Ski alpin: Stephan Eberharters grosse Triplette

publiziert: Donnerstag, 13. Mrz 2003 / 17:54 Uhr

(Si) Stephan Eberharter hat im letzten Super-G der Saison in Kvitfjell abgeräumt und sowohl Gesamtweltcup, Super-G-Weltcup als auch das Rennen für sich entschieden. Die Schweizer boten mit vier Top-Ten-Ergebnissen eine starke Leistung, doch fehlte der Exploit.

Der Österreicher Stephan Eberharter.
Der Österreicher Stephan Eberharter.
Auch bei den Frauen fiel die Entscheidung im Super-G-Weltcup im letzten Rennen. Carole Montillet gewann das Duell mit Renate Götschl. Da die Österreicherin, die mindestens einen 3. Platz gebraucht hätte, nur Vierte wurde, stand der Disziplinensieg der Französin schon vor deren Start fest; sie konnte sich mit einem 10. Platz begnügen.

Das Rennen gewann Karen Putzer, die den 4. Weltcupsieg in dieser Saison (und den 6. insgesamt) feierte. 1996 hatte die Italienerin am gleichen Ort als Junioren-Weltmeisterin ihren Weltcup-Einstand gegeben.

Jubiläum: 25. Weltcup-Sieg von Eberharter

Stephan Eberharter bewies ein weiteres Mal, dass er unter Druck am stärksten ist. Er schaffte eine eindrückliche Triplette: 25. Weltcup-Sieg, 2. Weltcup-Gesamtsieg nach 2002 sowie die 4. kleine Kristallkugel. Bode Miller, sein Rivale um den Gesamtsieg, musste sich mit dem 20. Rang begnügen, und Marco Büchel, dem Gegner im Disziplinen-Weltcup, reichte es nur zum 17. Platz.

"Athleten wie Steff, die in solchen Stress-Situationen noch Rennen gewinnen, sind die wahren Champions", anerkannte der geschlagene Miller. Büchel hätte einen 2. Platz gebraucht, um Eberharter abzublocken, aber mit seiner Schulterverletzung war er chancenlos. "Ich hatte gleichwohl eine ausgezeichnete Saison", meinte Büchel, "nur das Happy-End fehlte." Und an den österreichischen Speed-Trainer Robert Trenkwalder gerichtet: "Hört der Eberharter nicht bald auf?"

Rücktritt? -- Entscheid im Sommer

Stephan Eberharter gab die Antwort: "Ich nehme jetzt eine Auszeit von drei, vier Monaten, um klaren Kopf zu kriegen. Dann werde ich mich entscheiden." Um fürs Nachdenken seine Ruhe zu haben, werde er für mehrere Wochen ins Ausland reisen, "und dann kommt mir vielleicht irgendwann mal beim Golfspielen die Idee: Ich mach weiter -- oder nicht."

Die Saison sei trotz der zweiwöchigen Verletzungspause im Dezember sensationell verlaufen, sagte Eberharter: "Mit einer Goldmedaille, der Verteidigung des Gesamt-Weltcups sowie neun Siegen war sie fast identisch wie im Vorjahr. Ich fühlte mich so gut in Form, dass nie der Gedanke aufkam, ich könnte rausfliegen."

Starker Kernen -- "Medaillen" für Büchel und Cuche

Die Schweizer zeigten ein kompaktes Teamergebnis mit vier Top-Ten-Resultaten sowie "Weltcup-Medaillen" für Marco Büchel und Didier Cuche als 2. und 3. der Disziplinen-Wertung. Insgesamt befinden sich sieben Mann, inklusive Büchel, in den Top 20 der Weltrangliste; das lässt hoffen. Umso mehr Kombi-Trainer Patrice Morisod verspricht: "Nächstes Jahr werden wir noch stärker sein."

Bruno Kernen (6.) erzielte das zweitbeste Super-G-Ergebnis dieses Winters und etablierte sich auch in dieser Disziplin in der ersten Gruppe (vorher Nummer 39). Trotzdem ärgerte er sich: "Ein Podestplatz wäre möglich gewesen. Meine gute Form hätte ich besser ausnützen müssen." Drei Zehntel fehlten zum 3. Platz.

Eine Energieleistung bot "Amba" Hoffmann (7., 0,39 hinter dem Podest). Nach seinem Sturz und seinen Rückenschmerzen hatte ihm nicht einmal Karl Frehsner ein solches Ergebnis zugetraut. "Der Super-G wird langsam zu meiner Lieblinsgdisziplinen", meinte Hoffmann, "der verträgt etwas mehr Poker als die Abfahrt, und das Risiko wird besser belohnt."

Franco Cavegn (10.) erreichte die zweite Top-Ten-Klassierung der Saison (und seiner ganzen Karriere), hatte aber das Pech, wie in der Abfahrt die erste Gruppe und die Nati-Qualifikation knapp zu verpassen. Trotzdem ist die Steigerung vom 39. auf den 19. Platz der Weltrangliste für den 32-Jährigen erstaunlich und der Lohn für seine markant verbesserten technischen Fertigkeiten.

Cuche: "Erfahrungen gesammelt"

Didier Cuche (8.), im letzten Jahr Stammgast auf dem Podest, verfehlte dieses zum fünften Mal in Serie, war aber gleichwohl nicht unglücklich: "Im letzten Jahr war ich Zweiter im Super-G-Weltcup, diesmal Dritter, und nach meinem Materialwechsel habe ich viel Erfahrungen gesammelt. Um die Trophäe zu holen, hätte ich siegen müssen, und das ist für einen, der bisher erst viermal gewinnen konnte, keine selbstverständliche Sache. Ich freue mich auf den nächsten Winter."

Auf die nächste Saison hoffen auch die von der Rolle geratenen Schweizerinnen. Während der 15. Platz für Sylviane Berthod einen kleinen Lichtblick darstellt ("Ich fühlte mich, weils mein letztes Rennen war, erstmals locker"), kam Fränzi Aufdenblatten (20.) weiter nicht vom Fleck: "Die Saison begann gut und endet schlecht. Zu viele Details passten nicht zusammen." Obs für Corinne Rey-Bellet (9.) eine nächste Saison gibt, ist offen: "Ich werde mich in ein paar Wochen entscheiden."

(bert/sda)

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