsst.

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Die Dominanz im Riesenslalom hatte in den vergangenen zwei Wintern ungeheuerliche Züge angenommen. Ligety fuhr mit wenigen Ausnahmen in einer eigenen Liga, degradierte seine Konkurrenten zu Statisten und versetzte sie praktisch im Sieben-Tage-Rhythmus in einen Schock-Zustand. In dieser Phase gewann der Überflieger aus Park City im Staat Utah 11 der 16 Weltcup-Riesenslaloms, verteidigte er in Schladming seinen WM-Titel erfolgreich und wurde er in Rosa Chutor Olympiasieger.

Talent und materielle Vorteile

Die krasse Überlegenheit war nicht nur dem Talent geschuldet. Ligety nutzte seine Vorteile im Materialsektor resolut, die sich ihm dank seinem Ausrüster Head boten. Die Firma mit Sitz in Kennelbach im Vorarlberg hatte die mit Abstand beste Lösung parat, als der Internationale Skiverband auf die vorletzte Saison hin neue Weisungen für den Skisektor ausgegeben hatte. Vorgeschrieben waren wieder längere, schmalere und vor allem weniger taillierte Modelle, die eine andere Fahrweise verlangten. Super-Carver Ligety verinnerlichte den neuen Stil auf perfekte Weise.

Ausgerechnet Ligety passte sich den Veränderungen am besten an. Ausgerechnet er, der am lautesten gegen die neuen Bestimmungen gepoltert hatte. In seinem Zorn hatte er die FIS eine Diktatur genannt und sie der Tyrannei bezichtigt, zynisch hatte er ehemalige Grössen wie Michael von Grünigen oder Alberto Tomba zum Comeback aufgefordert.

Ligety - Hirscher 1:4

Mittlerweile hat der Wind gedreht. Andere Skifirmen haben punkto Entwicklung den Rückstand auf Head wettgemacht. Ligety hat seinen grössten Trumpf verloren, seine Überlegenheit gehört der Vergangenheit an. Entsprechend zeigen die Ranglisten der Riesenslaloms in diesem Winter ein anderes Bild. Ligety hat lediglich den Sieg von Anfang Dezember in Beaver Creek in seiner saisonalen Zwischenbilanz stehen. In den restlichen vier «Riesen» spielte einer die erste Geige, bei dem sich in den letzten zwei Jahren viel Frust aufgebaut hatte, der sich aber mit der Rolle des (fast) chancenlosen Herausforderers nie und nimmer anfreunden wollte: Marcel Hirscher.

Der Gesamt-Weltcupsieger der vergangenen drei Winter konnte seine ungeliebte Rolle nur in Zusammenarbeit mit seinem Ausrüster Atomic loswerden. Dass sein Streben nach Perfektion nicht am Pistenrand endet, bekamen sie im Unternehmen aus Altenmarkt im Pongau zu spüren. Der Tüftler Hirscher brachte immer neue Ideen ein, trieb die Techniker der Entwicklungsabteilung unermüdlich an. In den Hallen von Atomic standen die Maschinen in jenen Zeiten selten still.

Leithammel Miller

Ligety hat seine Vormachtstellung nicht nur im sportlichen Bereich eingebüsst. Auch teamintern scheint er die Position des Leaders wieder los zu sein. Diesen Eindruck erhielt zumindest vermittelt, wer die Pressekonferenz der amerikanischen Speed-Fahrer in dieser Woche mitverfolgt hat. Gefragt war primär Rückkehrer Bode Miller, derweil von dem auf dem Stuhl daneben mit gesenktem Kopf sitzenden Ligety kaum eine Wortmeldung verlangt wurde.

Sinnbildlich war auch, was sich im Vorfeld des Treffens mit den Medienvertretern abgespielt hatte, dessen Beginn mehrere Male verschoben und das schliesslich an einen anderen Ort verlegt wurde. Das dafür vorgesehene Zelt im Zielraum war noch durch TV-Produzenten belegt - bis Millers Geduld am Ende war und er zur Tat schritt. Er beendete eigenständig die Veranstaltung der Fernsehleute und forderte den Raum für den eigenen Auftritt ein. Mit breiter Brust war Miller ins Zelt marschiert. Seine Kollegen waren ihm brav gefolgt, unter ihnen auch Ligety.

Ein weiteres Mal wurde dem Blondschopf vor Augen geführt, dass auch er der Aura Millers nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen hat. In der Gunst der Öffentlichkeit wird er dem mittlerweile 37 Jahre alten charismatischen Hippie-Sohn nie den Rang ablaufen können. Dreifacher Titelverteidiger hin oder her.

(nir/sda)

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