Wie wird man Weltmeister?

publiziert: Freitag, 16. Feb 2007 / 14:34 Uhr

Are gilt als die WM der Aussenseiter. Bis auf wenige Ausnahmen entsprechen die Ergebnisse aber einer langfristigen Logik. Fast alle Medaillengewinner brillierten schon als Junioren - Daniel Albrecht und Co. sind quasi «programmierte» Weltmeister.

Viele WM-Medaillengewinner wie Daniel Albrecht waren auch als Junioren schon erfolgreich.
Viele WM-Medaillengewinner wie Daniel Albrecht waren auch als Junioren schon erfolgreich.
WM-Medaillengewinner wie Albrecht, Marc Berthod, Maria Pietilä-Holmner, auch Aksel Lund Svindal oder die etablierten Stars wie Anja Pärson oder Benjamin Raich waren alle schon Junioren-Weltmeister.

Nicole Hosp war von einer gewissen Sandra Gini vom Podest verdrängt worden.

Einzig die «alten» Didier Cuche und Fritz Strobl sowie der Sensationsieger Patrick Staudacher spielten an Junioren-Weltmeisterschaften keine Rolle.

Pärson und Raich gewannen viermal, Albrecht und Svindal holten vier Medaillen auf einmal. Ein Junioren-WM-Titel (insbesondere in den technischen Disziplinen) ist fast die «halbe Miete», wenn nicht Verletzungen die Entwicklung beeinträchtigen. Zwei solche Beispiele sind die beiden Schweizer Slalom-Junioren-Weltmeister Daniel Défago und Raphael Fässler.

Talent fördern = Entwicklung nicht verhindern

Der Schweizer Kombi-Trainer Patrice Morisod prägte einmal den Satz: «Mike von Grünigen braucht wahrscheinlich keinen Trainer mehr. Der würde wahrscheinlich auch mit meiner Grossmutter Weltmeister.» Bei solch begabten Sportlern, zu denen viele Junioren-Weltmeister zählen, geht es nicht primär darum, ihr Talent zu fördern, sondern vor allem, die Entwicklung des Talentes nicht zu verhindern.

Auch die beiden grössten Stars der österreichischen Skiverbandes, Stephan Eberharter und Hermann Maier, waren kein Produkt einer gezielten Talentförderung, sondern zwei, die mit viel Privatinitiative auf dem «zweiten Bildungsweg» ihren Weg machten. Auch die beste Nachwuchsförderung ist auf aussergewöhnliche Talente angewiesen.

Norwegen lebt(e) von Lasse Kjus und Kjetil André Aamodt und jetzt von Aksel Lund Svindal. Eine Frauen-Equipe existiert nicht. Wo bleibt da die vielgepriesene norwegische Talenterfassung und Nachwuchsförderung, die Swiss Olympic seinerzeit intensiv studierte? Norwegische Journalisten gehen in Are Indoor-Golf spielen, wenn Svindal nicht Ski fährt.

Trainer ist wichtig als «Begleiter»

Und doch ist ein Trainer ungemein wichtig, vor allem als Begleiter. Und wenn er noch ein gutes Auge hat, die notwendige Sozialkompetenz, fachliches Knowhow, ein verzweigtes Netzwerk sowie ein strategisches Flair - dann ist er der ideale Betreuer. Oft ist es der Vater.

Helmut Girardelli, einer der hemdsärmligsten Typen in der Szene, die es je gab, nannte mal als Erfolgsgeheimnis: «Man muss seinen Athleten einfach gern haben.» Und ihn spüren lassen, dass man alles für ihn tut - und ihm Vertrauen gibt.

Gefährliche Klippen: Material und 30er-Regel

Bei der Entwicklung eines Talentes gibt es einige Klippen, über die es stolpern kann, z.B das Material und die 30er-Regel. Als Daniel Albrecht und Marc Berthod die Ski wechselten, ging es steil nach oben. Von wegen behutsamer Aufbau; sie hätten mit anderm Material schon an den Olympischen Spielen auf dem Podest stehen können.

Beide kämpften fast vier Jahre gegen die 30er-Regel. Wer Rennen für Rennen mit hohen Nummern um eine Klassierung in den ersten 30 kämpfen muss, kann daran zerbrechen. In Österreich häufen sich solche Fälle. Dort ist wegen der grossen Leistungsdichte der Aufstieg fast nur über einen Fixplatz zu schaffen. Und wenns einer dann in einem Jahr nicht schafft, gerät er in eine verhängnisvolle Tretmühle.

Zur Erinnerung: Die Karriere von Berthod (und im Sog auch Albrecht) ist in Adelboden mit einem 27. Rang im 1. Durchgang lanciert worden. Berthods Mutter Silvia sagte zwischen den Läufen: «Wenn Marc es nicht schafft, haben wir halt weiter Geduld.» Das soll auch für den Verband (und die Medien) gelten, vor allem bei den Technikerinnen. Wer glaubt, dass sie früher als in drei Jahren wieder konkurrenzfähig sind, ist ein Illusionist.

Ein Hinweis: Julia Mancuso fuhr schon 165 Weltcuprennen, Aksel Lund Svindal 160, Rabea Grand 26, Sandra Gini 23, Aïta Camastral (nächstbeste Fahrerin) 7. Alle sind etwa gleich alt.

(von Richard Hegglin, Are/Si)

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