Österreicher wird Gesamt-Weltcupsieger

Hirscher raubt Feuz den letzten Funken Hoffnung

publiziert: Samstag, 17. Mrz 2012 / 16:10 Uhr / aktualisiert: Samstag, 17. Mrz 2012 / 18:20 Uhr
Marcel Hirscher mit der Kristallkugel.
Marcel Hirscher mit der Kristallkugel.

Beat Feuz glaubt nicht an ein sportliches Wunder und verzichtet beim Weltcup-Finale in Schladming auf den abschliessenden Slalom von heute Sonntag. Die grosse Kristallkugel geht an Marcel Hirscher.

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Dieses Mal blieb die Papierform gewahrt - nicht wie im Super-G am Donnerstag. Marcel Hirscher bestand im Riesenslalom vor 14'000 euphorisierten Skifans das Meisterstück; Beat Feuz verpasste die Top 15 und damit die Punkteränge als 21. um 0,71 Sekunden. Aus 75 Punkten Vorsprung aus Sicht des 25-jährigen Emmentalers wurden 25 Punkte Rückstand, weil Hirscher dem Druck mehr als einfach nur standhielt und souverän seinen bereits neunten Saisonsieg einfuhr. Um den Gesamtweltcup doch noch zu gewinnen, hätte Feuz heute im Slalom Zehnter werden und Hirscher ausscheiden müssen.

"So viele Slalomfahrer würden mir das Geschenk eines Ausfalls nicht machen", sagte Feuz. Wäre Hirscher nur Zweiter geworden, hätte Feuz, der wegen seiner Knieverletzung seit mehr als einem Monat keine Slalom-Ski mehr angeschnallt hat, die Kombination 15. Platz plus Out von Hirscher genügt. "In diesem Fall wäre sicher noch alles möglich gewesen." Doch der einzige "Riese", der Hirscher an diesem Tag hätte schlagen können, schied im ersten Lauf aus. Bei der zweiten Zwischenzeit hatte Ted Ligety noch 0,42 Sekunden Vorsprung gehabt. Mit dem Out war das Thema Disziplin-Weltcup für den Amerikaner definitiv erledigt.

Die Steigerung der Sonderleistung

So durfte Hirscher die erste kleine Kristallkugel seiner Karriere entgegennehmen. Dieser folgt heute die grosse - und wenn Hirscher im Slalom 50 Punkte mehr gewinnt als Ivica Kostelic, sogar noch eine zweite kleine. Wie Hirscher die gestrige Aufgabe gemeistert hat, verdient allergrössten Respekt. Schon auf die Polemik um angebliche, ungeahndete Einfädler hatte er im Januar mit einem Sieg in Schladming reagiert. Jener im Nachtslalom war sein erster auf österreichischem Boden. Nun gelang Hirscher sogar noch eine Steigerung jener mentalen Sonderleistung.

Hirscher setzte sich vor seinen Landsleuten Hannes Reichelt und Marcel Mathis durch. Es war der erste Dreifacherfolg des ÖSV seit der Super-Kombination am 11. Dezember 2009 in Val d'Isère, wo die Reihenfolge Benjamin Raich vor Hirscher und Romed Baumann gelautet hatte. Benjamin Raich war 2006 auch der letzte Österreicher gewesen, der den Gesamtweltcup für sich entschied. Von den Landsmännern hatten das zuvor auch Karl Schranz (zweimal), Hermann Maier (viermal) und Stephan Eberharter (zweimal) geschafft.

Nach einem Kahnbeinbruch im linken Fuss kurz vor den Weltmeisterschaften in Garmisch hatte sich Hirscher vor dieser Saison vorgenommen, den Wiederanschluss an die Weltspitze herzustellen. Und jetzt gewinnt er die wertvollste Trophäe des Skiwinters - als erster "Techniker" seit Alberto Tomba 1995 und als erster mit zwei Disziplinen seit dem Speed-Spezialisten Luc Alphand 1997. Hirscher liess in den letzten Wochen immer wieder durchschimmern, dass ihn die Rechnerei und die Erwartungshaltung nicht kalt lassen. "Jeder erwartet Wunderdinge von mir, frei nach dem Motto: Der Wunderwuzzi wird es schon richten", sagte er gestern. Wunderwuzzi lässt sich mit Alleskönner übersetzen.

Feuz freut sich schon auf die Revanche

Beat Feuz trug die Niederlage im Kugelduell mit Fassung und war wie gewohnt zu Sprüchen aufgelegt. "Ich habe alles richtig gemacht. Wenn das nicht reicht, dann ist Marcel einfach besser gewesen." Bezüglich Slalom-Teilnahme hatte sich Feuz zunächst noch nicht endgültig festlegen wollen. Erst nach einer Sitzung mit den Trainern am späten Nachmittag erklärte er Forfait. Gratuliert hatte Feuz seinem Widersacher, den er seit Juniorenzeiten kennt, schon unmittelbar nach dem Rennen. "Aber ich freue mich bereits auf die Revanche im nächsten Winter."

Feuz darf stolz sein auf seine erste Saison nach dem Durchbruch an die Weltspitze. Mit 13 Podestplätzen war er so erfolgreich wie seit Paul Accola im Weltcup-Winter 1991/1992 kein Schweizer mehr. Dem Davoser verhalfen damals 14 Podestplätze zum Gesamtsieg. Im Moment spricht nichts dagegen, dass Feuz wieder um Kristall wird fighten können. Zuerst geht es nun aber an die Regeneration. Feuz schliesst die Saison nach Materialtests Anfang Woche ab und unterzieht sich dann dem längst geplanten Eingriff am Knie.

Resultate:
Schladming (Ö). Weltcup-Riesenslalom der Männer: 1. Marcel Hirscher (Ö) 2:25,53. 2. Hannes Reichelt (Ö) 0,19 zurück. 3. Marcel Mathis (Ö) 0,55. 4. Alexis Pinturault (Fr) 0,75. 5. Thomas Fanara (Fr) 1,56. 6. Jean-Baptiste Grange (Fr) 1,89. 7. Davide Simoncelli (It) 1,97. 8. Matts Olsson (Sd) 2,18. 9. Steve Missillier (Fr) 2,22. 10. Benjamin Raich (Ö) 2,26.

11. Cyprien Richard (Fr) 2,50. 12. Didier Défago (Sz) 2,55. 13. Kjetil Jansrud (No) 2,67. 14. Truls Ove Karlsen (No) 2,92. 15. Manfred Mölgg (It) 3,07. - Ohne Weltcuppunkte: 16. Aksel Lund Svindal (No) 3,11. 17. André Myhrer (Sd) 3,34. 18. Marcus Sandell (Fi) 3,48. 19. Carlo Janka (Sz) 3,63. 20. Philipp Schörghofer (Ö) 3,64.

21. Beat Feuz (Sz) 3,78. 22. Christof Innerhofer (It) 4,05. 23. Romed Baumann (Ö) 4,18. 24. Henrik Kristoffersen (No) 7,67. 25. Ted Ligety (USA) 10,03. 26. Didier Cuche (Sz) 3:19,03. - 26 Fahrer klassiert.

1. Lauf: 1. Reichelt 1:10,99. 2. Hirscher 0,22. 3. Pinturault 0,24. 4. Fritz Dopfer (De) 0,28. 5. Massimiliano Blardone (It) 1,03. 6. Simoncelli 1,26. Ferner: 10. Fanara 1,56. 11. Mathis 1,59. 16. Défago 2,30. 19. Grange 2,50. 25. Feuz 3,29. 26. Janka 3,44. 27. Cuche 3,65. 29. Ligety 11,16. - 29 Fahrer gestartet und klassiert.

2. Lauf: 1. Ligety 1:13,41. 2. Mathis 0,09. 3. Grange 0,52. 4. Kristoffersen 0,53. 5. Olsson 0,70. 6. Hirscher 0,91. 7. Fanara 1,13. Ferner: 9. Janka und Reichelt 1,32. 13. Défago 1,38. 15. Feuz 1,62. 16. Pinturault 1,64. 26. Cuche 3:16,51. - Ausgeschieden: Dopfer, Blardone und Giovanni Borsotti (It).

(fest/Si)

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