Ski alpin:
Urs Lehmann: «Wir stehen nicht dort, wo erhofft»
publiziert: Dienstag, 15. Feb 2011 / 13:43 Uhr
Swiss-Ski Präsident Urs Lehmann
Swiss-Ski Präsident Urs Lehmann

Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann zieht an den Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen (De) nach sechs von elf WM-Rennen eine Zwischenbilanz.

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Urs Lehmann, es ist kaum anzunehmen, dass die nächste Kleiderkollektion des Verbandes aus Leder ist?

Urs Lehmann: «Mal schauen. Wenn man den Tessiner fragen würde, wäre die Kollektion wegen der vierten Plätze aus Holz, beim Romand aus Schokolade und bei uns eben aus Leder.»

An den Junioren-Weltmeisterschaften vor zwei Wochen in Crans-Montana waren die Schweizer mit elf gewonnenen Medaillen unglaublich erfolgreich. Weshalb können die «Grossen» nicht an die Erfolge des Nachwuchses anknüpfen?

Urs Lehmann: «Das kann man nicht vergleichen. Weltmeisterschaften bei den Aktiven und bei den Junioren sind zwei komplett verschiedene Paar Schuhe. Beide Titelkämpfe sind extrem wichtig. Garmisch soll aufzeigen, wo wir aktuell mit unserem Potenzial im weltweiten Vergleich stehen. Crans-Montana hingegen zeigt auf, wo wir in drei, vier Jahren stehen können.»

Wie sieht Ihre Zwischenbilanz nach sechs von elf WM-Entscheidungen in Garmisch aus?

Urs Lehmann: «Wir stehen ganz klar nicht dort, wo wir es uns erhofft haben. Nicht nur die Athleten, Trainer, Funktionäre, sondern auch die Fans aus der Ski-Nation Schweiz durften nach den Resultaten in dieser Weltcup-Saison mehr erwarten. Auch im Vergleich mit der aktuellen Position in der Nationenwertung (2. Platz hinter Österreich - Red.) oder der WM vor zwei Jahren in Val d'Isère können wir natürlich gar nicht zufrieden sein.»

Wie lautet Ihre Erklärung für das enttäuschende Abschneiden in der ersten WM-Woche?

Urs Lehmann: «In meinen Augen hat es sehr viel mit Pech zu tun, ob du Vierter oder Dritter wirst. Und die Schweiz hat in sechs Rennen in Garmisch schon viermal den vierten Platz belegt. Erschwerend kommt hinzu, dass einige unserer Athleten mit gesundheitlichen Beschwerden kämpfen und andere wegen einer Verletzung gänzlich ausfallen. Didier Défago, Nadia Styger sind nicht dabei, dazu kommen die Probleme von Carlo Janka und Sandro Viletta. Wo wir in der Vergangenheit Glück gehabt haben, geht dies zurzeit halt schief. Ich hoffe aber, dass wir nun alles Pech eingezogen haben.»

Didier Cuches Silbermedaille in der Abfahrt ist der bisher einsame WM-Höhepunkt aus Schweizer Sicht.

Urs Lehmann: «Ja, der Medaillengewinn von Didier Cuche ist natürlich das Highlight. Didier ist aktuell der beste Abfahrer der Welt, das hat er in Kitzbühel und Chamonix eindrücklich bewiesen. Als er eine WM-Medaille gewann, fiel allen ein Stein vom Herzen. Ich glaube, es gab auch keinen Österreicher oder Amerikaner, der ihm die Medaille nicht gegönnt hätte. Trotzdem gibt es im Fall von Didier auch die klitzekleine Enttäuschung, dass er eben nicht Weltmeister geworden ist. Ich selber sage es so: Es ist ein 'huere Seich', dass Didier nicht die Goldene heimgetragen hat.»

Ganz ohne Medaille steht nach den Speed-Wettbewerben das Frauen-Team da.

Urs Lehmann: «In allen drei Rennen wurde eine Schweizerin Vierte. Dominique Gisin beispielsweise ist in der Super-Kombination super gefahren, natürlich dann in der Abfahrt weniger. Dafür war dann Lara Gut top, die trotz Verletzung voll angegriffen hat. Dieses Verhalten finde ich richtig. Wir sind auch hier nicht weit von der Spitze weg. Doch klar, als Team stehen wir nicht dort, wo wir sein müssten.»

Vor Jahresfrist an den Olympischen Spielen gewannen die Schweizer Frauen ebenfalls keine Medaille. Daraufhin musste Cheftrainer Hugues Ansermoz gehen. Droht nun seinem Nachfolger Mauro Pini das gleiche Schicksal?

Urs Lehmann: «Das finde ich eine ganz schlechte Frage, die mir allerdings immer wieder gestellt wird. Wenn man Mauro kennt und weiss, wie er arbeitet, dann bleibt für diese Frage nur ein müdes Lächeln übrig. Mauro hat im Nachwuchsbereich schon erste Spuren hinterlassen, indem er die Europacup- und C-Mannschaft zusammengeführt und damit die Durchlässigkeit entschieden erhöht hat. Die Medaillengewinne bei den Juniorinnen haben teils auch damit zu tun. Mauro hat erste und positive Zeichen gesetzt. Wenn die Frauen in Garmisch ohne Medaille bleiben, so darf man das nicht Mauro ankreiden.»

Was ist Ihnen in der ersten Woche aus internationaler Sicht aufgefallen?

Urs Lehmann: «Ich habe den Schluss noch nicht. Aber was es zu diskutieren gilt, ist Folgendes: Wir sahen hochattraktive Speed-Events. Klar gab es Diskussionen, dass Abfahrt und Super-G bei dieser Pistenpräparierung zu gefährlich seien. Doch Fakt ist, dass die Rennen spektakulär waren und es keine Verletzten gab. Wenn man immer von Sicherheit spricht und darüber, dass es weniger Verletzte geben soll, dann sollte man Garmisch vielleicht als positive Anregung nehmen. Ich meine in diesem Sinne, dass es halt vergleichsweise viele Schläge in der Piste hat und auch die Streckenführung so umgesetzt wird wie in Garmisch. Wenn das Resultat mehr Spektakel, aber weniger Verletzte ist, dann ist es sicherlich eine Überlegung wert.»

In der zweiten WM-Woche folgen die technischen Disziplinen und der Team-Event. Was liegt für die Schweizer Skirennfahrer noch drin?

Urs Lehmann: «Das ist schwierig zu sagen. In meiner Beurteilung im Vorfeld erhoffte ich mir von der ersten Woche ganz klar mehr. Die nun folgenden Disziplinen kommen unseren Athleten weniger gut entgegen. Es wird deutlich schwieriger, Medaillen zu gewinnen. Wir sind auf Exploits angewiesen.»

(sl/Si)

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