Ski alpin: Sieg für Pärson - Debakel für die Schweiz

publiziert: Sonntag, 8. Feb 2004 / 12:59 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 8. Feb 2004 / 15:54 Uhr

Arber - Die Schwedin Anja Pärson feierte beim Slalom in Zwiesel ihren 20. Weltcup-Sieg. Ein Debakel setzte es für die Schweizerinnen ab. Nach den Ausfällen von Sonja Nef und Marlies Oester figurierte keine Eidgenossin im Klassement.

Das Siegerbild auf dem Podest komplettierten die Deutsche Monika Bergmann und die überraschende Slowakin Veronika Zuzulova.

In der Glasbläserstadt Zwiesel und Umgebung, im Bayerischen Wald knapp an der tschechischen Grenze, werden die Kristallkugeln produziert, mit denen am Ende des Winters die Besten im Weltcup ausgezeichnet werden.

Zwei dieser gläsernen Pokale können für Anja Pärson bereit gestellt werden, denn die 22-Jährige aus Tärnaby steht nach diesem Wochenende vorzeitig als Gewinnerin in den Disziplinenwertungen Slalom und Riesenslalom fest.

Im Slalom hat sich Anja Pärson ihre erste Kugel gesichert. Gesamtsiegerin im Riesenslalom war sie schon letzten Winter. Doch nun setzt sie auch zum erstmaligen Gewinn der grossen Kugel für die Gesamtwertung an, die bisher erst eine Schwedin (Pernilla Wiberg 1997) geholt hat.

Vorteil Pärson

"Der Vorteil liegt nun bei mir", durfte Anja Pärson in Zwiesel festhalten. 112 Punkte liegt sie vor Renate Götschl. Die Österreicherin wehrte sich zwar bravourös und belegte hinter Pärson und der Slowenin Tina Maze im Riesenslalom Platz 3, doch das Restprogramm mit nur noch drei Speed-Rennen gegenüber fünf technischen Prüfungen spricht klar für die Seriensiegerin aus Skandinavien, die am Samstag mit 1,98 Sekunden Vorsprung gewann.

Eine grössere Differenz zwischen Platz 1 und 2 gab es im Riesenslalom der Frauen zuletzt im November 1998 in Park City. Damals siegte Alexandra Meissnitzer (Ö) 2,16 Sekunden vor Martina Ertl (De).

Ganz ohne Probleme kam aber selbst Anja Pärson nicht ins Ziel. Im zweiten Lauf schlug sie sich die rechte Hand an einer Torstange an und klagte danach über Gefühllosigkeit im Zeigefinger. Im Slalom startete sie deshalb mit einem Tapeverband. Am Siegen hinderte sie auch das nicht. "Der Finger ist ganz blau, aber während des Rennens spürte ich die Verletzung nicht", sagte sie. Und so resultierte am Sonntag der insgesamt 20. Weltcupsieg.

Sie gewann vor der Deutschen Monika Bergmann und der erst 19-jährigen Slowakin Veronika Zuzulova, die dank Bestzeit im zweiten Lauf vom 17. auf den 3. Schlussrang vorpreschte.

Wie stark Anja Pärson derzeit fährt, unterstreicht auch dies: 9 Siege in einem Winter brachten in den letzten zehn Jahren einzig Pernilla Wiberg (1996/97) und Janica Kostelic (2000/01) zustande. Doch für Pärson ist ja die Saison noch längst nicht zu Ende. Gewinnt sie die fünf noch ausstehenden technischen Rennen, könnte sie gar noch die absolute Weltbestmarke egalisieren, die noch immer Vreni Schneider hält (14 Siege in der Saison 1988/89).

Ein Kampf von oben bis unten

Die Schweizerinnen kämpften in Zwiesel wenig erfolgreich. Bei Sonja Nef war trotzdem ein Aufwärtstrend feststellbar, wenngleich sich der resultatmässig bescheiden zu Buche schlug. Aber immerhin: Besser als in Zwiesel war Sonja Nef in den Riesenslaloms dieser Saison erst einmal (7. in Alta Badia) klassiert. "Mit dem Ergebnis muss ich wohl zufrieden sein", lautete ihr Fazit, zumal sie in den letzten beiden Rennen in ihrer einstigen Parade-Disziplin nicht reüssiert hatte (20. in Lienz, out in Maribor). Doch die Ostschweizerin war sich auch bewusst, dass sie eine Chance verpasst hatte, wieder einmal aufs Podest zu fahren: "Es wäre mehr drin gewesen."

Im ersten Lauf patzte sie im oberen Abschnitt, im zweiten Lauf folgte ein schwerer Fehler unten. Stark fuhr sie indes den unteren Teil des ersten Laufes. Dort behauptete sie sich gar einen Hundertstel vor Anja Pärson, was sie noch auf Platz 4 im Zwischenklassement brachte. Doch dann fehlte ihr im zweiten Lauf am Ende auch etwas die Kraft: "Ich war zu Beginn der Woche erkältet, vielleicht deshalb ging mir am Schluss der Saft aus."

Sonja Nef und mit ihr die gesamte Konkurrenz war auf der Piste am Arber gefordert wie noch nie in diesem Winter. Fast alle taten sich auf der vom Regen teils aufgeweichten und mit unzähligen Schlägen durchsetzten Strecke sehr schwer. "Es war ein Kampf von oben bis unten. Einen so anspruchsvollen Riesenslalom gabs zuletzt 2001 in St. Anton", war sich Sonja Nef sicher. Dort hatte sie vor drei Jahren den WM-Titel gewonnen.

Nicht minder schwierig präsentierten sich die Verhältnisse am Sonntag im Slalom. Sonja Nef brachte sich als Dritte des ersten Laufes in eine so gute Ausgangslage wie noch nie in diesem Winter. Bei ihrem 2. Platz im November in Park City war sie bei "Halbzeit" Sechste gewesen. Doch dann fädelte sie im zweiten Lauf ein. "Ein Fahrfehler wars", meinte sie enttäuscht, "wieder habe ich eine gute Chance nicht gepackt."

Styger mit bestem Riesenslalom-Ergebnis

Eine gute Leistung gelang ansonsten nurmehr der Schwyzerin Nadia Styger, die sich im Riesenslalom dank drittbester Zeit im zweiten Lauf vom 27. auf den 18. Schlussrang vorkämpfte und damit ihr bestes Riesenslalom-Ergebnis überhaupt realisierte. Je 21. war sie in Park City und in Lienz geworden. "Jetzt habe ich mehr als 400 Punkte im Gesamt-Weltcup", freute sie sich hinterher. Das heisst, dass sie inskünftig in den Riesenslaloms nach der ersten Gruppe startberechtigt ist.

Der Rest der Schweizerinnen ging leer aus. Darunter befand sich die Bündnerin Jessica Puenchera, die im Slalom ihr Weltcup-Debüt gab. Als 36. fehlten ihr 21 Hundertstel für den Vorstoss in den Finaldurchgang.

Das Schlussklassement

1. Anja Pärson (Sd) 1:29,58 2. Monika Bergmann (De) + 0,44 3. Veronika Zuzulova Slk 0,68 4. Sarah Schleper (USA) 1,06 5. Sarka Zahrobska (Tsch) 1,16 6. Line Viken (No) 1,29 7. Elisabeth Görgl (Ö) 1,41 8. Resi Stiegler (USA) 1,49 9. Therese Borssen (Sd) 1,55 10. Kristina Koznick (USA) 1,72 11. Trine Bakke-Rognmo (No) 1,73 12. Sabine Egger (Ö) 1,76 13. Michaela Kirchgasser (Ö) 1,83 14. Ana Jelusic (Kro), Laure Péquegnot(F) 1,84 16. Karina Birkelund (No) 1,95 17. Jessica Walter (Lie) 1,97 18. Annemarie Gerg (De) 1,99 19. Lindsey Kildow (USA) 1,00 20. Nika Fleiss (Kro) 2,02 21. Nicole Gius (It) 2,06 22. Martina Ertl (De) 2,07 23. Annalisa Ceresa (It) 2,24 24. Noriyo Hiroi (Jap) 2,49 25. Julia Mancuso (USA) 2,57 26. Anna Ottosson (Sd) 2,77 Ausgeschieden: Sonja Nef (Sz), Marlies Oester (Sz), Tanja Poutiainen (Fi), Susanne Ekman (Sd). Die Weltcup-Stände

Frauen. Gesamtwertung (nach 27 von 35 Prüfungen): 1. Anja Pärson (Sd) 1220. 2. Renate Götschl (Ö) 1108. 3. Hilde Gerg (De) 870. 4. Carole Montillet (Fr) 853. 5. Michaela Dorfmeister (Ö) 811. 6. Maria Riesch (De) 620. 7. Alexandra Meissnitzer (Ö) 609. 8. Martina Ertl (De) 606. 9. Nicole Hosp (Ö) 566. 10. Kirsten Clark (USA) 456. 11. Nadia Styger (Sz) 409. 12. Tanja Poutiainen (Fi) 405. 13. Isolde Kostner (It) 377. 14. Elisabeth Görgl (Ö) 340. 15. Marlies Schild (Ö) 333. - Ferner: 18. Fränzi Aufdenblatten (Sz) 300. 20. Sonja Nef (Sz) 283. 26. Sylviane Berthod (Sz) 230. 37. Catherine Borghi 163. 38. Marlies Oester 161. 57. Martina Schild 97. 83. Corina Grünenfelder 33. 86. Lilian Kummer 29. 89. Ella Alpiger 25. 92. Tanja Pieren 21.

Riesenslalom (nach 6 von 8 Rennen): 1. Anja Pärson (Sd) 430 (Disziplinsiegerin). 2. Nicole Hosp (Ö) 260. 3. Tanja Poutiainen (Fi) 215. 4. Denise Karbon (It) 213. 5. Maria Rienda Contreras (Sp) 209. 6. Tina Maze (Sln) 194. 7. Elisabeth Görgl (Ö) 193. 8. Renate Götschl (Ö) 190. 9. Martina Ertl (De) und Alexandra Meissnitzer (Ö) 182. - Ferner: 15. Sonja Nef 120. 17. Marlies Oester 87. 24. Fränzi Aufdenblatten 64. 29. Nadia Styger 33. 32. Lilian Kummer 29.

Slalom (nach 7 von 10 Rennen): 1. Anja Pärson (Sd) 680 (Disziplinsiegerin). 2. Marlies Schild (Ö) 325. 3. Monika Bergmann Schmuderer (De) 315. 4. Nicole Hosp (Ö) 306. 5. Laure Péquegnot (Fr) 202. 6. Martina Ertl (De) 199. 7. Tanja Poutiainen (Fi) 190. 8. Kristina Koznick (USA) 180. 9. Sonja Nef (Sz) 163. 10. Sabine Egger (Ö) 158. - Ferner: 24. Marlies Oester 74. 34. Corina Grünenfelder 33.

Nationen (nach 57 von 75 Prüfungen): 1. Österreich 13248 (Männer 8128+Frauen 5120). 2. Italien 3910 (2388+1522). 3. Schweiz 3843 (2092+1751). 4. USA 3803 (1922+1881). 5. Frankreich 3222 (1369+1853). 6. Deutschland 3126 (243+2883). 7. Norwegen 2442 (1948+494). 8. Schweden 2430 (733+1697). 9. Finnland 1273 (831+442). 10. Kanada 1270 (561+709).

(rp/Si)

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