Finalsieg gegen Schwedin Hansdotter
Wendy Holdener fährt im 99. Rennen zum ersten Sieg
publiziert: Dienstag, 23. Feb 2016 / 19:29 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 23. Feb 2016 / 21:25 Uhr
Wendy Holdener bei ihrer Zielankunft.
Wendy Holdener bei ihrer Zielankunft.

Beim Parallel-Slalom in Stockholm errang Wendy Holdener ihren ersten Sieg im Weltcup. Diese Art Rennen liebt die Innerschweizerin ganz speziell.

Die 22-jährige Innerschweizerin gewann im Final gegen die Einheimische Frida Hansdotter. Zweimal war Holdener in einem Slalom schon Zweite geworden, zuletzt Ende Dezember in Lienz. Dort war sie von Hansdotter um 7 Hundertstel auf Platz 2 verwiesen worden, doch in Schwedens Hauptstadt konnte die Schwyzerin erfolgreich Revanche nehmen.

Im Duell Frau gegen Frau hat sich Wendy Holdener in den Team-Wettbewerben schon oft bewährt. «Ich liebe diese Rennen, die ganze Atmosphäre, die vielen Zuschauer. Man ist ständig gefordert. Es geht rauf und runter», bekannte die Unteribergerin. Auch vor drei Jahren in Moskau, beim bisher letzten Parallel-Slalom, hatte sie überzeugt. Damals war sie auf Platz 4 gefahren. In Stockholm machte sie es noch besser. Im Final verlor sie im ersten Lauf 15 Hundertstel auf Hansdotter, doch im zweiten Durchgang drehte sie den Spiess um, und gewann mit einem Zehntel Reserve auf die Skandinavierin.

Gegen zwei Schwedinnen gewonnen

«Ich hatte wenig zu verlieren. Im schlimmsten Fall wäre ich halt wieder Zweite geworden. Der Druck lastete bei diesem Heimrennen eher auf den Schwedinnen», erklärte Wendy Holdener nach ihrer Sieg-Premiere, die sie in ihrem exakt 99. Weltcuprennen realisierte.

Auf dem Weg in den Final räumte Holdener in den Viertelfinals die Slowakin Petra Vlhova aus dem Weg. Und in den Halbfinals schaltete Wendy Holdener mit Maria Pietilä-Holmner die erste Schwedin aus. Ganz so locker wie es wirkte, war es aber nicht. «In den ersten Läufen fühlte ich mich noch nicht ganz so gut. Aber danach konnte ich mich ständig steigern», meinte die Innerschweizerin.

Die im Final unterlegene Frida Hansdotter konnte sich damit trösten, im Kampf um den Slalom-Weltcup ihren Vorsprung ausgebaut zu haben. Zwei Rennen vor Schluss liegt die Schwedin nun 139 Punkte vor Velez Zuzulova.

Duell Gut - Vonn unentschieden

Das Duell zwischen Lara Gut und Lindsey Vonn um die grosse Kristallkugel ging mit einem Patt zu Ende. Beide schieden in der ersten Runde aus, womit es in der Weltcup-Gesamtwertung bei den 23 Punkten Rückstand von Lara Gut auf die Amerikanerin bleibt. Lara Gut verlor in den Achtelfinals gegen die Slowakin Veronika Velez Zuzulova, Lindsey Vonn schied gegen Wendy Holdener aus. Die Tessinerin konnte ihr Ausscheiden relativ locker nehmen, zumal sie ja nicht verlor: «Es war für mich eine neue Erfahrung.»

Das Rennen der Männer gewann mit Marcel Hirscher der Favorit. Hirscher schlug im Final den Schweden André Myhrer. Da der Norweger Henrik Kristoffersen schon in der ersten Runde - ausgerechnet gegen Landsmann Kjetil Jansrud - auf der Strecke geblieben war, liegt nun Hirscher im Gesamt-Weltcup mit 173 Punkten Vorsprung auf den Skandinavier voraus. Der Salzburger errang seinen bereits 37. Weltcupsieg, den zweiten in einem Parallel-Slalom nach Moskau 2013.

Hirscher beendete auch eine für ihn doch ungewöhnlich lange Zeit ohne Sieg. Seit dem 6. Januar hatte er nicht mehr triumphiert. «Es waren wichtige 100 Punkte», erklärte der Österreicher, «ich bin ja ein wenig verwöhnt, was die Erfolge betrifft. Zuletzt war ich schon ein bisschen zum Nachdenken gezwungen worden.»

Auch der Slalom-Weltcup ist noch nicht endgültig entschieden. Hirscher liegt in dieser Wertung noch 131 Punkte hinter Kristoffersen. Ausstehend sind allerdings nur noch die beiden Prüfungen in Kranjska Gora und St. Moritz.

Resultate:
Stockholm. Weltcup-Parallel-Slaloms. Männer. Schlussklassement: 1. Marcel Hirscher (AUT). 2. André Myhrer (SWE). 3. Stefano Gross (ITA). 4. Alexander Choroschilow (RUS). 5. Kjetil Jansrud (NOR), Victor Muffat-Jeandet (FRA), Felix Neureuther (GER) und Julien Lizeroux (FRA). 9. Henrik Kristoffersen (NOR), Patrick Thaler (ITA), Alexis Pinturault (FRA), Alexander Choroschilow (RUS), Fritz Dopfer (GER), Manfred Mölgg (ITA), Sebastian Foss-Solevaag (NOR), Matias Hargin (SWE) und Jonathan Nordbotten (NOR).

Final: Hirscher s. Myhrer. - Um Platz 3: Gross s. Choroschilow. - Halbfinals: Myhrer s. Choroschilow. Hirscher s. Gross. - Viertelfinals: Myhrer s. Jansrud. Choroschilow s. Muffat-Jeandet. Gross s. Neureuther. Hirscher s. Lizeroux. - Achtelfinals: Jansrud s. Kristoffersen. Myhrer s. Thaler. Choroschilow s. Pinturault. Muffat-Jeandet s. Dopfer. Neureuther s. Mölgg. Gross s. Foss-Solevaag. Lizeroux s. Hargin. Hirscher s. Nordbotten.

Frauen. Schlussklassement: 1. Wendy Holdener (SUI). 2. Frida Hansdotter (SWE). 3. Maria Pietilä-Holmner (SWE). 4. Nina Löseth (NOR). 5. Carmen Thalmann (AUT), Nastasia Noens (FRA), Petra Vlhova (SVK) und Veronika Velez Zuzulova (SVK). 9. Lara Gut (SUI), Michelle Gisin (SUI), Lindsey Vonn (USA), Tina Weirather (LIE), Marie-Michèle Gagnon (CAN), Resi Stiegler (USA), Maren Wiesler (GER) und Michaela Kirchgasser (AUT).

Final: Holdener s. Hansdotter. - Um Platz 3: Pietilä-Holmner s. Löseth. - Halbfinals: Hansdotter s. Löseth. Holdener s. Pietilä-Holmner. - Viertelfinals: Hansdotter s. Thalmann. Löseth s. Noens. Holdener s. Vlhova. Pietilä-Holmner s. Velez Zuzulova. - Achtelfinals: Hansdotter s. Weirather. Thalmann s. Gagnon. Noens s. Stiegler. Löseth s. Wiesler. Holdener s. Vonn. Vlhova s. Gisin. Pietilä-Holmner s. Kirchgasser. Velez Zuzulova s. Gut.

(fest/Si)

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