Ski alpin: Schweizer Niederlage in Lake Louise

publiziert: Sonntag, 30. Nov 2003 / 22:09 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 30. Nov 2003 / 22:28 Uhr

Noch der bereits wenig überzeugenden Abfahrt kassierten die Schweizer Männer in Lake Louise im Weltcup-Super-G vom Sonntag eine böse Schlappe: Der mittlerweile 36-jährige Paul Accola war als 16. der beste seines Teams. Der Sieg ging an Hermann Maier.

Er ist und bleibt ein Phänomen. Wenn je einer die Bezeichnung Mister-Super-G verdient hat, dann dieser Hermann Maier. "Der Super-G liegt mir halt", durfte der Salzburger eine Woche vor seinem 31. Geburtstag festhalten. Zum 18. Mal triumpierte er in seiner Lieblings-Disziplin, zum nun schon 43. Mal insgesamt.

Eindrücklich ist auch dies: Der im Sommer 2001 mit dem Motorrad schwer verunfallte Maier errang in seinem erst zweiten Weltcup-Super-G seit seinem Comeback den zweiten Sieg. Gewonnen hatte er im Vorjahr in Kitzbühel, danach war er nur noch bei der WM in St. Moritz angetreten, wo er von Stephan Eberharter auf Platz 2 verwiesen wurde.

"In der Abfahrt", so Maier, "brauche er noch etwas Training. Doch im heutigen Super-G bin ich die die schwierigen Passagen, dort wo man sich überwinden muss, wirklich gut gefahren." Man sah es ihm an und er sagte es auch: "Ich freue mich riesig. Solche Tage muss ich geniessen." Die Siege nach dem Unfall zählen für ihn fast doppelt. Das muss gefeiert werden. Maier wusste auch schon wie: "Heute werde ich mir eine kleine Cola mit ein bisschen Elixier drin genehmigen."

Um 26 Hundertstel hielt Maier den Abfahrtssieger vom Vortag, Michael Walchhofer, auf Distanz. Dieser holte auf der Fläche im unteren Abschnitt noch massiv auf. Als Zweiter schaffte es Walchhofer erstmals aufs Podest eines Super-G, im Kampf um den Gesamt-Weltcup sind Stephan Eberharter oder Bode Miller nun jedenfalls gewarnt. Den österreichischen Triumph vervollständigten in Lake Louise Eberharter und Benjamin Raich mit den Rängen 3 und 4. Aber etwas Aussergewöhnliches ist solches ja inzwischen nicht mehr.

Schwerste Niederlage seit fast vier Jahren

Im Schweizer Team gab es nicht viel zu loben. So schlecht abgeschnitten wie in Lake Louise hatte die Mannschaft letztmals am 16. März 2000 beim Weltcup-Finale in Bormio. Damals landete der Beste (Didier Cuche) ebenfalls auf Platz 16. Im letzten Winter hatten die Schweizer einige schöne Erfolge feiern können. In vier der sechs Super-G waren sie auf dem Podest vertreten gewesen. Doch in Lake Louise ging so ziemlich alles daneben.

Routinier Paul Accola blieb es als 16. vorbehalten, seine Kollegen vor einem noch grösseren Absturz bewahrt zu haben. Denn hinter ihm klassierten sich auf der von vielen Schlägen durchsetzten Piste im Banff National Park nur noch Bruno Kernen (22.), der Adelbodner Konrad Hari (25./immerhin zweitbestes Weltcup-Ergebnis) und Ambrosi Hoffmann (30.) in den Punkterängen. Accola sah man die Genugtuung über seine eigene Leistung an. Er, der sich im Vorjahr bei einem schweren Sturz in Sölden einen Achillessehnenriss und Wirbelfrakturen zugezogen hat und dessen Karriere damit beendet schien, durfte nun wahrlich zufrieden sein.

"In der Abfahrt habe ich das gute Material noch nicht gefunden, aber die heutige Fahrt war o.k.", durfte er festhalten. Für die Abfahrt hatte er sich im Training nicht qualifizieren können. Trotzdem: Für die Zukunft wünscht er sich noch bessere Ränge. "Wenn ich nicht daran glauben würde, dass ich wieder Spitzen-Resultate bringen kann, wäre ich nicht zurückgekommen. Mein Ziel ist es, auch in den weiteren Rennen der beste Schweizer zu sein, allerdings sollte das dann schon deutlich weiter vorne sein."

Weit unter Wert geschlagen wurden jene drei Schweizer, die sich letzten Winter mit Podestplätzen ausgezeichnet hatten. Didier Cuche (33.) braucht nach seiner Schulter-Verletzung noch etwas Zeit, Didier Défago (36.) beging einen krassen Fehler im mittleren Abschnitt und Tobias Grünenfelder (47.) schlug es während der Fahrt die Brille weg.

Resultate

Schlussklassement: 1. Hermann Maier (Ö) 1:36,69. 2. Michael Walchhofer (Ö) 0,26 zurück. 3. Stephan Eberharter (Ö) 0,55. 4. Benjamin Raich (Ö) 0,95. 5. Lasse Kjus (No) 1,29. 6. Erik Guay (Ka) 1,35. 7. Bjarne Solbakken (No) 1,36. 8. Patrik Järbyn (Sd) 1,47. 9. Marco Büchel (Lie) 1,53. 10. Aksel Lund Svindal (No) und Daron Rahlves (USA) 1,58. 12. Peter Fill (It) 1,61. 13. Fritz Strobl (Ö) 1,75. 14. Josef Strobl (Ö) 1,77. 15. Jan Hudec (Ka) 1,91.

16. Paul Accola (Sz) 2,02. 17. Ivica Kostelic (Kro) 2,04. 18. Christoph Gruber (Ö) 2,07. 19. Bode Miller (USA) 2,17. 20. Patrick Staudacher (It) 2,20. 21. Vincent Lavoie (Ka) 2,22. 22. Bruno Kernen (Sz) und Johann Grugger (Ö) 2,26. 24. Hans Knauss (Ö) 2,31. 25. Konrad Hari (Sz) 2,37. 26. Arnold Rieder (It) 2,44. 27. Aj Bear (Au) 2,47. 28. Fredrik Nyberg (Sd) 2,48. 29. Jakub Fiala (USA) 2,49. 30. Ambrosi Hoffmann (Sz) 2,50.

Ferner: 33. Didier Cuche 2,57. 36. Didier Défago 2,76. 47. Tobias Grünenfelder 3,27. 51. Rolf von Weissenfluh 3,40. -- 69 Fahrer gestartet, 65 klassiert; ausgeschieden: u.a. Franco Cavegn (Sz) und Pierre-Emmanuel Dalcin (Fr).

Weltcup-Stand

FIS-Audi-Weltcup. Männer. Super-G (nach 1 von 7 Rennen): 1. Hermann Maier (Ö) 100. 2. Michael Walchhofer (Ö) 80. 3. Stephan Eberharter (Ö) 60. 4. Benjamin Raich (Ö) 50. 5. Lasse Kjus (No) 45. 6. Erik Guay (Ka) 40. 7. Bjarne Solbakken (No) 36. 8. Patrik Järbyn (Sd) 32. 9. Marco Büchel (Lie) 29. 10. Daron Rahlves (USA) und Aksel Lund Svindal (No) 26. Ferner: 16. Paul Accola 15. 22. Bruno Kernen 9. 25. Konrad Hari 6. 30. Ambrosi Hoffmann 1.

Gesamtwertung (nach 5 von 40 Wertungen): 1. Bode Miller (USA) 213. 2. Michael Walchhofer (Ö) 204. 3. Hermann Maier (Ö) 180. 4. Kalle Palander (Fi) 169. 5. Andreas Schifferer (Ö) 159. 6. Hans Knauss (Ö) 148. 7. Benjamin Raich (Ö) 145. 8. Frédéric Covili (Fr) 130. 9. Erik Guay (Ka) 120. 10. Lasse Kjus (No) 107. 11. Stephan Eberharter (Ö) 101. 12. Arnold Rieder (It) 84. 13. Manfred Pranger (Ö) 80. 14. Bjarne Solbakken (No) 77. 15. Joel Chenal (Fr) 74.

Ferner: 23. Ambrosi Hoffmann 51. 29. Silvan Zurbriggen 40. 31. Tobias Grünenfelder 36. 41. Franco Cavegn 24. 43. Didier Défago 20. 46. Didier Cuche 18. 52. Paul Accola 15. 58. Marco Casanova 12. 67. Rolf von Weissenfluh 10. 70. Bruno Kernen 9. 74. Urs Imboden 7. 75. Konrad Hari 6.

Nationenwertung (nach 8 von 75 Wertungen): 1. Österreich 1715 (Männer 1320+Frauen 395). 2. Italien 576 (328+248). 3. Schweden 575 (166+409). 4. Frankreich 527 (400+127). 5. Schweiz 487 (248+239). 6. USA 431 (320+111). 7. Norwegen 354 (304+50). 8. Finnland 270 (180+90). 9. Deutschland 222 (29+193). 10. Kanada 194 (149+45). 11. Spanien 96 (0+96). 12. Slowenien 90 (38+52). 13. Kroatien 65 (45+20). 14. Tschechien 47 (0+47). 15. Liechtenstein 29 (29+0).

16. Japan 22 (22+0). 17. Slowakei 18 (0+18). 18. England 6 (0+6). 19. Australien 4 (4+0).

(von Werner Eisenring, Lake Louise/Si)

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