Ski alpin: Imboden rettete die Skination Schweiz

publiziert: Sonntag, 8. Feb 2004 / 17:10 Uhr

Kalle Palander und Rainer Schönfelder gingen bei garstigem Wetter vor 23 000 Zuschauern als Sieger des Adelbodner Ski-Weekends hervor. Noch trister als das Wetter war die Schweizer Bilanz: ein 14., 16. und 17. Platz -- mit Urs Imboden als Lichtblick.

Urs Imboden fuhr auf den guten 14. Platz.
Urs Imboden fuhr auf den guten 14. Platz.
Während die Ränge 16 und 17 von Didier Défago und Didier Cuche im Riesenslalom zwar dem momentanen Standard entsprechen, aber trotzdem eine Enttäuschung bildeten, stellte der 14. Platz von Imboden das einzige positive Faktum der letzten internationalen Skiveranstaltung auf Schweizer Boden dar. Er war heuer noch nie so gut klassiert und während seiner ganzen Karriere nur ein einziges Mal wesentlich besser (5. in Park City 2000).

"Ich bin glücklich über dieses Resultat", bekannte der 29-jährige Bündner, der -- mit der Nummer 42 gestartet -- wieder Anschluss findet ans Slalom-Mittelfeld und sich sogar wieder Chancen ausrechnen kann, in die Top 30 zurückzukehren. "Das Resultat gibt mir das Selbstvertrauen, in den nächsten Rennen noch etwas mehr anzugreifen." In Adelboden fuhr noch die Taktik mit: "Ich versuchte eine Mischung zwischen Angriff und Durchkommen zu finden." Damit steigerte sich Imboden vom 20. Rang im 1. Lauf um weitere 6 Plätze.

Silvan Zurbriggen, die Nummer 1 der Slalomfahrer, setzte nach verunglücktem 1. Lauf (nur 21.) auf die Karte Angriff -- und scheiterte. "Das ist Slalom", meinte der Walliser, "Erfolg und Misserfolg liegen in dieser Disziplin sehr nahe zusammen." Bis zu seinem Ausscheiden vor dem Zielhang war Zurbriggen im 2. Lauf auf die Hundertstelsekunde gleich schnell unterwegs wie der Sieger Rainer Schönfelder.

Von den übrigen vier Schweizern schieden die Youngsters Marc Berthod und Raphael Fässler sowie Didier Défago aus und kam Michael Weyermann lediglich auf den 38. und vorletzten Platz aller Klassierten. Im Riesenslalom vom Samstag war das Rennen für fünf von sieben Schweizern schon vor der ersten Zwischenzeit des 1. Laufes zu Ende: Kernen, Casanova und Tobias Grünenfelder schieden aus, Albrecht passierte diese Marke mit 4,88 Sekunden Rückstand (und schied nachher aus), Hoffmann mit 6,24, die sich bis ins Ziel auf 8,14 Sekunden summierten.

So wird in der Chronik von Adelboden, wo in den letzten Jahren immer ein Schweizer auf dem Podest stand, der 16. und 17. Platz im Riesenslalom höchstens eine Randnotiz wert sein. "Wenigstens besser als in Flachau", flachste Chefkoordinator Patrice Morisod mit einem Schuss Ironie. Dort war Anfang Januar Ambrosi Hoffmann als bester und einzig klassierter Schweizer 25. geworden. "Kein erfreulicher Auftritt", kommentierte Skichef Gian Gilli die Adelbodner Vorstellung. "Das ist ein Spiegelbild der momentanen Situation. In den Speed-Disziplinen sind wir dabei, doch in den technischen Bewerben braucht es Sonderefforts, auch um die Jungen wieder heranzuführen."

Die Geschichte der beiden Rennen schrieben die Ausländer. Kalle Palander, bereits Gewinner des andern "Riesen"-Klassikers in Alta Badia, übernahm nach seinem zweiten Triumph auch die Führung in der Disziplinenwertung. Als einziger aus der Gruppe der "Speed-Allrounder" schaffte Hermann Maier, in Adelboden schon dreifacher Sieger, als 8. einen Top-Ten-Platz. Andere wie Vorjahressieger Hans Knauss oder Stephan Eberharter gingen wie Cuche, Défago und Co. unter.

Palander ist mittlerweile der Fahrer mit dem höchsten Sieg-Quotient. Dem ersten Weltcupsieg vor einem Jahr in Kitzbühel liess der (Zufalls-)Weltmeister von 1999 acht weitere folgen, oder anders ausgedrückt: Er gewinnt praktisch jedes zweite Rennen. Dass sein Trainer Christian Leitner auch für andere Länder ein Thema wird, versteht sich von selbst. "Das bin ich mich gewohnt", sagt Palander, "schon in früheren Jahren buhlten Österreich, Kanada und Japan um Christian, jetzt ist offenbar die Schweiz an der Reihe."

Nach sechs Klassierungen in den Top 6 feierte Hobby-Sänger Rainer Schönfelder im Slalom seinen ersten Saisonsieg (sowie den 5. insgesamt) und kredenzte diesen im Ziel mit einer eigenwilligen "Heidi"-Interpretation. Mit Bode Miller und Benjamin Raich standen neben Schönfelder zwei Fahrer auf dem Podest, die im Kampf um den Gesamt-Weltcup ein wichtiges Wort mitreden. Manfred Pranger, überlegener Leader nach dem 1. Lauf, schied, klar vorausliegend, beim Übergang in den Zielhang aus.

Benjamin Raich, dessen Start langezeit fraglich war (Gehirnerschütterung in Garmisch), eroberte von Hermann Maier die Gesamtführung zurück, und Bode Miller rückte hinter Eberharter auf Platz 4 vor (133 Punkte Rückstand). Die Miller-Begeisterung kannte auch in Adelboden keine Grenzen. "Zum ersten Mal in diesem Winter hatte ich in meinem Wohnwagen kaum Ruhe", klagte der Amerikaner, "ständig klopften Leute an meine Tür." Bode Miller wird zur Alternative für den leicht frustrierten Schweizer Skifan.

Das Schlussklassement

1. Rainer Schönfelder (Ö) 1:44,98 2. Bode Miller (USA) + 0,19 3. Benjamin Raich (Ö) 0,50 4. Mario Matt (Ö) 0,90 5. Drago Grubelnik (Sln) 1,39 6. Edoardo Zardini (It) 1,68 7. Akira Sasaki (Jap) 1,74 8. Giorgio Rocca (It) 1,82 9. Pierrick Bourgeat (Fr) 1,83 10. Tom Stiansen (No) 2,18 11. Andre Myhrer (Sd) 2,23 12. Kilian Albrecht (Ö) 2,26 13. Martin Marinac (Ö) 2,49 14. Urs Imboden (Sz) 2,57 15. Alan Perathoner (It) 2,58 16. Hannes Paul Schmid (It) 2,59 17. Mitja Dragsic (Sln) 2,67 18. Jure Kosir (Sln) 2,77 19. Rene Mlekuz (Sln) 2,98 20. Chip Knight (USA) 3,00 21. Jean-Pierre Vidal (Fr) 3,61 22. Andrej Sporn (Sln) 6,79 Ausgeschieden: Silvan Zurbriggen (Sz), Manfred Pranger (Ö), Thomas Grandi (Ka), Giancarlo Bergamelli (It), Heinz Schilchegger (Ö), Johan Brolenius (Sd), Markus Larsson (Sd), Ales Gorza (Sln).

Die Weltcup-Stände

Männer. Gesamtwertung (nach 30 von 40 Prüfungen): 1. Benjamin Raich (Ö) 985. 2. Hermann Maier (Ö) 954. 3. Stephan Eberharter (Ö) 881. 4. Bode Miller (USA) 852. 5. Lasse Kjus (No) 824. 6. Kalle Palander (Fi) 724. 7. Daron Rahlves (USA) 696. 8. Michael Walchhofer (Ö) 653. 9. Hans Knauss (Ö) 631. 10. Andreas Schifferer (Ö) 582. 11. Rainer Schönfelder (Ö) 530. 12. Didier Cuche (Sz) 509. 13. Bjarne Solbakken (No) 468. 14. Christoph Gruber (Ö) 404. 15. Fritz Strobl (Ö) 392. - Ferner: 17. Ambrosi Hoffmann (Sz) 359. 21. Bruno Kernen (Sz) 304. 30. Silvan Zurbriggen (Sz) 236. 31. Didier Défago 229. 43. Tobias Grünenfelder 156. 47. Paul Accola 135. 70. Franco Cavegn 74. 92. Urs Imboden 34. 97. Rolf von Weissenfluh 29. 104. Marco Casanova 21. 128. Konrad Hari 6.

Riesenslalom (nach 6 von 8 Rennen): 1. Kalle Palander (Fi) 349. 2. Bode Miller (USA) 310. 3. Massimiliano Blardone (It) 266. 4. Benjamin Raich (Ö) 241. 5. Davide Simoncelli (It) 225. 6. Heinz Schilchegger (Ö) 194. 7. Frédéric Covili (Fr) 190. 8. Andreas Schifferer (Ö) 174. 9. Joel Chenal (Fr) 163. 10. Arnold Rieder (It) 154. - Ferner: 18. Didier Cuche 82. 29. Didier Défago 46. 31. Tobias Grünenfelder 36. 35. Ambrosi Hoffmann 24. 38. Marco Casanova 21.

Slalom (nach 8 von 11 Rennen): 1. Rainer Schönfelder (Ö) 455. 2. Benjamin Raich (Ö) 442. 3. Kalle Palander (Fi) 375. 4. Giorgio Rocca (It) 342. 5. Manfred Pranger (Ö) 276. 6. Bode Miller (USA) 240. 7. Manfred Mölgg (It) 200. 8. Ivica Kostelic (Kro) 195. 9. Mario Matt (Ö) 192. 10. Pierrick Bourgeat (Fr) 171. - Ferner: 12. Silvan Zurbriggen 162. 41. Urs Imboden 34.

Nationen (nach 57 von 75 Prüfungen): 1. Österreich 13248 (Männer 8128+Frauen 5120). 2. Italien 3910 (2388+1522). 3. Schweiz 3843 (2092+1751). 4. USA 3803 (1922+1881). 5. Frankreich 3222 (1369+1853). 6. Deutschland 3126 (243+2883). 7. Norwegen 2442 (1948+494). 8. Schweden 2430 (733+1697). 9. Finnland 1273 (831+442). 10. Kanada 1270 (561+709).

(von Richard Hegglin, Adelboden/Si)

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